Gerade im Spätsommer sollten Gartenbesitzer die Augen offenhalten und das Vorhandensein von Japankäfern melden.
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Ausbreitung des Japankäfers soll verhindert werden
Der Japankäfer breitet sich in Mitteleuropa weiter aus. Im grenznahen Gebiet östlich von Lindau in Bayern wurden in den vergangenen Wochen wiederholt Japankäfer gefunden, darunter auch mehrere Weibchen. Das Bayerische Landesamt für Landwirtschaft weist deshalb eine Quarantänezone aus. Mit 4. September 2026 wurde die entsprechende Allgemeinverfügung kundgemacht. Weil das Fundgebiet unmittelbar an der Grenze liegt, betrifft die Situation auch Vorarlberg.
Der Japankäfer (Popillia japonica) stammt ursprünglich aus Asien. Er befällt zahlreiche Kultur- und Wildpflanzen. Die erwachsenen Käfer fressen an Blättern, Blüten und Früchten.
Die Larven leben im Boden und ernähren sich von Pflanzenwurzeln, etwa auf Wiesen und Rasenflächen. Weltweit sind über 300 Wirtspflanzen bekannt. In Österreich besteht ein erhöhtes Risiko für Obstbäume, Beerenobst, landwirtschaftliche Kulturen, Fruchtgemüse, Gehölze und Stauden.
Wegen des möglichen Schadens gilt der Japankäfer in der Europäischen Union als sogenannter prioritärer Quarantäneschädling. Wird ein Befall amtlich bestätigt, muss nach EU-Recht unverzüglich ein abgegrenztes Gebiet mit Tilgungs- und Schutzmaßnahmen festgelegt werden.
Grenzüberschreitende Zusammenarbeit
Die bayerische Allgemeinverfügung legt das Ausmaß der Quarantänezone sowie die verbindlichen Maßnahmen auf bayerischem Staatsgebiet fest. Sie bildet zugleich die rechtliche Grundlage für weitere Schritte auf österreichischer Seite. „Die heute in Kraft tretende bayerische Regelung ist die rechtliche Voraussetzung, um auch in Vorarlberg handeln zu können“, erklärt Landesrat Christian Gantner. „Schädlinge kennen keine Landesgrenzen. Deshalb arbeiten wir eng mit unseren Nachbarn in Deutschland zusammen.“
Die konkreten Maßnahmen auf österreichischem Staatsgebiet werden derzeit von den zuständigen Vorarlberger Behörden ausgearbeitet. Sie erfolgen in Zusammenarbeit mit den betroffenen Gemeinden. Ziel ist es, die heimische Landwirtschaft, den Obst- und Weinbau sowie die Hausgärten vor Fraßschäden zu schützen.
Bereits mehrere Funde in Vorarlberg
Der Japankäfer ist in Vorarlberg kein völlig neues Phänomen. Ende Juli 2025 wurde in Hörbranz erstmals ein Japankäfer in Österreich nachgewiesen. Eine aufmerksame Bürgerin hatte das Insekt in ihrem Privatgarten entdeckt und dem Amtlichen Pflanzenschutzdienst übergeben. Der Fundort liegt nahe der A14 und dem Zollamt Hörbranz, in unmittelbarer Nähe zu bereits bekannten Vorkommen in Lindau. Bei weiteren Fallenkontrollen wurden seither vier weitere Exemplare an drei Standorten in der Nähe des ersten Fundortes entdeckt.
Am 24. Juli 2026 wurde in Hörbranz der erste Japankäfer dieses Jahres in einer bestehenden Falle festgestellt. Das war das dritte Jahr in Folge mit einem Nachweis in der Region. In der bayerischen Grenzregion bei Lindau wurden inzwischen mehr als 30 Japankäfer gefunden.
Vorarlberg betreibt bereits seit mehreren Jahren ein landesweites Netz an Pheromonfallen zur frühzeitigen Erkennung des Schädlings. Die Fallen befinden sich vor allem entlang wichtiger Verkehrsachsen wie der A14 und der S16 sowie an Zollstellen und in der Nähe von Grünflächen, Sportplätzen, Maisfeldern und Obstanlagen. Das Netz wurde bereits 2024 wegen der Funde in Süddeutschland erweitert. Nach den jüngsten Funden wird die Überwachung nun weiter verstärkt.
Aufmerksamkeit der Bevölkerung gefragt
Der Japankäfer verbreitet sich aus eigener Kraft nur langsam, über etwa ein bis 20 Kilometer pro Jahr. Über weite Strecken gelangt er vor allem als sogenannter „blinder Passagier“ in Fahrzeugen oder im Gepäck. Besonders nach Aufenthalten in befallenen Gebieten in Italien und der Schweiz wird empfohlen, Gepäck und Auto auf Käfer zu überprüfen.
„Erfolgreicher Pflanzenschutz gelingt nur im Schulterschluss zwischen Behörden, Gemeinden, landwirtschaftlichen Betrieben und der Bevölkerung“, sagt Landesrat Gantner. „Gerade im Spätsommer bitten wir alle Gartenbesitzerinnen und Gartenbesitzer, die Augen offen zu halten und Verdachtsfunde unverzüglich zu melden.“
Verdächtige Funde können beim Amtlichen Pflanzenschutzdienst Vorarlberg gemeldet werden, telefonisch unter 05574 511 25105 oder per E-Mail an landwirtschaft@vorarlberg.at. Zusätzlich steht die Meldeplattform der AGES unter tforms.ages.at/japankaefer-meldungen zur Verfügung.