Für die Asylwerber wurde ein gemeinsamer Wandertag organisiert.

„Nicht Ängste schüren, sondern Lösungen anbieten“

Im oberösterreichischen Gutau verwaltet die Gemeinde das Spendenkonto für die Flüchtlingshilfe. Für die ehrenamtlichen Helfer ist das eine Entlastung.


Unterbringung im Ortszentrum



Während in anderen Dörfern und Städten oft aufgelassene Pensionen außerhalb des Ortes zur Unterbringung von Asylbewerbern zur Verfügung gestellt werden, leben sie in Gutau im „ersten Haus am Platz.“ Als der Gemeinde 40 Flüchtlinge zugeteilt wurden, wurde ein ehemaliger Gasthof am zentralen Marktplatz zum Flüchtlingsquartier.



Mittlerweile haben einige der Flüchtlinge einen positiven Asylbescheid erhalten und man steht vor der Aufgabe, die Leute in fixen Quartieren unterzubringen. Bürgermeister Lindner freut sich, dass es gelungen ist, für drei Familien Wohnungen im Ort und teilweise auch schon Arbeitsplätze zu finden.



„Bevor die Leute eingezogen sind, haben wir mit den Bewohnern dieser Häuser gesprochen, denn wenn man miteinander redet, lösen sich viele Probleme ganz von selbst.“ So waren beispielsweise in einem Haus die Bewohner sehr skeptisch. „Zwei Tage später waren deren Kinder bereits bei den Neuankömmlingen in der Wohnung und haben mit deren Kindern gespielt“, berichtet Lindner.

Offene Kommunikation



Das Miteinander-Reden ist für den Bürgermeister ohnehin das Um und Auf. Denn natürlich gibt es auch immer wieder einmal Probleme, etwa am Spielplatz oder am Sportplatz. „Da muss man offen kommunizieren und darf sich nicht vor der Verantwortung drücken.“



Um die Einheimischen auf dem Laufenden zu halten, gibt es im Amtsblatt immer einen Beitrag über den Stand der Dinge im Integrationsbereich.

„Nicht mit Problemen beschäftigen, sondern mit Lösungen“



Warum er sich als Bürgermeister in der Flüchtlingsfrage so engagiert, erklärt Josef Lindner wie folgt: „Es ist wichtig, dass die öffentliche Hand nicht Ängste schürt, sondern Lösungen bietet.“ Dazu müsse man sich aber bewusst entschließen. „Wenn man das nicht tut, beschäftigt man sich mehr mit den Problemen als mit den Lösungen.“ Wichtig ist ihm aber auch klarzustellen, dass die Anzahl der in einer Gemeinde untergebrachten Asylwerber zu deren Größe passt. Gutau hat bei 2.700 Einwohnern 40 Flüchtlinge. „Wären es doppelt so viele, gäbe es wahrscheinlich Probleme“, mein Lindner. „Ich halte den Richtwert von 1,5 Prozent für äußerst gescheit.“