Graz wird am stärksten wachsen.

Ober- und Südoststeiermark schrumpfen

13. Juni 2016
Die steirische Landesstatistik hat die letztes Jahr erschienene bundesweite Bezirksprognose der Raumordnungskonferenz nun auf die durch die Gemeindestrukturreform geänderten Bezirksgrenzen umgerechnet und zusätzlich auf die neuen Gemeinden heruntergebrochen. Demnach zeigt die Prognose für die steirischen Bezirke, dass für die Landeshauptstadt Graz und das suburbane Umland ein starkes Bevölkerungswachstum vorausgesagt wird. Hingegen müssen die obersteirischen Bezirke und die strukturschwachen Peripheriegebiete mit deutlichen Rückgängen rechnen, besonders im Erwerbsalter, es wird dort etwa ab 2020 zu einem spürbaren Mangel an potentiellen Arbeitskräften kommen.


Starker Anstieg des Durchschnittsalters



2015 weist Leoben mit 46,6 Jahren das höchste Durchschnittsalter auf, der jüngste Bezirk 2015 ist Graz-Stadt mit 40,8 Jahren. Bis zum Jahr 2050 wird es in allen Bezirken zu einer starken Alterung kommen. Für die Südoststeiermark wird im Jahr 2050 das höchste Durchschnittsalter mit 50,4 Jahren prognostiziert, klar jüngster Bezirk wird nach dieser Prognose weiter Graz-Stadt mit 46,2 Jahren sein. Der Anteil der Kinder und Jugendlichen (unter 20 Jahre) nimmt in fast allen steirischen Bezirken bis 2050 ab. Den höchsten Anteil am 1.1.2015 hatte der Bezirk Weiz mit 20,2 Prozent an der Gesamtbevölkerung, für 2050 wird im Bezirk Graz-Umgebung mit 19,1 Prozent der höchste Anteil errechnet, der niedrigste in Leoben mit 16,5 Prozent (derzeit auch Leoben mit 15,6 Prozent). Der Anteil der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter zwischen 20 und 64 Jahren wird bis 2050 ebenfalls in allen Bezirken sinken. Der Bezirk mit dem höchsten Anteil am 1.1.2015 ist Graz mit 65,3 Prozent, auch im Jahr 2050 wird es Graz mit 56,2 Prozent sein. Den geringsten Anteil dieser Altersgruppe an der Gesamtbevölkerung 2015 hat der Bezirk Bruck-Mürzzuschlag mit 59,1 Prozent, für das Jahr 2050 wird der geringste Anteil für den Bezirk Murau mit 47,0 Prozent prognostiziert. Dramatisch steigen wird die Zahl der ab 65-Jährigen. Hier wird sich der Anteil von 2015 auf 2050 in allen Bezirken drastisch erhöhen. Den geringsten Anteil an Senioren am 1.1.2015 hat der Bezirk Graz-Stadt mit 17,1 Prozent, der höchste Anteil tritt in Leoben mit 24,9% auf. Im Jahr 2050 hat laut Prognose der Bezirk Murau mit 35,1 Prozent Senioren den höchsten Wert, den geringsten Graz-Stadt mit 26,2 Prozent.

Deutlich mehr Sterbefälle als Geburten



Die Geburtenbilanz (Geburten minus Sterbefälle) ist 2014 außer in Graz in allen Bezirken negativ oder annähernd null. Dieser Trend wird sich bis zum Jahr 2050 nochmals verstärken. Selbst für Graz wird ab 2033 eine negative Geburtenbilanz prognostiziert (bis 2050 wird auch hier von einer klar negativen Geburtenbilanz ausgegangen), bei allen anderen Bezirken wird praktisch über den gesamten Zeitraum von einer klar Negativen ausgegangen. Der Wanderungssaldo wird bis 2050 in vielen Bezirken durch die internationale Zuwanderung positiv sein, allerdings kann damit die negative Geburtenbilanz in den meisten Bezirken nicht wettgemacht werden. Einzig Graz und Graz-Umgebung werden auch 2050 noch eine positive Gesamtbilanz aufweisen.

Gemeinden mit Bevölkerungszuwachs vor allem rund um Graz



2015 hatten noch 15 steirische Gemeinden mehr als 10.000 Einwohner, 2030 werden es nur noch 13 Gemeinden sein. Über der 10.000-Einwohnermarke werden 2030 noch Graz (dann 323.755 Einwohner), Leoben (24.363), Kapfenberg (21.784), Bruck an der Mur, Gratwein-Straßengel, Feldbach, Leibnitz, Knittelfeld, Weiz, Deutschlandsberg, Gleisdorf, Seiersberg-Pirka und Trofaiach liegen. Zwischen 8.000 und 10.000 Personen werden für Köflach, Voitsberg, Judenburg, Stainz, Fürstenfeld, Gratkorn und Liezen vorausgeschätzt. Demgegenüber wird es laut Prognose 2030 genau 21 Kleingemeinden unter 1.000 Einwohner geben, davon vier mit weniger als 500 Personen, im Jahr 2015 sind es noch 16 Kleingemeinden, zwei davon unter 500 Einwohnern. Bis 2030 werden laut Prognose 191 Gemeinden einen Bevölkerungsrückgang und 96 steirische Gemeinden einen Zuwachs verzeichnen. Mehr als 1.000 Einwohner werden drei Gemeinden verlieren, dafür gewinnen fünf Gemeinden zumindest 1.000 Einwohner. Von 2015 bis 2030 werden steiermarkweit für sieben Gemeinden Zuwächse von mindestens 15 Prozent prognostiziert. Um -15 Prozent und mehr werden 20 Gemeinden schrumpfen. Regional zeigt sich, dass die Gemeinden mit der stärksten Bevölkerungszunahme fast ausschließlich im näheren oder weiteren Umland der Landeshauptstadt Graz (Bezirke Graz-Umgebung, Leibnitz und Weiz) liegen.

Graz wächst bis 2030 um fast 50.000 Personen



Die stärksten Bevölkerungsrückgänge sind auch auf Gemeindeebene hauptsächlich in obersteirischen Gemeinden zu erwarten. Den größten absoluten Rückgang zwischen 2015 und 2030 gibt es laut Prognose in Eisenerz mit -1.480 Einwohnern, prozentuell der größte Rückgang wird ebenfalls für Eisenerz mit -34,2 Prozent erwartet. Den größten absoluten Zugewinn zwischen 2015 und 2030 verzeichnet Graz-Stadt mit +49.548 Personen, prozentuell den größten Zugewinn gibt es in Premstätten mit +23,1 Prozent. Für 33 der 36 Gemeinden im Bezirk Graz-Umgebung wird eine Bevölkerungszunahme prognostiziert.