Franz Lanschützer (Geschäftsführer des Salzburger Güterwegerhaltungsverbandes), Referatsleiterin Reija Falkensteiner, Landesrat Maximilian Aigner, Isabella Leitner und Karl Leitner (Obmann der Agrargemeinschaft Znotter-Ochsenalm)
Franz Lanschützer (Geschäftsführer des Salzburger Güterwegerhaltungsverbandes), Referatsleiterin Reija Falkensteiner, Landesrat Maximilian Aigner, Isabella Leitner und Karl Leitner (Obmann der Agrargemeinschaft Znotter-Ochsenalm)
© Land Salzburg/Neumayr

Fachleute diskutieren Zukunft der ländlichen Wege

19. Juni 2026
Rund 60 Fachleute aus Verwaltung, Wissenschaft und Praxis trafen einander in St. Michael im Lungau zur österreichischen Güterwegreferententagung. Vertreter aus fast allen Bundesländern sowie des Landwirtschaftsministeriums tauschten sich über die Verkehrsinfrastruktur im ländlichen Raum aus. Im Mittelpunkt stand das Salzburger Modell zur Verwaltung und Finanzierung ländlicher Wege.

Das Bundesland Salzburg unterhält ein Netz von mehr als 3.100 Kilometern ländlicher Wege. Vier Partner arbeiten dabei zusammen: das Referat Ländliche Verkehrsinfrastruktur im Amt der Landesregierung, der Fonds zur Erhaltung der ländlichen Straßeninfrastruktur (FELS), der Güterwegerhaltungsverband (GWEV) sowie die Wegerhalter. 

Landesrat Maximilian Aigner betonte, dass Planung, Bau und Finanzierung stets in der Hand des Landes bleiben. „Das Salzburger-Modell ist österreichweit einzigartig und hat sich in der Vergangenheit bestens bewährt", sagte Aigner. Er beobachte großes Interesse der anderen Bundesländer an diesem System.

Josef Grießner, Bürgermeister von Leogang und seit fünf Jahren Obmann des Güterwegerhaltungsverbandes, hob die Zusammenarbeit zwischen Verband und Land hervor. Ohne das Modell mit dem FELS wäre die Finanzierung der Verkehrsverbindungen für Gemeinden, Private und Genossenschaften nicht möglich, so Grießner. Besonders wichtig sei die Beratung für die vielen ehrenamtlichen Obleute.

Regelmäßige Wartung rechnet sich

Eine Studie, die das Land Salzburg 2024 in Auftrag gegeben hat, zeigt: Regelmäßige Erhaltungsmaßnahmen verlängern die Lebensdauer der Wege deutlich. Durchschnittlich 20 bis 30 Jahre beträgt die Lebensdauer von Verbindungen im ländlichen Wegenetz. 

Referatsleiterin Reija Falkensteiner präsentierte konkrete Zahlen: Würde man das Wartungsintervall von drei auf vier Jahre ausdehnen, entstünden im Zehn-Jahres-Vergleich zusätzliche Schäden von 18,5 Millionen Euro. Davon würden allein 7,1 Millionen Euro auf intensivere Sanierungsmaßnahmen entfallen. Zusätzlich würden 186 Straßenkilometer in einen schlechten Zustand abrutschen.

Besichtigung vor Ort

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer besichtigten in Zederhaus auf vier Kilometern Luftlinie und 1.000 Höhenmetern den Stufenbau der ländlichen Erschließung: von der Autobahn über Landes- und Gemeindestraße, Güterweg, Wirtschaftsweg, Forstweg und Almweg bis zum Viehtriebweg. Landwirt Karl Leitner, dessen Bergbauernhof auf 1.260 Metern liegt, schilderte die Bedeutung der Landesförderung aus eigener Erfahrung. Ohne die Finanzierung des Landes wäre die Führung des landwirtschaftlichen Betriebs nicht möglich, sagte er. Leitner ist auch Obmann der Agrargemeinschaft Znotter-Ochsenalm, in der zehn Bauern gemeinsam eine Alm bewirtschaften.

Die Güterwegetagung hat eine lange Tradition: Seit den späten 1950er-Jahren findet der fachliche Austausch in regelmäßigen Abständen statt. Nach 26 Jahren war Salzburg heuer wieder Gastgeber.

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