Während der Hitzewelle Ende Juni hatte es in Feldkirch knapp 37 Grad.
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Neue Temperaturrekorde

Auch der Westen Österreichs leidet zunehmend unter Hitze

13. August 2026
Der Sommer 2026 bringt in Österreich neue Hitzerekorde. Am 4. und 5. August wurde der bisherige Allzeitrekord zweimal hintereinander gebrochen. In Bad Deutsch-Altenburg stieg das Thermometer auf 41,2 Grad. Damit wurde die 40-Grad-Marke heuer in allen drei Sommermonaten erreicht: im Juni, im Juli und im August. Das zeigt die aktualisierte Hitzekarte des Complexity Science Hub (CSH). Sie enthält Daten bis zum 1. August 2026 und zeigt, dass extreme Hitze zunehmend auch im Westen Österreichs auftritt. 22 österreichische Bezirke weisen einen sehr hohen Hitzebelastungsindex auf.

Bei den reinen Hitzetagen, also Tagen über 30 Grad, liegt Kärnten vorn. In Ebenthal, Feistritz, Ferlach und sieben weiteren Kärntner Gemeinden gab es bereits 39 Hitzetage. Das sind die höchsten Werte in ganz Österreich.

Österreichkarte mit Hitzetagen in Gemeinden
Die Karte zeigt die Hitzebelastung in Gemeinden. Im Detail  hier.

Wien mit den meisten Tropennächten

Bei den Tropennächten, also Nächten, in denen die Temperatur nicht unter 20 Grad fällt, liegt Wien vorn. Acht Wiener Bezirke verzeichnen je 30 Tropennächte. Österreichweit blieben heuer nur 548 Gemeinden ganz ohne Tropennächte. Das ist ein Rekordtief. Im Jahr 2025 waren es noch 1.207 Gemeinden, im Jahr 2020 sogar 1.890. Auch die gemessenen Temperaturen an Hitzetagen und während Tropennächten liegen heuer über den bisherigen Rekorden, etwa jenen aus den Jahren 2024 und 2003.

Der Westen holt auf

Bisher galt Hitze in Österreich vor allem als Thema für den Osten und Süden des Landes. Die aktuellen Zahlen zeigen jedoch, dass auch der Westen zunehmend betroffen ist. In Dornbirn und Feldkirch gab es im Schnitt 34 Hitzetage, in Innsbruck und Bludenz waren es 30. Zum Vergleich: In Wien wurden im Schnitt 32 Hitzetage gezählt. Das Gefälle zwischen Ost und West bleibt zwar bestehen, es wird aber kleiner.

Kärnten, Burgenland und Niederösterreich mit hoher Hitzebelastung

Neben dem reinen Hitzeindex berechnet das CSH auch einen Hitzebelastungsindex. Dieser verbindet die Anzahl der Hitzetage mit dem Anteil der Bevölkerung über 65 Jahren. 

Als sehr hoch gilt der Index, wenn mehr als 22,8 Prozent der Bevölkerung über 65 Jahre alt sind und es mindestens 28 Hitzetage gibt. Diese Schwelle erreichen 22 Bezirke und 373 Gemeinden, vor allem in Kärnten, im Burgenland und in Niederösterreich. In absoluten Zahlen leben in Wien die meisten Menschen über 65 Jahre. Nur der Bezirk Reutte weist einen niedrigen Index auf, mit 9,6 Hitzetagen und einem Anteil von 22,5 Prozent an über 65-Jährigen.

Sterblichkeit steigt mit der Hitze

Hannah Schuster forscht am Complexity Science Hub und an der Wirtschaftsuniversität Wien. Sie hat den Zusammenhang zwischen Hitze und Sterblichkeit untersucht. 

„Hitzewellen nehmen zu und stellen eine erhebliche Gesundheitsbelastung dar, insbesondere für ältere Menschen. Zwischen 2015 und 2022 hat jeder zusätzliche Hitzetag über 30 Grad die Sterblichkeit in österreichischen Bezirken um 2,4 Prozent pro 1.000 Einwohnerinnen und Einwohner erhöht. Ist jede vierte Einwohnerin oder jeder vierte Einwohner in einem Bezirk über 65 Jahre alt, verdoppelt sich dieser Effekt sogar“, erklärt Schuster.

Immer mehr Temperaturextreme

„Wir können immer mehr Extreme beobachten: Etwa stieg heuer an der Hälfte aller Hitzetage die Temperatur über 32 Grad“, sagt Schuster. „Auch die Anzahl und Intensität der Tropennächte steigt. Natürlich können wir auch hier immer wieder Jahre mit wenigen Tropennächten sehen, aber wenn wir den Zeitraum 2018 bis 2026 betrachten, gibt es nur zwei Jahre, wo dies der Fall war.“

Empfehlungen für Gemeinden

Aus den Daten leitet Schuster mehrere Empfehlungen für Städte und Gemeinden ab. Wichtig sei, Menschen in Gebieten mit vielen Hitzetagen eine Möglichkeit zur Abkühlung zu bieten. Leicht erreichbare, klimatisierte Räume könnten hier Abhilfe schaffen. Auch medizinische Einrichtungen wie Krankenhäuser oder Pflegeheime dürften nicht außer Acht gelassen werden, da sich dort besonders viele vulnerable Gruppen aufhalten. Schulen sollten ebenfalls in Hitzeschutzpläne einbezogen werden, weil die Hitze immer früher beginnt. „Dieses Jahr hatten wir bereits im Juni eine Hitzewelle“, betont Schuster.

Die Entwicklung in Österreich reiht sich in einen europaweiten Trend ein. Auch in Deutschland gab es bereits mehrere Hitzewellen. Das Robert-Koch-Institut schätzt, dass es dort bis Ende Juli rund 11.900 hitzebedingte Todesfälle gab.

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