RURASMUS-Studentin Charlotte vom Kolke studiert Raumplanung an der TU Dortmund.
© RURASMUS
Aufs-Land-Semester für Studierende
Gekommen, um zu bleiben
Als Charlotte vom Kolke ihr RURASMUS-Semester in Michaelnbach beginnt, kommt sie direkt aus Marseille – vom Hörsaal in der Großstadt in eine Gemeinde am Land. Dort beschäftigt sie sich mit Beteiligung und mit Zukunftsbildern für den ländlichen Raum. Aus einem Semester wurde schließlich mehr: Charlotte blieb – und wurde selbst Teil der Gemeinde.
Wie können Bürgerinnen und Bürger aktiv in die Planung ihres Dorfes eingebunden werden, und wie kann Ortsentwicklung langfristig wirksam bleiben? Mit diesen Fragen beschäftigt sich die oberösterreichische Gemeinde Michaelnbach seit fast zwei Jahrzehnten. Bürgerinnenbeteiligung und der strategische Umgang mit Boden, Bestand und Leerstand sind Teil der kommunalen Entwicklungsstrategie.
Im Rahmen eines RURASMUS-Semesters bot sich die Möglichkeit, diese Prozesse wissenschaftlich vor Ort zu begleiten. Für diese Aufgabenstellung bewarb sich Charlotte vom Kolke – und wurde ausgewählt. Die Raumplanungsstudentin der TU Dortmund kam direkt vom Auslandssemester in Marseille und startete in Michaelnbach in ein ungewöhnlich intensives Semester, fachlich wie persönlich.
Das Projekt: Dorf(+)räume
Michaelnbach überarbeitet aktuell den Flächenwidmungsplan. Unter dem Titel „Dorf(+)räume“ leistete Charlotte einen Beitrag zum partizipativen Prozess, der mit dieser Überarbeitung einhergeht.
Herzstück war ein Ausstellungs- und Beteiligungswochenende im Ortskern, für das sie die Ausstellung „Wie Wohnen“ der LEADER-Region Mostlandl-Hausruck nach Michaelnbach holte und um einen eigenen Ausstellungsteil erweiterte. Ein Impulsvortrag und Führungen machten sichtbar, wie konsequent die Gemeinde seit 2007 auf Innenentwicklung, strategisches Flächenmanagement und Leerstandsaktivierung setzt. Zudem bereitete Charlotte eine Online-Umfrage für die Bevölkerung auf. Die gewonnenen Erkenntnisse werden in die Beteiligungsarbeit zur Flächenwidmungsplan-Überarbeitung eingebracht.
Planung zum Anfassen
Durch die enge Einbindung in die Gemeindeverwaltung, ins Vereinsleben und den Alltag vor Ort erhielt Charlotte Einblicke, die weit über klassische Forschung hinausgehen. Ihre Erfahrungen mit der lokalen Planungs- und Beteiligungskultur fließen in ihre Masterarbeit ein, in der sie die „weichen“, planungskulturellen Erfolgsfaktoren der Dorfinnenentwicklung untersucht. So werden die in Michaelnbach gewonnenen Erkenntnisse auch für andere Gemeinden nutzbar.
Mehr als ein Uni-Semester
Mindestens genauso bemerkenswert ist die persönliche Wirkung des RURASMUS-Semesters: Charlotte wurde herzlich in die Dorfgemeinschaft aufgenommen und engagierte sich schnell auch in regionalen Vereinen, sodass sie sich entschied, dauerhaft in der Region zu bleiben und nicht wie ursprünglich geplant nach Dortmund zurückzukehren.
„RURASMUS zeigt exemplarisch, was möglich wird, wenn junge Menschen nicht nur über den ländlichen Raum nachdenken, sondern im ländlichen Raum leben, arbeiten und mitgestalten“, so Roland Gruber, Vorsitzender des RURASMUS-Forschungsinstituts.
Was ist das Aufs-Land-Semester von RURASMUS?
Das RURASMUS-Programm, dessen Name sich aus den Begriffen „rural“ und „Erasmus“ zusammensetzt, verbindet den ländlichen Raum mit dem etablierten Erasmus-Studierendenaustauschprogramm. Studierende verbringen ein Semester in einer ländlichen Gemeinde. Sie beschäftigen mit konkreten lokalen Zukunftsfragen – gemeinsam mit Politik, Verwaltung und engagierten Menschen vor Ort.
Was haben Gemeinden und Regionen davon?
Studierende kommen nicht als „Besserwisser“, sondern als Forschende in die Gemeinde. Sie bringen Methoden und Know-how mit. Ihr Beitrag soll die Gemeinden unterstützen.
In kleinen Verwaltungen sind viele Strukturen historisch gewachsen. Der Blick von außen hilft, frischen Wind in bekannte und festgefahrene Herausforderungen zu bringen.
Gleichzeitig lernen junge Menschen den ländlichen Raum als Gestaltungs- und Arbeitsort kennen.
Wer kann mitmachen?
Gemeinden und Regionen, die an einem RURASMUS-Semester interessiert sind, finden Informationen auf der Website oder können direkt Kontakt aufnehmen. Es werden laufend neue Partner aufgenommen.
www.rurasmus.eu
office@rurasmus.eu
Das RURASMUS-Programm, dessen Name sich aus den Begriffen „rural“ und „Erasmus“ zusammensetzt, verbindet den ländlichen Raum mit dem etablierten Erasmus-Studierendenaustauschprogramm. Studierende verbringen ein Semester in einer ländlichen Gemeinde. Sie beschäftigen mit konkreten lokalen Zukunftsfragen – gemeinsam mit Politik, Verwaltung und engagierten Menschen vor Ort.
Was haben Gemeinden und Regionen davon?
Studierende kommen nicht als „Besserwisser“, sondern als Forschende in die Gemeinde. Sie bringen Methoden und Know-how mit. Ihr Beitrag soll die Gemeinden unterstützen.
In kleinen Verwaltungen sind viele Strukturen historisch gewachsen. Der Blick von außen hilft, frischen Wind in bekannte und festgefahrene Herausforderungen zu bringen.
Gleichzeitig lernen junge Menschen den ländlichen Raum als Gestaltungs- und Arbeitsort kennen.
Wer kann mitmachen?
Gemeinden und Regionen, die an einem RURASMUS-Semester interessiert sind, finden Informationen auf der Website oder können direkt Kontakt aufnehmen. Es werden laufend neue Partner aufgenommen.
www.rurasmus.eu
office@rurasmus.eu