Mann mit VR-Brille
Virtuelle Realität ermöglicht es, geplante Strukturen in einer digitalen Umgebung zu visualisieren und zu begehen.
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Bürgerbeteiligung

Einsatz von Virtual Reality in der Ortsplanung

2. April 2025
In der Salzburger Gemeinde Kuchl wird derzeit ein neues Verfahren getestet, das virtuelle Realität in die Ortsplanung einbindet. Ziel ist es, geplante Bauprojekte in einer digitalen Umgebung darzustellen und dadurch die Beteiligung der Bevölkerung zu erleichtern. Bürgerinnen und Bürger können geplante Entwicklungen so vorab virtuell erleben und sich ein Bild von möglichen Veränderungen im Ortsbild machen.

Das System wird auf der sogenannten Bürgerauwiese erprobt. Dort ist kein reales Bauvorhaben geplant. Vielmehr dient die Fläche als digitales Versuchsfeld für verschiedene architektonische Konzepte. Besucherinnen und Besucher sollen dort verschiedene Bauweisen miteinander vergleichen können – ohne dass dafür ein realer Eingriff in die Landschaft notwendig ist. Der Leiter des Kuchler XR-Labs, Stadtforscher Tom Halwa, bezeichnet die Bürgerauwiese als eine Art „virtuellen Spielplatz für Architektur-interessierte Erwachsene“. Das Projekt ermögliche es, verschiedene Szenarien durchzuspielen und gemeinsam zu diskutieren, welche Ideen auf Zustimmung stoßen und welche eher abgelehnt werden.

Nach dem Rundgang durch den virtuellen Ortsteil können die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Entwürfe am Computer gemeinsam überarbeiten. Diese überarbeiteten Konzepte sollen im Herbst der Gemeindevertretung vorgestellt werden.

Finanziert wird das Projekt von der Gemeinde Kuchl gemeinsam mit dem Land Salzburg. Die Verantwortlichen erhoffen sich dadurch eine offenere Diskussion über Ortsentwicklung und mehr Transparenz im Planungsprozess. Langfristig könnte das Verfahren auch in anderen Gemeinden zum Einsatz kommen.