Roland Gruber ließ die Workshop-Teilnehmenden diskutieren und Gemeinsamkeiten finden.
© Jürg Christandl
Weniger bauen, mehr Zukunft gewinnen
Roland Gruber von nonconform stellte bei einem Workshop ein Thema in den Mittelpunkt, das viele Gemeinden derzeit bewegt: Wie können wir die räumlichen Baustellen lösen, ohne neu bauen zu müssen und somit mit weniger Budget mehr Nutzung erreichen?
Unter dem Leitgedanken „mehr nutzen und weniger bauen“ arbeiteten die Teilnehmenden aus unterschiedlichsten Bereichen gemeinsam an realen Herausforderungen aus ihren Kommunen – darunter Bürgermeister:innen, Amtsleitungen, Verwaltung, Gemeindepolitik und Unternehmen.
Zu Beginn wurden konkrete Potenziale gesammelt: leerstehende Gebäude, sanierungsbedürftige Sportzentren, Schulen mit neuem Raumbedarf, veränderungswürdige öffentliche Flächen, Feuerwehrhäuser oder Rathäuser mit Entwicklungspotenzial. Rasch zeigte sich: In fast jeder Gemeinde schlummern bereits heute Räume, Flächen und Gebäude mit neuer Zukunft.
In einem zweiten Schritt entstanden thematische Kleingruppen, in denen erste Lösungsansätze entwickelt wurden. Anschließend arbeiteten mehrere Projektgruppen intensiv an konkreten Fällen – orientiert an vier zentralen Fragen der Baureduktionsplanung:
- Welche bestehenden Räume in der Umgebung könnten mitgenutzt werden?
- Welche Verhaltensänderungen reduzieren den Raumbedarf?
- Wie kann Mehrfachnutzung organisatorisch gelingen?
- Wer sollte gemeinsam an einen Tisch geholt werden, damit Neues entsteht?
Die Ergebnisse waren vielfältig und praxisnah: neue Ideen zur Mehrfachnutzung, bessere Auslastung vorhandener Gebäude, organisatorische Lösungen und mutige Ansätze für verändertes Verhalten.
Der Workshop machte deutlich: Baureduktionsplanung bedeutet nicht Verzicht, sondern klügeres Entwickeln und sind ein wichtiger Beitrag, damit in Zeiten der knappen Budgets Zukunftsprojekte in Gemeinden umgesetzt werden können. Wenn Budgets knapper werden und Ressourcen wertvoller sind, liegt die Zukunft nicht auf der grünen Wiese – sondern im Bestand. So wurde aus Theorie greifbare Praxis und aus Herausforderungen ein Feld neuer Möglichkeiten.