„Bauchgefühl ist kein Steuerungsinstrument“
Jakob Frey ist Unternehmer, Berater und ehemaliger Bürgermeister von Hart bei Graz. Bei einem Vortrag zum Thema „Führen mit Zahlen“ sprach er offen über Scheitern, fehlende Daten und die Bedeutung von Transparenz in der Gemeindeverwaltung.
Jakob Frey hat drei Unternehmen aufgebaut und viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geführt. Er macht keinen Hehl daraus, dass ihn das nicht immer erfüllt hat: „Ich habe diese Arbeit manchmal gehasst. Ich habe die Maschine gehasst. Trotzdem bin ich hier.“
Frey war im Hausbau tätig. Ein Unternehmen, das er 20 Jahre lang aufgebaut hatte, verkaufte er schließlich an einen großen deutschen Wettbewerbspartner. Möglich wurde das auch durch eine Erfahrung, die er lieber nicht gemacht hätte: Er ist einmal mit vollem Anlauf in Konkurs gegangen.
„Einer der Hauptgründe für den Erfolg war allerdings, dass ich vorher gescheitert bin“, sagte Frey. Aus diesem Scheitern zog er eine Lehre, die er seither in allen seinen Tätigkeiten anwendet: Fehler sind keine Katastrophe – sie sind eine Chance.
Fehler als Chance – leichter gesagt als getan
Frey weiß, dass diese Haltung schwer zu vermitteln ist. „Ich habe oft erlebt, dass es fast unmöglich ist, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern klarzumachen, dass Fehler Chancen sind“, sagte er. In vielen Organisationen herrsche Angst – vor Konsequenzen, vor Strafe, vor Kritik.
Sein Appell: Führungskräfte müssen diese Haltung vorleben. Nur dann könnten auch andere lernen, mit Fehlern konstruktiv umzugehen. „Am schnellsten lernen wir durch Fehler“, betonte er.
Zufällig Bürgermeister
Eigentlich wollte Jakob Frey nie in die Politik. Doch 2015 wurde er Bürgermeister von Hart bei Graz – durch einen Umweg. Ausgangspunkt war ein Bauprojekt: Auf einer großen Wiese sollten 70 bis 100 Wohnungen entstehen, weit entfernt von der Infrastruktur. Frey war überzeugt, dass das Projekt nie realisiert werden würde.
Er gründete eine Bürgerliste gegen das Vorhaben. „Plötzlich stand ich selbst zur Wahl“, erinnerte er sich.
Die Lage, die er in der Gemeinde vorfand, war ernst. Hart bei Graz hatte Schulden in Höhe von rund 42 Millionen Euro. „Viele sagten: Das ist nicht sanierbar. Selbst intern hieß es, das sei nicht möglich“, berichtete Frey.
Keine Daten, trotzdem entscheiden
Das größte Problem zu Beginn seiner Amtszeit war der Mangel an verlässlichen Informationen. Frey wusste nicht, welche Rechnungen offen waren, welche Forderungen bestanden und ob die Gemeinde ihre Lieferantinnen und Lieferanten bezahlen konnte. Dabei kannte er als Unternehmer die Konsequenzen gut: Öffentliche Auftraggeber lassen sich oft Monate Zeit mit Zahlungen – das kann für Betriebe existenzbedrohend sein.
Seine Schlussfolgerung war klar: „Nicht entscheiden ist keine Option. Auch zu spät entscheiden ist falsch.“ Wer keine Daten habe, müsse notfalls aus dem Bauch heraus entscheiden. Ideal sei das nicht. Aber Stillstand sei schlimmer.
Er begann, einfache Werkzeuge zu entwickeln: Tabellen, Übersichten. Vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern musste er zuerst erklären, warum Vorausplanung überhaupt notwendig ist.
Transparenz schafft Vertrauen
Frey stellte den anwesenden Gemeindeverantwortlichen eine direkte Frage: Haben sie jederzeit Zugriff auf alle relevanten Zahlen, die sie zur Steuerung ihrer Gemeinde brauchen?
Wer diese Frage nicht mit Ja beantworten könne, stehe vor einem Problem. Denn Transparenz sei entscheidend – gegenüber den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, gegenüber dem Gemeinderat und gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern.
Software als Werkzeug
Als Beispiel für eine technische Lösung nannte Frey die Software K5 Next. Das System sei individuell konfigurierbar, weil keine zwei Gemeinden gleich seien. Es stelle die richtigen Daten zur richtigen Zeit zur Verfügung und unterstütze so fundierte Entscheidungen.
„Warum mache ich Werbung für K5 Next Management? Es ist ein Gamechanger, weil es erstmals die Daten liefert, die Gemeindeverantwortliche brauchen“, sagte Frey. Er ist seit über einem Jahr selbständig im Bereich Management, Strategie und Beratung tätig – und dennoch überzeugt, dass Gemeinden solche Werkzeuge benötigen, um wirklich gut führen zu können.