Herbert Götz
Herbert Götz: „Gemeinden könnten eine neue Rolle einnehmen: als Mobilitäts- und Logistikdrehscheibe, die Bedürfnisse ihrer Bürger mit bestehenden digitalen Angeboten verknüpft, statt selbst zum „besseren Nahversorger“ zu werden.“
© Erich Marschik

Wirtschaft

Wenn der Ort selbst zur Logistikdrehscheibe wird

3. September 2026
Warum sind Greißler, Schuhgeschäfte und Elektrofachhändler aus den Ortskernen verschwunden? Unternehmensberater Herbert Götz nannte beim Bürgermeistertag zwei Gründe: gestiegene Lohnkosten, die kleine Familienbetriebe unwirtschaftlich machten, und ein durch das Internet massiv gestiegenes Anspruchsverhalten der Kund:innen, dem kleine Geschäfte nicht folgen konnten.

Die Folge: Handel und Dienstleistungen wanderten in Fachmarktzentren an den Ortsrand ab – mit spürbaren Folgen für die Mobilität, da Haushalte im ländlichen Raum inzwischen oft zwei bis drei Fahrzeuge benötigen.

Diesen Trend hält Götz für weitgehend unumkehrbar – Gemeinden könnten aber eine neue Rolle einnehmen: als Mobilitäts- und Logistikdrehscheibe, die Bedürfnisse ihrer Bürger:innen mit bestehenden digitalen Angeboten verknüpft, statt selbst zum „besseren Nahversorger“ zu werden. 

Konkrete Ansatzpunkte: Rahmenverträge für mobile Arzt- und Pflegedienste, organisierte Zustelldienste wie „Essen auf Rädern“, oder Paketabholboxen an zentralen Punkten, um Zustellverkehr zu bündeln. Sein Appell an Bürgermeister:innen: dieses Wissen aktiv an jene Bürger:innen weitergeben, die mit der digitalen Selbstorganisation allein überfordert wären.

Berichte, Fotos und Videostreams zum 3. Bürgermeisterinnen- und Bürgermeistertag gibt es unter gemeindebund.at/termine/burgermeistertag.

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