Karl-Josef Schubert
Karl-Josef Schubert: „Wir sparen vor allem bei den Ermessensausgaben, vor allem im Kultur-, Sport- und Freizeitbereich.“

Gemeindefinanzen

„Schaffen Budgetausgleich nur durch Grundstücksverkäufe“

10. Mai 2024
„Für 2024 fehlen uns im Finanzierungshaushalt, vor einmaligen Einnahmen durch Grundstücksverkäufe) rund 700.000 Euro, das sind 126 Euro pro Hauptwohnsitzer. Uns  fehlen die Steigerungen bei den Abgabenertragsanteilen. Diese gehen zurück bzw. stagnieren, während die laufendenden Ausgaben in den letzten beiden Jahren um jeweils über acht Prozent gestiegen sind,“ wie Bürgermeister Karl-Josef Schubert, der auch Präsident des Tiroler Gemeindeverbandes ist, aus.

Die Investitionen mussten zurückgeschraubt werden. „Wir wollten in die Mittelschule Vomp/Stans wurden in Abstimmung mit unserer Nachbargemeinde investieren. Die geplanten Verbesserungen in Schulküche, Werkräume, Lehrerarbeitsplätze und Akustikdecken können nun frühestens 2026 finanziert werden, das Investitionsvolumen beträgt rund sechs Millionen, davon entfallen ein Drittel auf Stans und zweit Drittel auf Vomp.“ 

Der Ergebnishaushalt Vomps weist ein positives Ergebnis von 217.589,73 Euro aus. In dieser Summe ist der Anteil der Schuldentilgung in Höhe von 5.591.974,76 Euro nicht enthalten, da dieser im Vermögenshaushalt sowie im Finanzierungshaushalt ausgewiesen wird. An Rücklagen haben wir per 31. Dezember 2023 noch 115.261 Euro.

Schubert: „Und wir sparen vor allem bei den Ermessensausgaben, vor allem im Kultur-, Sport- und Freizeitbereich. Ebenso wurden z. B. Straßensanierungen oder der geplante Austausch einer Trinkwasserleitung (ca. 250 Meter) auf das kommende Jahr verschoben.“

Investiert wird nur spärlich

Investiert wird in Vomp demnach 2024 in den Ausbau der Elementarpädagogik / Kinderbetreuung und in Maßnahmen zum Energiesparen (z. B. Umstellung Straßenbeleuchtung, Flutlicht Sportanlagen auf LED) – „aber alles in Summe nur in einem sehr bescheidenen Ausgabenvolumen.“

Für das Jahr 2024 konnte, so der Bürgermeister, nur ein ausgeglichener Finanzhaushalt erstellt werden, weil die Vomp die Möglichkeit von einmaligen bzw. außerordentlichen Einnahmen durch den Verkauf von Baugrundstücken hat. 

Dabei gehört Vomp eigentlich zu jenen Gemeinden Tirols, die in kommunalen Kreisen als eher einnahmenstark gelten. Vomp ist also grundsätzlich keine Abgangsgemeinde und erhält auch 2024 keinen Budgetausgleich, allerdings GAF-Mittel für die Finanzierung des LWL-Ausbaues, der bereits 2022 in Auftrag gegeben wurde. 

Schubert: „2022 hatten wir noch einen frei verfügbaren Finanzrahmen von rund 1,2 Millionen Euro. Durch die Lohnabschlüsse für die Jahre 2023 und 2024 (für 155 MitarbeiterInnen = Köpfe = rund 110 VÄ), die allgemeine Inflation, die dadurch gestiegenen Transferzahlungen für Gesundheit und Soziales, die gestiegenen Fremdkapitalzinsen und vor allem wegen der Rückgänge bei den Abgabenertragsanteilen, hat sich die Budgeterwartung für 2024 auf minus 700.000. Euro ins Negative verändert. Wie schon erwähnt schafft die Marktgemeinde Vomp den Budgetausgleich nur durch einmal mögliche Grundstücksverkäufe.“