Seit 2023 wurden sieben Umwidmungen auf Basis der neuen Widmungskategorie genehmigt.
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Gemeinden setzen vermehrt auf „förderbaren Wohnbau“
Ob in der Stadt oder auf dem Land: Leistbares Wohnen ist für viele Menschen in Salzburg ein drängendes Thema. Das Land Salzburg hat den Gemeinden mit der Widmungskategorie „förderbarer Wohnbau“ ein Instrument geschaffen, mit dem sie günstiges Wohnen gezielt ermöglichen können. Seit 2023 wurden landesweit sieben Umwidmungen auf rund 29.000 Quadratmetern genehmigt.
Altenmarkt, Golling, die Stadt Salzburg und Werfen haben bereits Flächen als Gebiete für den förderbaren Wohnbau ausgewiesen. In der Marktgemeinde Werfen sind 3.500 Quadratmeter umgewidmet worden. Im ehemaligen Landesforstgarten sollen mehr als 30 Wohnungen entstehen. Bürgermeister Hubert Stock berichtet, dass die Arbeiten im Herbst starten sollen.
Für Landesrat Martin Zauner ist die neue Widmungskategorie „eine für die Gemeinden einfach anwendbare Möglichkeit, um schnell und effektiv leistbares Wohnen zu ermöglichen“. Durch dieses Instrument werde die Vertragsraumordnung im weitesten Sinne geöffnet: Auf den betreffenden Grundstücken besteht die Pflicht, leistbares Wohnen zu errichten.
Abgabe auf unbebaute Grundstücke zeigt Wirkung
Seit 2023 gibt es in Salzburg außerdem den Infrastruktur-Bereitstellungsbeitrag (IBB). Diese Gemeindeabgabe wird auf unbebaute, aber bereits gewidmete Baulandgrundstücke eingehoben. Die Einnahmen müssen zweckgebunden in leistbares Wohnen investiert werden.
Der IBB hat laut Zauner auch einen weiteren Effekt: Bereits gewidmete Grundstücke, die doch nicht benötigt werden, werden rückgewidmet. 2025 waren es mehr als zehn Hektar landesweit. Die größten Anteile entfielen auf den Lungau mit 4,04 Hektar und den Tennengau mit 3,11 Hektar.
Neun von zehn Verfahren laufen reibungslos
David Oberhummer, Referatsleiter für Raumplanung und Raumordnung in Salzburg, zieht eine positive Bilanz der Zusammenarbeit: „Neun von zehn Verfahren in der örtlichen Raumplanung laufen friktionsfrei ab.“ Pro Jahr bearbeiten die Sachverständigen rund 200 Teilabänderungen des Flächenwidmungsplans sowie mehrere Neuaufstellungen und Änderungen von räumlichen Entwicklungskonzepten.
Unternberg plant für 25 Jahre
Ein Beispiel für langfristige Planung ist die Lungauer Gemeinde Unternberg. 2024 hat sie ein neues Räumliches Entwicklungskonzept (REK) beschlossen, das für 25 Jahre gilt. Unternberg ist mit 600 Arbeitsplätzen ein lokaler Wirtschaftsmotor, mit Schwerpunkten in der Holzindustrie und den Life Sciences.
Bürgermeister Andreas Fanninger beziffert die aktuellen Reserven auf 3,8 Hektar für Wohnbauland und 4,24 Hektar für Betriebsbauland. Im REK sind zusätzlich 6,75 Hektar als Erweiterungsfläche für Wohnen und 15,4 Hektar für Betriebsbauland vorgesehen. Fanninger lobt die Zusammenarbeit mit dem Land: „Als Gemeinde werden wir top serviciert."
1.335 Hektar Baulandreserven verfügbar
Mit Stichtag 31. Dezember 2025 gab es in Salzburg rund 1.335 Hektar an Baulandreserven, das entspricht in etwa der Größe des Wolfgangsees. Auf diesen Flächen könnten theoretisch 18.800 Einfamilienhäuser, 34.800 Reihenhäuser oder rund 71.500 Wohnungen errichtet werden. Diese Reserven teilen sich zu zwei Dritteln in Wohnbauland und zu einem Drittel in Betriebsbauland auf. Hier ein Überblick über die Bezirke:
- Flachgau: 433,8 Hektar
- Pinzgau: 318,1 Hektar
- Pongau: 255,1 Hektar
- Tennengau: 156,8 Hektar
- Lungau: 110,8 Hektar
- Stadt Salzburg: 51,9 Hektar