Visualisierung des Frenerhus
So soll „Frenerhus“ künftig aussehen.
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Genossenschaft will Dorfgasthaus wiederbeleben

26. August 2026
Seit einem Jahr fehlt den Bewohnerinnen und Bewohnern von Meiningen ein Dorfgasthaus. Der Ort hat keine solche Einrichtung mehr. Thomas Muther und der Architekt Ulrich Feistenauer wollen das ändern, berichtet der ORF. Gemeinsam mit weiteren Mitstreiterinnen und Mitstreitern haben sie das Genossenschaftsprojekt „Frenerhus“ ins Leben gerufen.

„Was uns fehlt, ist ein zentral gelegener Treffpunkt, an dem die Menschen etwas trinken, jassen oder sich einfach unterhalten können“, sagt Muther laut ORF online.

500 Euro pro Anteil

Wer sich an der Genossenschaft beteiligen möchte, kann für je 500 Euro Anteile am „Frenerhus“ erwerben. Bis Ende des heurigen Jahres soll auf diesem Weg eine halbe Million Euro zusammenkommen. Rund drei Viertel dieser Summe sind bereits erreicht.

„Wir sind grundsätzlich zufrieden, wissen aber auch, dass das letzte Drittel das schwierigste wird. Darum sind wir über alle froh, die mitmachen“, sagt Muther.

Kommt die halbe Million zustande, soll das Geld in den Um- und Ausbau eines rund 120 Jahre alten Gebäudes direkt neben der Meininger Kirche fließen.

Genossenschaft sucht später einen Wirt

Die Bewohnerinnen und Bewohner sollen das Lokal nicht selbst führen. Dafür soll ein Wirt gefunden werden. „Wir sind keine Gastronomen. Wir bauen ein Gebäude und verpachten es dann an einen Wirt. Und mit der Pacht, die wir so erwirtschaften, tilgen wir den Kredit, den wir aufnehmen werden müssen“, sagt Feistenauer.

Geplant ist nicht nur ein klassisches Gasthaus. Das „Frenerhus“ soll auch einen Gastgarten, einen Spielplatz und eine Eisdiele bekommen. Läuft alles nach Plan, könnte der Bau 2028 beginnen.

Neuer Dorfplatz als Ergänzung

In Meiningen läuft seit einigen Jahren ein Prozess zur Weiterentwicklung des Dorfzentrums. Zwischen dem geplanten Gasthaus und der Kirche ist zusätzlich ein Dorfplatz mit Brunnen und Sitzgelegenheiten vorgesehen. Damit soll im Ortskern ein neuer Treffpunkt entstehen, der über die reine Gastronomie hinausgeht.

Immer weniger klassische Dorfgasthäuser

Das Projekt trifft einen wunden Punkt in der Vorarlberger Gastronomie. Klassische Dorfgasthäuser werden seltener. Vor zwei Jahren beschloss das Land deshalb den sogenannten „Wirtshauspakt“, der jährlich 500.000 Euro Unterstützung vorsieht.

Aktuell gibt es nach Angaben der Wirtschaftskammer 152 Dorfgasthäuser in Vorarlberg. Das sind etwa zehn mehr als vor zwei Jahren. Dieser Zuwachs geht laut Wirtschaftskammer allerdings ausschließlich auf Neuübernahmen ehemaliger Dorfgasthäuser zurück. Einige der übernommenen Betriebe werden inzwischen als Pizzerien oder asiatische Lokale geführt. Der Gastronomie-Sprecher der Wirtschaftskammer, Mike Pansi, fordert vor diesem Hintergrund eine stärkere Förderung der Branche.

Mehrfache Funktion für das Ortsleben

Dorfgasthäuser erfüllen in kleineren Gemeinden üblicherweise mehrere Funktionen zugleich. Sie dienen nicht nur der Bewirtung, sondern häufig auch als Ort für Vereinssitzungen, Familienfeiern oder informelle Treffen. Fällt ein solcher Betrieb weg, fehlt in vielen Orten ein zentraler sozialer Anlaufpunkt, für den es keinen unmittelbaren Ersatz gibt.

Wirtschaftlich stehen klassische Dorfgasthäuser vielerorts unter Druck. Der laufende Betrieb erfordert verlässliches Personal, gleichbleibende Öffnungszeiten und oft auch Investitionen in ältere Bausubstanz. Gerade in kleineren Gemeinden mit begrenztem Kundenpotenzial lassen sich diese Kosten nicht immer allein aus dem laufenden Geschäft decken.

Die Vorteile einer Genossenschaft

Genossenschaftliche Modelle, wie sie nun in Meiningen verfolgt werden, verteilen das unternehmerische Risiko auf mehrere Anteilseignerinnen und Anteilseigner und trennen zugleich Eigentum und Betrieb. Die Trägerschaft stellt die Infrastruktur bereit, während ein Pächter die eigentliche Gastronomie führt. Dieses Modell wird auch andernorts genutzt, um den Fortbestand von Dorfgasthäusern zu sichern, wenn sich für eine klassische Einzelübernahme kein Interessent findet.

Landesförderungen wie der Vorarlberger „Wirtshauspakt“ setzen an einem ähnlichen Punkt an. Solche Programme sollen üblicherweise Investitionskosten abfedern oder Übernahmen erleichtern, etwa wenn ein bestehender Betrieb ohne Nachfolge vor der Schließung steht. Ob und in welchem Umfang einzelne Projekte von solchen Mitteln profitieren, hängt von den jeweiligen Förderkriterien und Antragsverfahren ab.

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