Konsumentinnen und Konsumenten vergleichen Preise intensiver als früher.
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Steigende Preise bereiten Menschen die größten Sorgen
Inflation, steigende Lebenshaltungskosten und immer komplexere Preisstrukturen sorgen bei vielen Menschen in Österreich für wachsenden Frust beim Einkaufen. Eine aktuelle Studie zeigt: Für einen Großteil der Bevölkerung sind steigende Preise das größte wirtschaftliche Sorgen-Thema. Gleichzeitig investieren Konsumentinnen und Konsumenten zunehmend Zeit in Preisvergleiche, auf der Suche nach Transparenz, Orientierung und fairen Angeboten.
Die vergangenen Jahre waren für viele Haushalte in Österreich von steigenden Preisen geprägt: von Energie über Lebensmittel bis hin zu Alltagsprodukten. Entsprechend groß ist die Sensibilität beim Thema Preise geworden. Eine aktuelle Marketagent-Studie im Auftrag der Vergleichsplattform idealo.at zeigt deutlich, wie stark dieses Thema die Bevölkerung beschäftigt: Inflation, Preissteigerungen und steigende Lebenshaltungskosten sind aktuell die größte Sorge der Österreicher*innen. Fast neun von zehn Befragten geben an, dass ihnen diese Entwicklung große oder zumindest eher große Sorgen bereitet (87 %).
Ärger über steigende Preise, unübersichtliche Rabatten oder versteckten Zusatzkosten
Doch nicht nur die Höhe der Preise sorgt für Unmut. Auch die Art und Weise, wie Preise präsentiert werden, führt zunehmend zu Frustration. 63 Prozent der Befragten fühlen sich häufig von steigenden Preisen, unübersichtlichen Rabatten oder versteckten Zusatzkosten genervt.
Besonders stark betroffen sind Personen mit geringerem Einkommen: In dieser Gruppe erleben sogar vier von fünf Menschen starken Preisfrust (81 %). Auch Frauen (67 %) empfinden Preisentwicklungen häufiger als belastend als Männer (60 %). Hinzu kommt: Der Preisfrust hat in den vergangenen Monaten deutlich zugenommen. Zwei Drittel der Befragten geben an, dass sie sich heute stärker über Preise ärgern als noch vor einiger Zeit.
„Unsere Daten zeigen bereits eine sehr hohe Sensibilität gegenüber steigenden Preisen. Und das auf Basis einer Erhebung, die noch vor den jüngsten geopolitischen Entwicklungen rund um den Iran durchgeführt wurde. Erfahrungsgemäß wirken sich solche Krisen rasch auf Energiepreise und in weiterer Folge auf viele Alltagsbereiche aus. Es ist daher davon auszugehen, dass sich der wahrgenommene Preisdruck und damit auch der Preisfrust in der Bevölkerung weiter verstärken wird“, erläutert Thomas Schwabl, Gründer und Geschäftsführer von Marketagent.
Lebensmittel und Energie sorgen für den größten Ärger
Besonders stark trifft der Preisfrust jene Bereiche des täglichen Lebens, die für Haushalte unvermeidbar sind. An der Spitze stehen dabei Lebensmittel (89 %) und Energie (86 %). Doch auch andere Konsumkategorien bleiben nicht verschont: Mehr als die Hälfte der Österreicher*innen ärgert sich über Preise in Bereichen wie Drogerie, Möbel, Kleidung oder Elektronik.
Der größte Auslöser für Frustration sind dabei ständig steigende Preise (61 %), gefolgt von dem Gefühl, dass unverbindliche Preisempfehlungen künstlich hoch angesetzt werden (42 %).
Preisvergleiche werden zur neuen Normalität
Als Reaktion auf die zunehmende Preisunsicherheit greifen viele Konsument*innen zu einer klaren Strategie: Sie vergleichen Preise intensiver als früher. 8 von 10 haben bereits Preisvergleichsplattformen genutzt (81%). 83 Prozent sind bereit, Zeit in Preisvergleiche zu investieren, wenn dadurch Geld gespart werden kann.
Diese Veränderung im Shoppingverhalten wird auch durch persönliche Erfahrungen verstärkt: 73 Prozent der Befragten haben bereits erlebt, dass ein Produkt kurz nach dem Kauf woanders deutlich günstiger angeboten wurde. Wenig überraschend also, dass sich die heimischen Verbraucherinnen und Verbraucher mehr Transparenz beim Einkaufen wünschen.
Vertrauen bleibt europäisch
Ein weiteres Ergebnis der Studie betrifft die Wahrnehmung internationaler Shopping-Plattformen. Viele Konsumenten beobachten deutliche Preisunterschiede zwischen europäischen Online-Shops und sehr günstigen internationalen Plattformen (78 %). Zwar zeigt sich auch ein klarer Vertrauensunterschied: Österreichische (91 %) und europäische (84 %) Anbieter genießen deutlich mehr Vertrauen als beispielsweise chinesische Plattformen (18%). Gleichzeitig entsteht daraus aber ein Zwiespalt: Viele Konsumentinnen und Konsumenten ärgern sich, wenn Produkte auf internationalen Plattformen deutlich günstiger sind (73 %) und haben das Gefühl, zuhause bzw. im europäischen Handel zu viel zu bezahlen (76 %).
