Grablicht mit LED-Lampe
LED-Grablichter enthalten Batterien oder Akkus, die entsorgt werden müssen.
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Allerheiligen und Allerseelen als Aufgaben für Gemeinden

Blumen auf den Gräbern, brennende Kerzen und gemeinsame Friedhofsgänge prägen den Novemberbeginn in vielen österreichischen Gemeinden. Allerheiligen und Allerseelen gehören eng zusammen, haben aber unterschiedliche Bedeutungen. Für Friedhofsverwaltungen bringen die Tage auch zusätzliche Arbeit, besonders bei der Abfallentsorgung.

Am 1. November feiert die katholische Kirche Allerheiligen. Das Fest gilt allen Heiligen, auch jenen, die nie offiziell heiliggesprochen wurden. Im Mittelpunkt stehen Menschen, die nach katholischem Glauben bereits in der Gemeinschaft mit Gott leben.

Allerseelen am 2. November ist dagegen dem Gedenken an die verstorbenen Gläubigen gewidmet. Gebete und Gottesdienste bringen die Verbundenheit mit den Toten und die christliche Hoffnung auf Auferstehung zum Ausdruck. Die Tradition des Gedenktages geht auf Abt Odilo von Cluny zurück. Er führte ihn im Jahr 998 für die ihm unterstellten Klöster ein. Von dort verbreitete sich der Brauch.

Obwohl Allerseelen der eigentliche Tag des Totengedenkens ist, finden gemeinsame Friedhofsgänge und Gräbersegnungen vielerorts bereits am Nachmittag des Allerheiligentages statt. 

In Österreich ist Allerheiligen ein gesetzlicher Feiertag. Im Jahr 2026 fällt er auf einen Sonntag. Allerseelen am darauffolgenden Montag ist kein gesetzlicher Feiertag, an den Schulen ist jedoch unterrichtsfrei.

Mehr Abfall auf den Friedhöfen

Die Wochen vor und nach Allerheiligen bringen für Friedhofsverwaltungen besonders viel Arbeit. Viele Angehörige pflegen die Gräber, pflanzen neu und machen sie winterfest. Dabei fallen verwelkte Blumen, Erde, Pflanzentöpfe und alter Grabschmuck an. Nach den Gedenktagen kommen abgebrannte Grablichter und weitere Gestecke hinzu.

Wie groß die Mengen sein können, zeigt das Beispiel Wien. Nach 2023 veröffentlichten Angaben wurden von den damals 46 Friedhöfen der Friedhöfe Wien mit mehr als 550.000 betreuten Gräbern jährlich über 8.000 Tonnen Friedhofsabfälle abtransportiert. Allein 2022 entfielen 424 Tonnen auf Grablichter. Für einen ruhigen Monat wie August wurden rund 20 Tonnen Grablichtmüll genannt, für die Zeit vor und nach Allerheiligen rund 70 Tonnen.

Draht und Kunststoff stören die Kompostierung

Ein Problem ist die Vermischung unterschiedlicher Materialien. Kränze und Gestecke enthalten neben pflanzlichen Bestandteilen oft Draht, Schleifen, Steckschwämme oder Kunststoffteile. Diese Stoffe verrotten nicht und müssen vor der Kompostierung entfernt werden. Auch Wachs- und Kerzenreste gehören nicht in den Biomüll.

Wie wichtig die richtige Trennung ist, zeigt das Beispiel Hochburg in Oberösterreich. Die Friedhofsverwaltung ersucht darum, Drähte und andere nicht kompostierbare Bestandteile aus Kränzen und Gestecken zu entfernen, bevor die pflanzlichen Reste im Biomüll landen. Für leere herkömmliche Grablichter und Kerzen stehen eigene Mülltonnen bereit. Auch eine Entsorgung im Altstoffsammelzentrum ist möglich. Zugleich weist die Verwaltung auf ein weiteres Problem hin: In den Sammelbehältern landen auch Hausmüll und Grünschnitt, die nicht vom Friedhof stammen.

LED-Grablichter gehören zum Elektroschrott

Für elektrische Grablichter gelten andere Entsorgungsregeln als für herkömmliche Grabkerzen. Sie enthalten elektronische Bauteile sowie Batterien oder Akkus. Ausgediente LED-Grablichter gehören deshalb zur Elektroaltgerätesammlung. Sie dürfen weder in den Restmüll noch in Sammelbehälter für gewöhnliche Grabkerzen geworfen werden.

Einfach entnehmbare Batterien werden getrennt über die Batteriesammlung abgegeben. Sind Batterien oder Akkus fest eingebaut, wird die gesamte Leuchte bei einer Sammelstelle für Elektroaltgeräte abgegeben. Das gilt auch für solarbetriebene Grablichter.

Besondere Risiken bestehen bei Geräten mit Lithiumbatterien oder Lithium-Akkus. Werden diese im Abfall beschädigt, können sie Brände in Müllfahrzeugen oder Abfallanlagen auslösen. Nicht jedes LED-Grablicht enthält allerdings eine Lithiumbatterie. Die getrennte Sammlung ist unabhängig vom Batterietyp notwendig und ermöglicht es, wertvolle Rohstoffe zurückzugewinnen. Klare Hinweise an den Sammelstellen können helfen, elektrische Grablichter von herkömmlichen Kerzenabfällen zu trennen.

Weniger Abfall durch dauerhafte Bepflanzung

Abfall lässt sich bereits bei der Grabgestaltung vermeiden. Mehrjährige Pflanzen müssen seltener ersetzt werden als eine saisonal wechselnde Bepflanzung. Wiederverwendbare Pflanzgefäße und nachfüllbare Grablaternen können die Menge weggeworfener Behälter verringern. Bei Gestecken erleichtern natürliche, gut voneinander trennbare Materialien die spätere Entsorgung.

Eine dauerhafte Bepflanzung mit Stauden und kleinen Gehölzen schafft zudem Lebensräume für Tiere. Heimische, nektarreiche Pflanzen bieten Insekten Nahrung. Alte Bäume und Hecken auf dem Friedhof ergänzen diese Strukturen.

Wie sich die Artenvielfalt auf Friedhöfen erhalten lässt, untersucht das Projekt „Biodiversität am Friedhof“ an der BOKU University. Gemeinsam mit Gemeinden, Friedhofsbetreibern und Naturschutzorganisationen werden Konzepte für eine umweltgerechte Pflege entwickelt. Dabei sollen Friedhöfe ihre Funktion als Orte der Erinnerung und Erholung behalten.

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