Reinhard Raml: „Bürgerinnen und Bürger wollen binnen 24 Stunden eine Antwort auf E-Mails."
© Erich Marschik
Digitaler Pranger
Was Social Media mit uns macht
Fernsehen verliert, Social Media gewinnt: In den letzten zehn Jahren sank die tägliche Fernsehnutzung um 19 Prozentpunkte, Radio um 13 und Tageszeitungen um 15 – Social Media legte im gleichen Zeitraum leicht zu. Reinhard Raml vom Institut für empirische Sozialforschung (Ifes) zeigte am Bürgermeistertag anhand aktueller Studien, wie stark sich Informationsverhalten und Vertrauen verschieben:
Ein Viertel der Befragten fällt es schwer, echte von gefälschten Inhalten zu unterscheiden – interessanterweise genießt KI dabei mittlerweile mehr Vertrauen als Social Media, obwohl beide halluzinieren beziehungsweise täuschen können.
Für die kommunale Praxis nannte Raml klare Erwartungswerte: Bürgerinnen und Bürger wollen binnen 24 Stunden eine Antwort auf E-Mails, ihr Anliegen soll beim ersten Kontakt vollständig erfasst werden, ohne sich mehrfach erklären zu müssen. Social Media bezeichnete er als „digitalen Pranger des 21. Jahrhunderts“ – mit spürbaren Auswirkungen auf das Wohlbefinden vor allem junger Nutzer:innen. Sein Rat an die Gemeinden: klare Kommunikationskanäle, realistische Reaktionszeiten kommunizieren – und sie dann auch einhalten.
Berichte, Fotos und Videostreams zum 3. Bürgermeisterinnen- und Bürgermeistertag gibt es unter gemeindebund.at/termine/burgermeistertag.