Hans Zeiner schlägt vor, freie Baugrundstücke in der Gemeinde aktiv zu erfassen und Eigentümer:innen leerstehender Höfe gezielt anzusprechen
© Erich Marschik
Zweites Leben für den Heuboden
Leerstehende landwirtschaftliche Gebäude sind für Architekt Hans Zeiner mehr als ein Platzproblem: Sie sind baukulturelles Erbe unter Druck, während gleichzeitig Bauland in Gemeinden knapp wird. Beim Bürgermeistertag in Bad Aussee zeigte er an drei Beispielen, wie ehemalige Stadel und Wirtschaftsgebäude neu genutzt werden können, ohne ihre Struktur zu zerstören – als „Haus im Haus“ etwa für Lagerräume, als generationengetrennt zugängliches Wohngebäude auf einem aktiven Bauernhof, oder als Therapiepraxis für einen Physiotherapeuten in einem ehemaligen Wirtschaftsgebäude.
Zeiners wichtigste Botschaft an Bürgermeisterinnen und Bürgermeister: Auf Gemeindeebene ist die Bereitschaft für solche Projekte oft groß, es fehlt aber an Anstoß und Vermittlung zwischen Eigentümer:innen und möglichen Nutzer:innen. Ganz praktisch schlägt er vor, freie Baugrundstücke in der Gemeinde aktiv zu erfassen und Eigentümer:innen leerstehender Höfe gezielt anzusprechen – oft fehlt nur der erste Impuls, damit ein Objekt nicht „in Schönheit stirbt“, wie Zeiner es formulierte. Zusätzliche Förderungen auf Landesebene könnten solche Projekte laut Zeiner deutlich erleichtern.
Berichte, Fotos und Videostreams zum 3. Bürgermeisterinnen- und Bürgermeistertag gibt es unter gemeindebund.at/termine/burgermeistertag.