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Hans Braun
Hans Braun: „Es geht darum, dass in den Köpfen der Menschen wieder das Bild vorherrschen sollte, dass die Bürgermeister und Bürgermeisterinnen und alle Mandatare und Mitarbeiter eine eminent wichtige Aufgabe im Rahmen der Gesellschaft ausfüllen."

Bürgermeister sind kein Freiwild, sie verdienen Respekt

"Bürgermeister sind eher keine Sensibelchen.“ Zu diesem Befund kam der Notfallpsychologe Cornell Binder-Krieglstein 2011 in einem Interview mit KOMMUNAL. Damals ging es um Drohbriefe, in denen auch tote Mäuse mitgeschickt wurden. „Eine uralte Botschaft“, waren sich nicht nur Binder-Krieglstein, sondern auch die klinische Psychologin Heidi Kastner damals einig. Kastner hatte auch eine Definition für die Absender solcher Drohungen: „Das Schreiben von anonymen Drohbriefen ist zumeist das Delikt konfrontationsschwacher, ‚feiger‘, aber dominanzhungriger Menschen.“

Damit ist ja alles klar. So die Irrmeinung, denn diejenigen, die diese Meinung vertreten, sind meistens fern vom Schuss, wie es heißt. Sie machen sich keine Gedanken, wie es in den Menschen zugeht, die die Adressaten dieser Briefe sind, die in der Situation des Gestalkten sind. Dabei brauchen gerade Bürgermeisterinnen und Bürgermeister, Gemeindemandatare und Mitarbeiter in den Gemeinden den Respekt und auch den Schutz der Gesellschaft. Ich gehe noch weiter und sage, sie verdienen ihn!

Es geht – jedenfalls aus meiner Sicht – weniger darum, jedem Amtsträger einen Bodyguard zur Seite zu stellen. Es geht auch nicht darum, aus Gemeindeämtern Hochsicherheitszonen zu machen. Die Arbeit in der und für eine Gemeinde lebt vom engen Kontakt mit den Menschen, sie ist Grundvoraussetzung.

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Es geht vielmehr darum, dass in den Köpfen der Menschen wieder das Bild vorherrschen sollte, dass die Bürgermeister und Bürgermeisterinnen und alle Mandatare und Mitarbeiter eine eminent wichtige Aufgabe im Rahmen der Gesellschaft ausfüllen. Dazu braucht es faire Entlohnung und gerechte soziale Absicherung. Und es endet bei der Anerkennung für die vielen ehrenamtlichen Tätigkeiten, die diese Menschen für uns als Gesellschaft erledigen. 

Die Politik als Gesamtes ist hier gefordert. Beginnend ganz oben. Und am besten beginnt man so etwas, indem man nicht nur in Sonntagsreden „Lob und Anerkennung“ ausspricht, sondern dem auch Taten folgen lässt. Ideen gäbe es genug.