Mädchen skatet auf einem Skateboard auf einem Platz vor einem Hochhaus
Konflikte in Wohnanlagen lassen sich vermeiden. Die Kompetenzstelle Siedlungsarbeit begleitet Gemeinden und Bauträger dabei.
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Siedlungsarbeit soll das Zusammenleben verbessern

31. August 2026
Die Vorarlberger Landesregierung will leistbaren Wohnraum auf hohem Standard schaffen. Weil die Bodenressourcen begrenzt sind und der Wohnraumbedarf steigt, gewinnt der verdichtete Wohnbau an Bedeutung. Damit treffen in Wohnanlagen Menschen mit unterschiedlichen Lebensphasen und Bedürfnissen aufeinander.

Der Wohnungsbestand in Vorarlberg ist in den vergangenen 70 Jahren um 292 Prozent gestiegen. Österreichweit lag der Anstieg im gleichen Zeitraum bei 130 Prozent. Gleichzeitig werden die verfügbaren Freiflächen weniger. Verdichteter Wohnbau ist damit aus Sicht der Landesregierung ein Erfordernis der Zeit.

„Die Herausforderung besteht darin, Wohnraum zu schaffen und gleichzeitig eine hohe Wohn- und Lebensqualität sicherzustellen. Das gelingt nicht allein durch die bauliche Qualität. Auch das soziale Miteinander in einer Wohnanlage ist entscheidend“, sagt Landesrat Marco Tittler.

Unterschiedliche Bedürfnisse zusammenbringen

In Siedlungen leben Menschen in sehr unterschiedlichen Lebenssituationen. Dazu zählen Alleinerziehende, Pensionistinnen und Pensionisten, Jugendliche, Menschen im Schichtbetrieb, Familien mit Kleinkindern und alleine lebende Personen. Die unterschiedlichen Vorstellungen und Bedürfnisse stellen Bewohnerinnen und Bewohner ebenso wie Hausverwaltungen und Wohnbauträger immer wieder vor Herausforderungen.

Durch den Rückzug ins Private und eine stärkere Anonymisierung in den Nachbarschaften werden Konflikte oft nicht mehr direkt zwischen den Betroffenen angesprochen. Stattdessen landen sie bei den Hausverwaltungen. Länger andauernde Konflikte können dadurch die Lebensqualität in einer gesamten Wohnanlage beeinträchtigen.

„Wenn Menschen vermehrt miteinander in Kontakt kommen, lernen sie sich besser kennen, was die gegenseitige Toleranz fördert. So können Vorurteile abgebaut und Integration gelebt werden“, erklärt Heidi Lorenzi, Leiterin von ifs Wohnen.

Kompetenzstelle als Anlaufstelle

Um Gemeinden, gemeinnützige Bauträger sowie Bewohnerinnen und Bewohner bei diesen Herausforderungen zu unterstützen, wurde beim Institut für Sozialdienste (ifs) die Kompetenzstelle Siedlungsarbeit eingerichtet. Sie bietet für integrative Wohnanlagen, finanziert über die Wohnbauförderung, projektorientierte Unterstützung an.

Die Arbeit setzt sowohl präventiv als auch bei konkreten Problemstellungen an. Bei neuen Wohnanlagen kann die Kompetenzstelle bereits im Zuge des Einzugs begleiten und aktivierende Maßnahmen setzen. In bestehenden Wohnanlagen unterstützt sie bei Konflikten und anderen Herausforderungen des Zusammenlebens.

Siedlungsarbeit kommt allen zugute

Die Finanzierung der Kompetenzstelle erfolgt über die Wohnbauförderung. Bei konkreten Siedlungsprojekten beteiligen sich die gemeinnützigen Bauvereinigungen mit einem Drittel der Kosten. Für die Gemeinden entsteht dadurch keine direkte Belastung des Gemeindebudgets.

„Siedlungsarbeit macht Sinn, weil sie dort ansetzt, wo Menschen ihren Alltag verbringen: in ihrem unmittelbaren Wohnumfeld. Wenn es gelingt, gute Begegnungen und Beteiligung zu ermöglichen, profitieren davon die Bewohnerinnen und Bewohner ebenso wie Gemeinden und Wohnbauträger“, so Tittler.

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