Friesach
In der Burgenstadt Friesach gibt es nicht nur alte Gemäuer, sondern auch neue, günstige Wohnungen.
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Nur 350 Euro Miete - ein Projekt zeigt, wie leistbares Wohnen funktioniert

15. April 2026
In der Kärntner Stadt Friesach wurden dieser Tage die ersten zwölf Schlüssel eines ungewöhnlichen Wohnbauprojekts übergeben. Das Projekt trägt den Namen „350-Euro-Wohnen“ – und der Name ist Programm.

In der Friesacher Hubert-Hauser-Straße entstehen insgesamt 24 neue Wohnungen. Die ersten zwölf sind nun fertiggestellt. Eine 40 Quadratmeter große Wohnung kostet dort 350 Euro im Monat – inklusive Betriebskosten. Größere Wohnungen sind um rund 450 Euro zu haben. Zum Vergleich: In anderen gemeinnützigen Wohnanlagen liegen die Kosten um knapp zwei Euro pro Quadratmeter höher.

Möglich wird das durch ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren. Die Stadtgemeinde Friesach hat das Grundstück über einen Baurechtsvertrag von 80 Jahren um einen symbolischen Euro zur Verfügung gestellt. Außerdem übernimmt die Gemeinde die Schneeräumkosten. Auch die Finanzierung ist ungewöhnlich: „Wir haben hier eine Wohnbauförderung von 80 Prozent – mit einem halben Prozent Fixzins, das gibt es sonst nirgends“, erklärt Harald Repar, Geschäftsführer der Landeswohnbau Kärnten.

Die Gesamtinvestition für beide Bauabschnitte beträgt rund 3,3 Millionen Euro, ein Großteil davon wird durch Fördermittel getragen. Der zweite Bauabschnitt wird nahtlos weitergeführt.

Neue Wohnungen ersetzen alte Gebäude

Die neuen Mieterinnen und Mieter lebten zuvor in Gebäuden, die rund 80 Jahre alt und nicht mehr sanierungsfähig sind. Diese werden nun abgerissen und durch moderne, barrierefreie und energieeffiziente Neubauten ersetzt. Für viele Bewohnerinnen und Bewohner ist die Schlüsselübergabe damit auch ein persönlicher Neuanfang. 

Kooperation als Voraussetzung

Das Projekt wurde gemeinsam vom Land Kärnten, der Stadtgemeinde Friesach und der gemeinnützigen Wohnungsgesellschaft „Neue Heimat“ umgesetzt. Die Kärntner Wohnbaureferentin Landeshauptmannstellvertreterin Gaby Schaunig zieht ein positives Zwischenfazit: „Ich wünsche mir viele Nachfolgeprojekte, wo die Kooperation zwischen Gemeinde, Wohnbauförderung und Landesbau auch so wunderbar funktioniert.“ Bürgermeister Josef Kronlechner betonte, leistbares Wohnen sei in Friesach „kein Schlagwort, sondern ein klarer Auftrag.“

Repar sieht in leistbarem Wohnen eine der zentralen Aufgaben der kommenden Jahre: „Leistbares Wohnen wird in Zukunft die Herausforderung sein, die wir annehmen und effizient umsetzen müssen.“ Angesichts steigender Energiepreise und Lebenshaltungskosten müssten gemeinnützige Wohnbauträger ihren Mieterinnen und Mietern Stabilität und Berechenbarkeit bei den Mietkosten garantieren.

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