Bei der Betreuung von Unter-3-Jährigen gibt es ein glattes „Nicht Genügend“.
Foto: Shutterstock/veryulissa

Schlechtes Zeugnis für Kinderbetreuung

Mo, 04.09.2017 - 14:43

Die Arbeiterkammer Oberösterreich hat einen Gesamtüberblick zur Betreuungssituation von Kindern bis 14 Jahre erstellt. Das oberösterreichische Ergebnis ist, vor allem im Bundesländervergleich, wenig erfreulich. Bei den Unter-3-Jährigen gibt es ein glattes „Nicht Genügend“. Bei den älteren Kindern und bei den Schulkindern schaut es nur wenig besser aus.

Es fehlt nach wie vor an Betreuungsplätzen, die die sogenannten VIF-Kriterien (Kriterien für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie) erfüllen: mindestens 45 Stunden pro Woche geöffnet, an vier Tagen pro Woche mindestens 9,5 Stunden geöffnet, Mittagessen, maximal fünf Wochen im Jahr geschlossen. „Diese Voraussetzungen sind vor allem für Mütter und Väter wichtig, die in zeitlich hoch flexiblen Branchen arbeiten – wie im Handel oder in der Pflege. Sie brauchen für ihre Kinder Betreuungsplätze in Einrichtungen, die nicht schon mittags zusperren“, so AK-Präsident Johann Kalliauer.

Den größten Aufholbedarf hat Oberösterreich bei der Betreuungsquote der Unter-3-Jährigen. Hier liegt das Land an achter Stelle, nur in der Steiermark sieht die Situation noch trister aus. Bei der Betreuung der 3- bis 5-Jährigen belegt Oberösterreich den fünften Rang. Was die Betreuung aller 6- bis 14-Jährigen Kinder in Ganztagsschulen und Horten betrifft, landet Oberösterreich ebenfalls nur an fünfter Stelle. Die besten Betreuungsquoten gibt es in Wien.

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Land muss Verbesserungsmaßnahmen unterstützen

AK-Präsident Kalliauer fordert nun eine Reihe von Maßnahmen, die die Betreuungssituation von Kindern berufstätiger Eltern rasch verbessern sollen:

  • Ausbau der Krabbelstuben- und Kindergartenplätze, die alle Voraussetzungen für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie erfüllen.
  • Ausbau der Ganztagsschulen – alle Eltern müssen die Wahlfreiheit haben. Die „echte“ Ganztagsschule mit abwechselnden Unterrichts-, Freizeit- und Lernphasen soll an allen Schulstandorten oder in zumutbarer Entfernung angeboten werden. Das Land Oberösterreich muss die Gemeinden bei der Umsetzung tatkräftig unterstützen. Bereits bestehende Hort-Angebote sollen in die neuen Ganztagsschulen eingebunden werden.

 

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