Neuer Speicher in Siegendorf
© Burgenland Energie

Erneuerbare Energie

Burgenland baut Stromspeicher-Netz aus

Die Speicher sollen die regionale Energieunabhängigkeit im Burgenland stärken.

Das Burgenland treibt seine Energiespeicherstrategie mit Nachdruck voran. In Oberpullendorf und Siegendorf hat Burgenland Energie zwei weitere Großspeicher auf Basis von Lithium-Ionen-Technologie in Betrieb genommen – dieselbe Technologie, die auch in E-Autos und privaten PV-Heimspeichern zum Einsatz kommt. Jeder der beiden Speicher fasst 5 Megawattstunden. Sie nehmen überschüssigen Strom aus Wind- und Photovoltaikanlagen auf und geben ihn dann ab, wenn er gebraucht wird – in der Region, für die Region.

Stephan Sharma, CEO der Burgenland Energie, betont den strategischen Anspruch dahinter: „Die letzten Jahre haben uns deutlich gezeigt, wie hart und gefährlich Abhängigkeit von Energieproduzenten aus dem Ausland ist. Mit jeder Kilowattstunde Energie, die wir hier im Burgenland halten, zeigen wir, dass es möglich ist, uns von Abhängigkeiten zu lösen."

Oberpullendorf: Biomasse-Standort wird zum Speicherknoten

In Oberpullendorf bleibt das bestehende Biomassekraftwerk in Betrieb – es liefert weiterhin nachhaltige Wärme für die Region. Neu hinzu kommt nun der Batteriespeicher, der am selben Standort errichtet wurde. Bürgermeister Johann Heisz sieht darin einen Meilenstein: „Speicher sind der große Game-Changer am Weg zur Energieunabhängigkeit. Ich freue mich, dass wir in Oberpullendorf bei den ersten Gemeinden dabei sind, die Energie aus dem Burgenland im Burgenland halten."

Landtagsabgeordneter Jürgen Karall hob bei der Inbetriebnahme auch die sicherheitspolitische Dimension hervor: Ein Blackout wie jener im Februar im Süd-Burgenland soll sich nicht wiederholen. Großspeicher können – ähnlich wie PV-Heimspeicher – auch ohne Strom aus dem öffentlichen Netz arbeiten und so im Ernstfall den Netzwiederaufbau in der jeweiligen Region unterstützen.

Siegendorf: Vom Kraftwerk zum Batterie-Container

In Siegendorf steht der Wandel besonders sinnbildlich für die Energiewende: Wo bis vor kurzem ein Biomasse-Kraft-Wärme-Werk Strom produzierte, speichert nun ein moderner Batteriecontainer Strom aus Wind und Sonne. Die alte Anlage wird derzeit abgebaut.

„Beeindruckend ist die Dimension", so Sharma. „Noch vor wenigen Wochen stand hier auf einer 25-mal so großen Fläche ein Kraftwerk. Heute erreichen wir dieselbe Stromspeicherleistung auf nur 4 Prozent der Fläche." Bürgermeisterin Rita Stenger betont: „Als Gemeinde investieren wir laufend in Photovoltaikanlagen. Mit dem Speicher bleibt die erzeugte Energie aus unserer Region auch in unserer Region."

Für Sharma ist Siegendorf die dritte Speicher-Station auf dem Weg zur burgenländischen Energieunabhängigkeit.

700 Megawattstunden bis Mitte 2027

Die beiden neuen Standorte sind Teil eines umfassenden Ausbauprogramms: Bis Mitte 2027 will Burgenland Energie Großspeicher mit einem Gesamtvolumen von rund 700 Megawattstunden errichten. Der Speicher in Siegendorf wird zudem in die „Energiegemeinschaft Fanclub Burgenland Energieunabhängig" – nach eigenen Angaben die größte Energiegemeinschaft Österreichs – eingebunden. Damit können Bürgerinnen und Bürger ohne eigene Investitionen von Wind-, Solar- und Speicherenergie profitieren.

Schlagwörter