Herbert Götz: „Gemeinden könnten eine neue Rolle einnehmen: als Mobilitäts- und Logistikdrehscheibe, die Bedürfnisse ihrer Bürger mit bestehenden digitalen Angeboten verknüpft, statt selbst zum „besseren Nahversorger“ zu werden.“
© Erich Marschik
Wirtschaft
Wenn der Ort selbst zur Logistikdrehscheibe wird
Warum sind Greißler, Schuhgeschäfte und Elektrofachhändler aus den Ortskernen verschwunden? Unternehmensberater Herbert Götz nannte beim Bürgermeistertag zwei Gründe: gestiegene Lohnkosten, die kleine Familienbetriebe unwirtschaftlich machten, und ein durch das Internet massiv gestiegenes Anspruchsverhalten der Kund:innen, dem kleine Geschäfte nicht folgen konnten.
Die Folge: Handel und Dienstleistungen wanderten in Fachmarktzentren an den Ortsrand ab – mit spürbaren Folgen für die Mobilität, da Haushalte im ländlichen Raum inzwischen oft zwei bis drei Fahrzeuge benötigen.
Diesen Trend hält Götz für weitgehend unumkehrbar – Gemeinden könnten aber eine neue Rolle einnehmen: als Mobilitäts- und Logistikdrehscheibe, die Bedürfnisse ihrer Bürger:innen mit bestehenden digitalen Angeboten verknüpft, statt selbst zum „besseren Nahversorger“ zu werden.
Konkrete Ansatzpunkte: Rahmenverträge für mobile Arzt- und Pflegedienste, organisierte Zustelldienste wie „Essen auf Rädern“, oder Paketabholboxen an zentralen Punkten, um Zustellverkehr zu bündeln. Sein Appell an Bürgermeister:innen: dieses Wissen aktiv an jene Bürger:innen weitergeben, die mit der digitalen Selbstorganisation allein überfordert wären.
Berichte, Fotos und Videostreams zum 3. Bürgermeisterinnen- und Bürgermeistertag gibt es unter gemeindebund.at/termine/burgermeistertag.