Einweg-E-Zigaretten werden entsorgt
Einweg-E-Zigaretten, auch „Vapes“ genannt, enthalten Akkus und gehören deshalb nicht in den Restmüll.
© Elektroaltgeräte Koordinierungsstelle

Neue Sammelwege für Elektroaltgeräte

Österreich sammelt viele alte Elektrogeräte. Doch immer mehr Lithium-Batterien landen im Restmüll und verursachen Brände. Mit einem Pilotprojekt, neuen Regeln im Handel und einer Aktionswoche in den Gemeinden soll sich das ändern.

Bei der Jahrespressekonferenz der Elektroaltgeräte Koordinierungsstelle (EAK) zogen die EAK, das zuständige Bundesministerium und die ARGE Österreichischer Abfallwirtschaftsverbände Bilanz. 2025 wurden mehr als 161.000 Tonnen Elektroaltgeräte und 3.506 Tonnen Gerätealtbatterien gesammelt. Mit 17 Kilogramm pro Einwohnerin und Einwohner liegt Österreich bei der Sammlung von Elektroaltgeräten im Spitzenfeld der EU-Staaten.

Pressekonferenz EAK
Valentin Opfermann, Geschäftsführer der Elektroaltgeräte Koordinierungsstelle EAK, Aufsichtsratsvorsitzende Bianca Dvorak, Sektionschef Christian Holzer und Christian Macho, Präsident der ARGE Österreichischer Abfallwirtschaftsverbände, bei der EAK-Jahrespressekonferenz. Foto: APA-Fotoservice Martin Hörmandinger

Pilotprojekt mit Depotcontainern

Die EAK will zusätzliche Möglichkeiten zur Rückgabe schaffen. In einem Pilotprojekt sollen Depotcontainer für Elektrokleingeräte erprobt werden. Außerdem setzt sich die EAK für eine bundesweit einheitliche Rückgabe von E-Zigaretten in Trafiken ein. Ziel sei es, „die bestehende Sammelinfrastruktur sinnvoll zu ergänzen und die Rückgabe noch stärker in den Alltag der Menschen zu integrieren“, sagt EAK-Geschäftsführer Valentin Opfermann. Er leitet die EAK seit Juli 2026.

Neue Regeln ab Oktober

Ab 1. Oktober 2026 gilt eine Novelle der Elektroaltgeräteverordnung. Geschäfte mit mindestens 25 Quadratmetern Verkaufsfläche müssen dann kleine Elektrogeräte mit Batterien zurücknehmen. Das betrifft Geräte unter 25 Zentimetern, etwa E-Zigaretten. Kundinnen und Kunden müssen dafür kein neues Gerät kaufen.

Einweg-E-Zigaretten, auch „Vapes“ genannt, enthalten Akkus und gehören deshalb nicht in den Restmüll. Sie sind eine der Hauptursachen für Brände in der Abfallwirtschaft. Ende 2026 tritt ein bereits beschlossenes Verbot von Einweg-E-Zigaretten in Kraft.

Für 2027 ist ein österreichisches Batteriebegleitgesetz geplant. Es soll die neue EU-Batterienverordnung umsetzen. Für die Bürgerinnen und Bürger bleibt die Rückgabe im Handel und bei den Sammelstellen kostenlos.

Aktionswoche gegen Batteriebrände

Laut Untersuchungen der Montanuniversität Leoben landen jedes Jahr hochgerechnet rund 17 Millionen Lithium-Batterien im Restmüll. Das sind viermal so viele wie vor zehn Jahren. 

„Was im einzelnen Fall wie ein kleiner Fehlwurf wirkt, kann in der Summe zu einem erheblichen Sicherheitsrisiko werden“, sagt Christian Macho, Präsident der ARGE Österreichischer Abfallwirtschaftsverbände und Bürgermeister der Marktgemeinde Kottingbrunn. Beschädigte Lithium-Batterien lösen Brände in Sammelfahrzeugen sowie in Sortier- und Behandlungsanlagen aus. Sie gefährden damit auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der kommunalen Abfallwirtschaft.

Von 12. bis 17. Oktober 2026 findet deshalb erstmals eine österreichweite „Aktionswoche gegen Batteriebrände“ statt. Gemeinden und Städte informieren dabei direkt vor Ort. Geplant sind Umweltberatung, Informationsangebote und ein Gewinnspiel.

Kampagne läuft drei Jahre

Seit dem Frühjahr 2026 läuft die Informationskampagne „Her mit Leer II“. Sie ist auf drei Jahre angelegt, das Budget wurde verdoppelt. Im ersten Halbjahr erzielte die Kampagne über Radio und Spotify mehr als 48 Millionen Bruttokontakte, im Fernsehen über 16,8 Millionen. Dazu kommen Plakate und digitale Werbung. Laut EAK wurden alle Ziele für das erste Halbjahr erreicht.

Forderungen an die EU und den Online-Handel

Die EAK fordert eine Änderung der EU-Berechnung bei Batterien. Die EU geht pauschal von einer Lebensdauer von drei Jahren aus. Moderne Lithium-Akkus halten aber oft bis zu zehn Jahre. Der Berechnungszeitraum soll daher angepasst werden. 2025 lag die Sammelquote bei Gerätealtbatterien bei 50,7 Prozent. Die EU schreibt 45 Prozent vor.

Bianca Dvorak, seit Juni 2026 Vorsitzende des EAK-Aufsichtsrats, kritisiert ausländische Online-Marktplätze. Diese würden sich nicht an den Kosten der heimischen Sammel- und Entsorgungssysteme beteiligen. Das benachteilige den heimischen Handel.

Appell an die Bevölkerung

Sektionschef Christian Holzer vom Bundesministerium verweist auf das dichte Sammelnetz. Durch die Zusammenarbeit von Gemeinden, Abfallwirtschaftsverbänden und Handel gibt es rund 2.000 kommunale und mehrere tausend gewerbliche Rückgabestellen.

Die EAK ruft die Bevölkerung auf, Elektroaltgeräte und Altbatterien nicht in den Restmüll oder Sperrmüll zu werfen. Sie enthalten wertvolle Rohstoffe. Falsch entsorgte Lithium-Akkus können schwere Brände auslösen. Alte Batterien, Akkus und Elektrogeräte können kostenlos bei rund 50.000 „Her mit Leer“-Sammelboxen oder in den rund 2.000 kommunalen Altstoffsammelzentren abgegeben werden. „Jeder vermiedene Fehlwurf hilft, Brände in der Abfallwirtschaft zu verhindern“, sagt Christian Macho.

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