Chantal Zankow
„Ich wollte schon lange in den ländlichen Raum, am liebsten in die Berge“, sagt Chantal Zankow. Seit ihrem RURASMUS-Semester kann sie sich ein Leben in der Großstadt nicht mehr vorstellen.
© Topaz Gigapixel

Aufs-Land-Semester für Studierende

Freiräume als Schlüssel für Lebensqualität und Tourismus

11. Mai 2026
In der Kärntner Stadtgemeinde Althofen hinterlässt ein RURASMUS-Semester Spuren: Vier Monate lang analysierte die Raumplanungsstudentin Chantal Zankow von der TU Dortmund die Grün- und Freiräume vor Ort – und zeigt, wie sich diese besser vernetzen, sichtbar machen und langfristig für Bevölkerung und Gäste nutzen lassen.
Schwerpunkte des Grünraumkonzepts,
Die Collage zeigt Tourismus als einen der drei thematischen Schwerpunkte des Grünraumkonzepts, das Raumplanungsstudentin Chantal Zankow im „Aufs-Land- Semester“ in Althofen entwickelte.

Althofen ist mehr als ein starker Wirtschaftsstandort. Im Gemeindegebiet befinden sich vielfältige Naturräume: das Althofener Niedermoor, der Ledererbach, die Gurk-Au, das Kurgebiet sowie Grüninseln inmitten der Stadt. Ergänzt werden sie durch architektonische Schönheiten wie die historische Altstadt und das nahe gelegene Schloss Töscheldorf. 

„Ich sehe in Althofen viel Potenzial – sowohl in den Naturräumen als auch in den historisch bedeutenden Orten. Ziel meiner Arbeit ist es, diese Qualitäten sichtbar zu machen und sie zu verbinden“, erklärt Chantal Zankow, die ein Semester lang in Althofen lebte und forschte.

Erkunden, befragen, verstehen

KEM-Manager Markus Löcker und Stadtrat Wolfgang Leitner waren die RURASMUS-Buddys von Chantal Zankow. Mit dem Programm holten sie bewusst junge Menschen und neue Perspektiven nach Althofen. Foto: Gruber

Bei genauerer Betrachtung zeigte sich für Chantal Zankow, ein großes schlummerndes Potential. Um zu verstehen, wie sich die Freiräume für Gesundheit, Freizeit und Tourismus besser nutzen lassen, kombinierte Zankow verschiedene Methoden: Ortsbegehungen, GIS-gestützte Kartierungen und einen systematischen Bewertungskatalog. 

So entstand ein differenziertes Bild, das 19 zentrale Grün- und Freiräume – bewertet nach Aufenthaltsqualität, Ausstattung, Pflegezustand und digitaler Sichtbarkeit. Online-Umfragen mit Schüler:innen und der Bevölkerung ergänzten die Analyse um die Bedürfnisse unterschiedlicher Nutzer:innengruppen. Unterstützt wurde sie bei ihrer Arbeit von Stadtrat Wolfgang Leitner und KEM-Manager Markus Löcker.

Vom Moor bis zur Altstadt

Das Ergebnis ist ein Maßnahmenkonzept für die gesamte Stadtgemeinde Althofen mit den drei thematischen Schwerpunkten Lebensqualität, Tourismus sowie Natur und Biodiversität. Vier Themenwege verknüpfen die bestehenden Grünräume miteinander und machen sie für verschiedene Nutzer:innengruppen erlebbar – von Familien und Jugendlichen bis hin zu den Kurgästen. Grünbausteine, die vom Wegweiser über den Bücherkasten bis hin zum Skateplatz reichen, zeigen, wie konkrete Eingriffe vor Ort aussehen können.

Pläne, die bleiben

Das erarbeitete Konzept bildet eine konkrete Planungsgrundlage für Althofen. Es zeigt, wie die vorhandenen naturräumlichen und kulturellen Potenziale durch bessere Vernetzung, gezielte Öffentlichkeitsarbeit und klare thematische Orientierung sichtbar gemacht und langfristig gesichert werden können. 

„Mein RURASMUS-Semester hat mir gezeigt, wie Grünräume das Leben in einer Gemeinde prägen. Die Arbeit vor Ort hat mir neue fachliche Perspektiven eröffnet und gezeigt, wie bereichernd es ist, Natur, Freizeit und Gemeinschaft zu verbinden“, resümiert Chantal Zankow. „Das RURASMUS-Semester hat mir auch persönlich unglaublich viel gegeben. Für die Zeit in Althofen bin ich sehr dankbar.“

Was ist das Aufs-Land-Semester von RURASMUS? 

Das RURASMUS-Programm, dessen Name sich aus den Begriffen „rural“ und „Erasmus“ zusammensetzt, verbindet den ländlichen Raum mit dem etablierten Erasmus-Studierendenaustauschprogramm. Studierende verbringen ein Semester in einer ländlichen Gemeinde. Sie beschäftigen mit konkreten lokalen Zukunftsfragen – gemeinsam mit Politik, Verwaltung und engagierten Menschen vor Ort.

Was haben Gemeinden und Regionen davon?
Studierende kommen nicht als „Besserwisser“, sondern als Forschende in die Gemeinde. Sie bringen Methoden und Know-how mit. Ihr Beitrag soll die Gemeinden unterstützen.  
In kleinen Verwaltungen sind viele Strukturen historisch gewachsen. Der Blick von außen hilft, frischen Wind in bekannte und festgefahrene Herausforderungen zu bringen. 
Gleichzeitig lernen junge Menschen den ländlichen Raum als Gestaltungs- und Arbeitsort kennen.

Wer kann mitmachen?
Gemeinden und Regionen, die an einem RURASMUS-Semester interessiert sind, finden Informationen auf der Website oder können direkt Kontakt aufnehmen. Es werden laufend neue Partner aufgenommen.

www.rurasmus.eu
office@rurasmus.eu
 


 

Schlagwörter