Einweg-Getränkeverpackungen werden am liebsten im Supermarkt zurückgegeben.
© Martin Steiger
Mehr als acht von zehn Pfandgebinden finden den Weg zurück
Mit 1. Jänner 2025 startete mit der Einführung des Einwegpfands eines der größten Kreislaufwirtschaftsprojekte Österreichs. Positive Bilanz nach einem Jahr: Mit einer Sammelquote von 81,5 Prozent wurden die Vorgaben dank der aktiven Teilnahme der Konsumenten erfolgreich erreicht. Flasche zu Flasche bzw. Dose zu Dose ist somit Realität. Nächstes Ziel: 90 Prozent bis 2027.
Die Zielvorgaben der österreichischen Pfandverordnung sind klar definiert: eine Sammelquote von 80 Prozent im ersten Jahr, die bis 2027 auf 90 Prozent gesteigert werden soll.
Die Bilanz nach dem ersten Jahr fällt positiv aus: Mit einer Sammelquote von 81,5 Prozent wurden die Vorgaben erfolgreich erfüllt. Das nächste Ziel: Die Sammelquote bis 2027 auf 90 Prozent zu steigern und diese Vorgabe bereits zwei Jahre früher als von der EU gefordert zu erfüllen.
81,5 Prozent Sammelquote im ersten Jahr des Einweg-Pfandsystems
Das Jahr 2025 war noch von einer Übergangsphase geprägt: Bis Ende März konnten Getränkeverpackungen ohne österreichisches Pfandlogo produziert werden. Bereits zuvor abgefüllte Produkte ohne Pfandkennzeichnung durften darüber hinaus noch bis zum Jahresende 2025 in den Verkauf gebracht werden.
Insgesamt wurden 2025 rund zwei Milliarden Pfandflaschen und -dosen in Verkehr gesetzt. Davon wurden 1,4 Milliarden Einwegpfand-Gebinde bis 31. Dezember 2025 erfolgreich retourniert und in den Kreislauf zurückgeführt. Unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Gewichte der leeren Pfandgebinde und der Verweildauer – zwischen Erstinverkehrsetzung und Rückgabe vergehen im Durchschnitt 51 Tage – wurde somit eine Sammelquote von 81,5 Prozent erreicht. Damit ist die Zielvorgabe für 2025 erfolgreich erfüllt.
„Dank der unglaublichen Akzeptanz und Annahme durch die österreichische Bevölkerung wurden 2025 rund 1,4 Milliarden Flaschen und Dosen über das Einweg-Pfandsystem zurückgegeben – das bedeutet mehr als acht von zehn Pfandgebinden finden den Weg zurück in den Kreislauf“, erklärt Monika Fiala, Geschäftsführerin von Recycling Pfand Österreich.
Bevölkerung steht hinter Pfandsystem
Eine aktuelle repräsentative Umfrage im Auftrag von Recycling Pfand Österreich zeigt, dass das Einweg-Pfandsystem funktioniert: Rund drei Viertel der Konsumentinnen und Konsumenten befürworten das System und 85 Prozent fühlen sich gut informiert.
Neun von zehn Bürgerinnen und Bürgern wissen, dass pfandpflichtige Einwegverpackungen am österreichischen Pfandsymbol zu erkennen sind. Für knapp 75 Prozent der Befragten ist eine saubere Umwelt der wichtigste Vorteil des Einweg-Pfandsystems, dicht gefolgt von Kreislaufwirtschaft und der Tatsache, dass aus den alten Getränkeverpackungen wieder neue werden.
Beliebteste Rückgabemöglichkeit: Automat im Supermarkt
Dank des flächendeckenden Pfandsystems mit rund 16.300 Rückgabestellen wird den Konsumentinnen und Konsumenten eine einfache und bequeme Rückgabe ermöglicht.
Österreich zählt mit einer der höchsten Supermarktdichten in Europa auch zu den Ländern mit der größten Dichte an Rückgabeautomaten.
Den Konsument:innen stehen mehr als 6.400 Automaten zur Verfügung, die eine schnelle und unkomplizierte Rückgabe ermöglichen. Das zeigt Wirkung: 98 Prozent der Einweg-Getränkeverpackungen werden über Automaten im Handel zurückgegeben. Nur zwei Prozent der Rückgabe erfolgt über manuelle Rücknahmestellen wie zum Beispiel Bäckereien oder Kantinen. Pro Rückgabe bei einem Rückgabeautomaten im Supermarkt werden im Schnitt 13 Gebinde retourniert.
Der Materialkreislauf ist geschlossen
Das Einwegpfand war eine notwendige Weiterentwicklung der bisherigen Sammelpraxis: Österreich hat gemäß der EU-Einwegkunststoffrichtlinie eine Sammelquote von 90 Prozent bis 2029 zu erreichen. Eine derart hohe Sammelquote wird nur in Ländern mit Pfandsystemen erreicht.
Das Einweg-Pfandsystem führt zudem auch zu besserem Recycling. Bisher fand nur etwa jede zweite Flasche tatsächlich den Weg zurück in den Kreislauf. Mit dem Einwegpfand ändert sich das grundlegend. „Getränkeflaschen und -dosen werden nun separat gesammelt, sortenrein erfasst und in einem eigenen, geschlossenen Materialkreislauf geführt. Dadurch bleibt das Material rein und kann nahezu vollständig recycelt werden“, erklärt Fiala. Damit sinkt der Bedarf an neuen Rohstoffen erheblich und ein wesentlicher Beitrag zur Ressourcenschonung wird geleistet.
Zusätzlich haben Getränkeproduzenten erstmalig durch das Pfandsystem ein Vorkaufsrecht auf die zurückgegebenen Materialien und können diese in sortenreiner Form nach Farbe und Material zurückkaufen.
Das hat besonders im Hinblick auf die EU-Vorgabe positive Auswirkungen. Denn diese besagt, dass seit 2025 alle Produzenten innerhalb der EU 25 Prozent recycelten Kunststoff in den Kunststoffflaschen für Getränke verarbeiten müssen. Die Rohstoffe werden im Kreislauf geführt, müssen nicht von internationalen Märkten zugekauft werden und schonen somit die Ressourcen. Das neue Einweg-Pfandsystem ermöglicht jedem Akteur am Getränkemarkt Zugang zu hochwertigem, recyceltem Material. So entstehen aus alten Flaschen und Dosen wieder neue Getränkeverpackungen.
Lenkungswirkung für nachhaltige Verpackungen
Ein besonderes Merkmal des österreichischen Pfandsystems ist seine ökologische Lenkungswirkung. Zum ersten Mal werden die Verpackungen nach Recyclingfähigkeit bewertet. Materialien, die das Recycling erschweren oder verhindern sind künftig mit höheren Gebühren belegt. Dieses Prinzip schafft Anreize, nachhaltige und recyclingfähige Verpackungen zu entwickeln. Bereits im ersten Jahr wurden Verpackungsoptimierungen wie besser ablösbare Etiketten beobachtet. Somit ist der Großteil der Einweg-Pfandgebinde recyclingfähig und kann im Kreislauf geführt werden.
Rückgabezahlen nach Bundesländern
Im Gesamtjahr 2025 wurden 1,4 Milliarden Pfandgebinde (51 Prozent Kunststoffflaschen, 49 Prozent Metalldosen) im Einweg-Pfandsystem zurückgegeben. Die Rückgabezahlen verteilen sich auf die einzelnen Bundesländer wie folgt:
- Vorarlberg: 54 Millionen
- Tirol: 98 Millionen
- Salzburg: 90 Millionen
- Kärnten: 83 Millionen
- Steiermark: 180 Millionen
- Oberösterreich: 197 Millionen
- Niederösterreich: 291 Millionen
- Wien: 315 Millionen
- Burgenland: 53 Millionen