osef Seidl (Referat Ländliche Verkehrsinfrastruktur), Landesrat Maximilian Aigner, Reija Falkensteiner (Referatsleiterin Ländliche Verkehrsinfrastruktur).
© Land Salzburg/Büro Aigner
Vier Partner „schultern“ 3.111 Kilometer an ländlichen Wegen
Salzburg verfügt über das längste Verkehrsnetz des Bundeslandes – und über ein Modell zu dessen Verwaltung, das in Österreich einmalig ist. Seit 45 Jahren kümmern sich vier Partner gemeinsam um Planung, Bau, Finanzierung und Erhaltung der ländlichen Straßen und Brücken. Das System funktioniert und gilt als Vorbild.
Das ländliche Wegenetz in Salzburg ist das längste Verkehrsnetz des Bundeslandes. Vier Stellen sind gemeinsam für Planung, Bau, Finanzierung und Erhaltung zuständig: das Referat Ländliche Verkehrsinfrastruktur im Amt der Landesregierung, der Fonds zur Erhaltung der ländlichen Straßeninfrastruktur (FELS), der Güterwegerhaltungsverband (GWEV) sowie die jeweiligen Wegerhalter.
Diese Zusammenarbeit besteht seit 45 Jahren. Landesrat Maximilian Aigner bezeichnet das Konstrukt als bewährt: „Es ist österreichweit absolut einzigartig. Planung, Bau und Finanzierung bleiben so in einer Hand. Es wird nur das geplant, was man später bauen sowie erhalten kann – und das unter Kostenbeteiligung der Wegerhalter.“
Der Vorteil der Bündelung aller Aufgaben in einer Stelle liege laut Aigner auf der Hand: „Die Projektierung im Amt der Landesregierung hat den großen Vorteil, dass eine umfassende Kontrolle über Ziele, Qualität, Budget und Zeitplan gewährleistet ist. Die Entscheidungen fallen schneller und die Ergebnisse sind passgenauer.“
Elf Millionen Euro für 2026
Für das laufende Jahr stehen rund elf Millionen Euro bereit. Das Geld fließt in Fahrbahnsanierungen, Brückenbauten und Einzelmaßnahmen. Aigner betont die Bedeutung des Netzes für die Regionen: „Die 3.111 Kilometer halten Gemeinden zusammen, sichern Arbeitsplätze und verbinden die Menschen in den einzelnen Ortschaften miteinander. Ohne diese Wege und Brücken würde in vielen Regionen das öffentliche Leben buchstäblich zum Stillstand kommen.“
Vier Monate für eine neue Brücke
Ein konkretes Beispiel aus dem vergangenen Jahr zeigt, wie das System in der Praxis funktioniert. Die Bruckdorfwaldstraße in Zederhaus ist 4,7 Kilometer lang und verfügt über sechs Brückenbauwerke. Brücke Nummer sechs, errichtet 1973, wies im Vorjahr erhebliche Schäden auf. Da sie die einzige Verbindung ins touristisch stark frequentierte Riedingtal sowie zum Großkessel darstellt, musste rasch gehandelt werden.
Josef Seidl vom Referat Ländliche Verkehrsinfrastruktur übernahm die Planung. Der GWEV war für die Ausführung zuständig. Innerhalb von vier Monaten stand eine Ersatzbrücke. Dieses Beispiel steht stellvertretend für Hunderte Projekte, die jährlich im Rahmen des ländlichen Wegenetzes abgewickelt werden.
Vom ersten Augenschein bis zum Grundbucheintrag
Referatsleiterin Reija Falkensteiner beschreibt das Aufgabenspektrum ihres Teams. Es reicht von technisch-administrativen Erhaltungsarbeiten über die Abwicklung von Förderungen bis hin zu Verhandlungen mit Grundeigentümerinnen und Grundeigentümern sowie der Regelung von Zufahrtsrechten. Hinzu kommen der Sachverständigendienst für die Agrarbehörde und die Einholung aller Bewilligungen in den Bereichen Naturschutz, Forst und Wasser.
Konkret begleiten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Referats jede Baustelle vom ersten Lokalaugenschein über die Bestandsvermessung, die Planung des Neubaus inklusive Behördenverfahren, die Ausführung bis hin zur Fertigstellung. Falkensteiner zählt auf, was dabei entsteht: „Lagepläne, Detailpläne, Grundrisse, Schnitte, Querprofile, Details für Geländer oder auch Pläne für Widerlager bei Stahlträgerbrücken.“ Ergänzt wird dies durch die Aufnahme relevanter Geodaten mittels GPS-Geräten. Falkensteiner spricht von einem „Rundumservice für alle Beteiligten".