Rund 50 Vertreterinnen und Vertreter aus Landwirtschaft, Wasserbau, Naturschutz, Imkerei, Wissenschaft und Verwaltung brachten ihre Erfahrungen und Perspektiven zur Eindämmung invasiver Arten ein.
© Land Burgenland/Büro LH-Stv.in Haider-Wallner
Gemeinsam gegen invasive Pflanzenarten
Mit einem Stakeholderinnen- und Stakeholder-Workshop in Eisenstadt hat das Land Burgenland die nächste Phase seiner Neophyten-Offensive gestartet. Rund 50 Vertreterinnen und Vertreter aus Landwirtschaft, Wasserbau, Naturschutz, Imkerei, Wissenschaft und Verwaltung nahmen daran teil. Ziel ist eine bessere Zusammenarbeit bei der Eindämmung invasiver Pflanzenarten.
Im Mittelpunkt des Treffens stand die Frage, wie Maßnahmen besser abgestimmt werden können. Geplant ist der Aufbau eines landesweiten Netzwerks. Dadurch sollen Informationen schneller ausgetauscht und Bekämpfungsmaßnahmen koordiniert werden.
„Neophyten halten sich nicht an Gemeindegrenzen oder Zuständigkeiten. Genau deshalb brauchen wir ein abgestimmtes Miteinander statt verstreuter Einzelmaßnahmen“, sagte Landeshauptmann-Stellvertreterin und Naturschutzlandesrätin Anja Haider-Wallner.
Im Burgenland gelten derzeit zwölf invasive Pflanzenarten als weit verbreitet. Vier davon stehen auf der EU-Liste besonders problematischer Arten: die Gewöhnliche Seidenpflanze, der Götterbaum, der Riesenbärenklau und das Drüsige Springkraut.
Invasive Arten verursachen europaweit Schäden von mehr als zehn Milliarden Euro pro Jahr.
Erfahrungen aus der Praxis eingebracht
Beim Workshop wurden Erfahrungen aus unterschiedlichen Bereichen gesammelt. Diskutiert wurden Fragen zur Zusammenarbeit, zur Informationsarbeit und zu konkreten Maßnahmen gegen invasive Pflanzenarten.
Haider-Wallner betonte dabei die Bedeutung praktischer Erfahrungen: „Wer draußen arbeitet – in Gemeinden, im Wasserbau, in der Land- und Forstwirtschaft oder im Naturschutz – merkt oft als Erstes, wo’s brennt, und weiß auch am besten, was wirklich hilft.“
Bevölkerung soll eingebunden werden
Auch die Bevölkerung soll stärker eingebunden werden. Hermann Frühstück, Landesleiter der Burgenländischen Naturschutzorgane, verwies auf die Bedeutung von Prävention.
„Invasive Pflanzenarten breiten sich oft schleichend aus – und wenn sie einmal da sind, wird die Eindämmung sehr aufwändig. Deshalb ist Prävention entscheidend“, sagte Frühstück.
Die Neophyten-Offensive soll deshalb auch das Bewusstsein in der Bevölkerung stärken. Ziel sei es, dass Bürgerinnen und Bürger im eigenen Umfeld zur Eindämmung invasiver Pflanzenarten beitragen.