Leo Radakovits

Ende einer Ära

Leo Radakovits - 23 Jahre für die Gemeinden

1. April 2026
23 Jahre lang stand Leo Radakovits an der Spitze des Burgenländischen Gemeindebundes. In dieser Zeit erlebte er wechselnde politische Mehrheiten, knappe Budgets und steigende Anforderungen – und vertrat die Interessen der Gemeinden durchgehend auf Landes- und Bundesebene.
2003 übernahm Leo Radakovits das Amt von Michael Racz und stand 23 Jahre lang an der Spitze des Burgenländischen Gemeindebundes.
2003 übernahm Leo Radakovits das Amt von Michael Racz und stand 23 Jahre lang an der Spitze des Burgenländischen Gemeindebundes. 

23 Jahre lang stand Leo Radakovits an der Spitze des Burgenländischen Gemeindebundes. In dieser Zeit erlebte er wechselnde politische Mehrheiten, knappe Budgets und steigende Anforderungen – und vertrat die Interessen der Gemeinden durchgehend auf Landes- und Bundesebene.

Radakovits prägte den Burgenländischen Gemeindebund über mehr als zwei Jahrzehnte hinweg. Nach seinem Einstieg als Bürgermeister Anfang der 1990er-Jahre führte ihn sein Weg über Funktionen im Bezirk und als Vizepräsident 2003 an die Spitze des Verbandes, wo er insgesamt fünfmal gewählt wurde.

Seine Amtszeit fiel in eine Phase politischer Veränderungen. Zeiten mit Regierungsbeteiligung ermöglichten direkte Mitgestaltung bei landesgesetzlichen Vorhaben. In anderen Phasen war stärkeres Netzwerken gefragt, um Informationen zu erhalten und kommunale Anliegen einzubringen. Der Gemeindebund blieb dabei durchgehend präsent und ansprechbar.

Die Schwerpunkte von Radakovits' Arbeit

Inhaltlich setzte Radakovits auf strukturelle Weiterentwicklung. Mit der Kommunalakademie Burgenland entstand eine Ausbildungsplattform für Gemeindebedienstete und Bürgermeister, die bis heute genutzt wird. Ergänzend dazu wirkte er an einem Kommentar zur burgenländischen Gemeindeordnung mit, der sich als Standardwerk etabliert hat.

Trotz struktureller Nachteile – insbesondere geringere Einnahmen im Vergleich zu anderen Bundesländern – konnten burgenländische Gemeinden in zentralen Bereichen wie der Kinderbetreuung hohe Standards erreichen. Die Umsetzung erfolgt oft unter großem persönlichem Einsatz vor Ort: „Wenn man wenig Einnahmen hat, kann man sich auch nicht viel Personal leisten. Das heißt, die Bürgermeister müssen viel mehr selbst anpacken.“

Eine wichtige Rolle spielte auch die Zusammenarbeit über Landesgrenzen hinweg. Der Austausch mit dem Österreichischen Gemeindebund sowie mit benachbarten Landesverbänden ermöglichte es, Ressourcen zu bündeln und gemeinsame Positionen zu entwickeln.

Ein wiederkehrendes Thema ist die finanzielle Grundlage der Gemeindearbeit. „Jede gesetzlich garantierte Autonomie ist nur so viel wert, wie sie mit finanziellen Mitteln hinterlegt ist.“ Und: „Die Autonomie der Gemeinden ist wichtig und die sehe ich umso gefährdeter, je weniger Beweglichkeit die Gemeinden haben.“

Auch nach dem Ende seiner Präsidentschaft bleibt Radakovits aktiv – als Bürgermeister und in weiteren Funktionen. Sein Fokus liegt weiterhin auf der Sicherung kommunaler Handlungsspielräume und funktionierender Strukturen vor Ort. 

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