Mitterer, Stöckl, Schellhorn
LMZ Salzburg/Neumayr/SB
Informationsgespräch zur Pflegeoffensive mit dem Salzburger Gemeindeverbandspräsidenten Günther Mitterer, Landeshauptmann-Stellvertreter Christian Stöckl und Landesrat Heinrich Schellhorn.

Mehr Geld für die Pflege

Do, 07.06.2018 - 13:01

Das Land Salzburg will die finanzielle Situation der sozialen Dienstleister verbessern, startet eine Pflegeoffensive und verstärkt seine Bemühungen um die Pflegeberufe.

Gemeinsam mit dem Salzburger Gemeindeverband präsentierten Landeshauptmann-Stellvertreter Christian Stöckl und Landesrat Heinrich Schellhorn die ersten Schritte:

  • Mehr Geld für die Mobilen Dienste
  • Erhöhung der Tarife für Seniorinnen-und Seniorenwohnhäuser
  • Neue „Plattform Pflege“

Eine halbe Million Euro pro Jahr mehr für die Mobilen Dienste

Die sozialen Dienstleister in Salzburg (etwa Hauskrankenpflege und Haushaltshilfe) stehen mit der derzeitigen Valorisierung und Neuregelung des Kollektivvertrages der Sozialwirtschaft Österreich vor einer großen finanziellen Belastung. Es gibt einige neue Regelungen, wie etwa mehr Urlaubstage für langjährige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter oder weniger zuschlagsfreie Mehrstunden.

„Das bedeutet einen finanziellen Mehraufwand, die Träger können das alleine nicht bewältigen. Deswegen werden wir, das Land und die Gemeinden, den Mobilen Diensten rund 500.000 Euro pro Jahr zusätzlich zur Verfügung stellen", so Landesrat Schellhorn. Ab 1. Oktober 2018 ist ein Inkrafttreten der Verordnung geplant.

Pflegeberufe sollen attraktiver werden

„Mit einer halben Million Euro im Jahr mehr können wir die Verbesserungen für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter finanzieren. Künftig möchte ich die Rahmenbedingungen so gestalten, dass der Pflegeberuf wieder attraktiver wird", so Schellhorn.

Erhöhung der Tarife für Seniorenwohnhäuser

In Salzburg hat sich mit der Abschaffung des Pflegeregresses für die Träger der Seniorenwohnhäuser eine verschärfte Finanzierungssituation ergeben. Der Wegfall von Selbstzahlerinnen und Selbstzahlern hat die Träger und das Land Salzburg vor enorme Herausforderungen gestellt.

„In der Vergangenheit gab es knapp 30 Prozent Selbstzahlerinnen und Selbstzahler, die für ihre Betreuung im Seniorenwohnhaus bezahlt haben. Jetzt müssen wir dringend einspringen, um die hohe Pflege-Qualität zu erhalten. Deshalb werden wir die Tarife um 3,30 Euro pro Tag erhöhen", so Schellhorn.

Mehrkosten von 5,3 Millionen Euro für Land und Gemeinden

Die Tarifobergrenzen-Verordnung wird in Kürze mit einer Erhöhung des Grundtarifs um 3,30 Euro in Begutachtung gehen. Finanziell bedeutet dies jährliche Mehrkosten von knapp 5,3 Millionen Euro für Land und Gemeinden. Ein Inkrafttreten ist mit 1. August 2018 geplant.

Da die Kosten der Pflege zu gleichen Teilen zwischen dem Land und den Gemeinden beziehungsweise der Stadt aufgeteilt werden, müssen bei jeder finanziellen Änderung Gemeindeverband und Städtebund zustimmen.

„Beim Thema Pflege wird es aber in Zukunft nicht nur beim Einholen der Zustimmung und der gemeinsamen Finanzierung bleiben. Wir müssen eng kooperieren“, so Landesrat Schellhorn.

Tariferhöhung wird kommen

Auch aus der Sicht des Salzburger Gemeindeverbandes gibt es zu einer zeitnahen Tariferhöhung keine Alternative. „Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter leisten in den Pflegeeinrichtungen herausragende Arbeit, dafür müssen auch die Rahmenbedingungen stimmen. Bei der Suche nach einer wirtschaftlich tragfähigen und langfristigen Lösung für die Zukunft der Pflege haben wir keine Zeit zu verlieren", unterstreicht der Präsident des Gemeindeverbandes, Bürgermeister Günther Mitterer, die Notwendigkeit eines nachhaltigen Pflegefinanzierungsmodells.

„Plattform Pflege“

Das Land Salzburg plant aktuell die Installierung einer Pflegeplattform. Dort sollen auf breiter Basis die verschiedenen Problemlagen und Herausforderungen von Expertinnen und Experten sowie politischen Vertretungen aller Ebenen diskutiert und Lösungsansätze gefunden werden – sowohl inhaltlich wie auch finanziell. Bereits in den vergangenen Jahren ist es gelungen, die Anzahl der Ausbildungsplätze und damit der Absolventinnen und Absolventen in der Pflege kontinuierlich zu steigern.

Mehr Ausgebildete im Pflegebereich

Die Zahl der neu ausgebildeten Kräfte im Vorjahr ist auf mehr als 500 gestiegen, heuer werden es knapp 600 sein. Zum Vergleich: Im Jahr 2012 gab es rund 440 Pflege-Absolventinnen und Absolventen. „Trotz dieser erfreulichen Entwicklung haben wir weiter Handlungsbedarf und werden unsere Bemühungen verstärken. Dazu gehört auch die Plattform Pflege, die in den kommenden Wochen ins Leben gerufen wird“, betonte Stöckl.

 

Mehr zum Masterplan Pflege 2019

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