Ob drinnen oder draußen, Schulkinder sollen die vielfältigen Sportangebote und -vereine in ihrer Umgebung kennenlernen und dafür begeistert werden.

Nachwuchs für die Sportvereine finden

7. Juli 2021
Das Projekt „Feriensport Austria“ hilft Gemeinden dabei, Kindern und Jugendlichen attraktive Ferienangebote zu bieten und sie nachhaltig für die verschiedensten Sport­arten und deren Ausübung in Vereinen zu begeistern.

Haben Sie schon von Feriensport Austria gehört? Das Projekt hat es sich zur Aufgabe gemacht, ein bundesweites Netzwerk standardisiert-polysportiver Ferienbetreuungsangebote aufzubauen.

Im Klartext heißt das nichts anderes, als dass Kinder und Jugendliche in den Schulferien über Betreuungseinrichtungen, Camps und allgemeine Angebote in ihrer Nähe verschiedene Sportarten kennenlernen können, und das in einem sicheren und kompetenten Rahmen.

Kinder sollen Weg zu Vereinen finden

Ein Hauptziel ist es dabei, die Kinder an die lokalen Sportvereine, die sich via Trainern einbringen, dauerhaft zu vermitteln. Auf diese Weise wird nicht nur die Ferienzeit der Kinder sportlich angereichert, sondern es wird auch dafür gesorgt, dass mehr Kinder den Weg zu den Vereinen finden. Eine gute Sache, denn körperliche Aktivität ist das Um und Auf für eine intakte Gesundheit  und der zunehmende Bewegungsmangel bei Kindern und Jugendlichen ist evident und hinlänglich bekannt. 

Um die Qualität der Ferienangebote zu gewährleisten, achtet Feriensport Austria auf die Einhaltung bestimmter Kriterien, wie zum Beispiel pädagogisch geschultes Personal, sportwissenschaftliche Fachkompetenz, ein polysportives Angebot – also nicht nur Fußball – und einiges mehr. Erfüllt ein Angebot diese Kriterien, erhält es ein Gütesiegel (siehe Spalte rechts), anhand dessen Eltern sofort erkennen, welche besonderen Vorteile ein Standort für ihre Kinder bietet. Neben dem sportlichen Aspekt sollen und wollen die zertifizierten Anbieter den Kindern auch Social Skills vermitteln und sie zu gesunder Ernährung und  mehr Bewegung anregen. 

Überblick über die mitmachenden Vereine

Begonnen hat alles vor zwei Jahren mit einem Pilotprojekt eines Feriencamps im Österreichischen Leistungssport-Zentrum Südstadt (ÖLSZ). Im vergangenen Jahr wurde das Projekt dann weiterentwickelt und seit Mitte Mai ist es nun voll angelaufen. Die zugehörige Website listet seitdem zertifizierte Feriensport-Angebote in ganz Österreich in ihrem Online-Verzeichnis auf. 

Daniel Gruber hat diese Initiative federführend vorangetrieben. Er kommt aus der Abteilung für Breiten- und Gesundheitssport des Bundesinstituts für Leistungs- und Spitzensport in Österreich und erklärt die dahinterstehende Struktur: „Es gibt den Verein, der die Leistungssportler betreut, und es gibt eine GmbH, die sich für Breiten- und Gesundheitssport engagiert – von Kinderprojekten bis zu Seniorenprojekten. In gewisser Weise sind beide miteinander verknüpft, teilen sich das gleiche Gebäude und nutzen die gleiche Infrastruktur. Das Projekt ,Feriensport Austria‘ gehört zur LSA Breiten- und Gesundheitssport GmbH.“

Diese müsse zwar selbst wirtschaften und erhält nicht die Fördergelder wie der Verein. Dennoch wird das Projekt gefördert, allerdings aus der Breitensportabteilung in Form einer klassischen Förderung, um die prinzipiell jeder ansuchen kann. 

Man merkt Gruber an, mit wie viel Herzblut er das Projekt Feriensport Austria vorantreibt. Dementsprechend groß ist auch seine Freude über den fulminanten Start, den es hingelegt hat. Schwechat wurde als erste Kommune überhaupt von der Gütesiegel-Kommission bestätigt, und nach nicht einmal einem Monat des Bestehens waren bereits fünf weitere Projekte zertifiziert, wie zum Beispiel die Gemeinde Kirchberg am Wagram, die nun ebenfalls ein Siegel hat. 

Gemeinden sind sogar die Hauptinteressenten, erklärt Gruber, „denn natürlich sind sie daran interessiert, dass die Kinder auch über den Sommer hinweg eine gute Betreuung erhalten. Genauso liegt in ihrem Interesse, dass die örtlichen Vereine profitieren, indem sie neue Mitglieder bekommen. Hier können die Gemeinden eine klassische Win-win-Situation herstellen – ganz besonders für jene regionalen Sportvereine, die sonst schwieriger zu Mitgliedern kommen.“ 

Daniel Gruber
Daniel Gruber, Initiator von Feriensport.at: „Die Gemeinden sind daran interessiert, dass die Kinder auch über den Sommer hinweg eine gute Betreuung erhalten.“

Die primär angepeilte Altersgruppe sind die Fünf- bis Zwölfjährigen, wobei sich die Angebote natürlich auch an jüngere oder ältere Kinder richten können. Ursprünglich angedacht waren auch Ferien- bzw. Sportcamps, auf denen sich die Kinder mehrere Tage oder gar wochenlang durchgehend befinden.

„Es hat sich aber herausgestellt, dass es für die Kooperationsvereine, bei denen die Kinder in der Region ankern könnten, schwierig ist, denn wenn der Sporturlaub irgendwo anders stattfindet, ist die weitere Vernetzung zu einem lokalen Sportverein oft nur schwer möglich“, erklärt Gruber. Die bessere Lösung seien Tagescamps ohne Übernachtung „mit Betreuung beispielsweise von Montag bis Freitag  von 9  bis 16 Uhr,  vielleicht sogar mit einer Frühbetreuung ab 7:30 Uhr sowie einer Spätbetreuung bis spätestens 17:30 Uhr, um auf die Bedürfnisse der Eltern einzugehen.“ So habe man es beispielsweise beim Pilotprojekt in der Südstadt erfolgreich gehandhabt. 

Informationen

Auf der Website www.feriensport.at sind alle Informationen gelistet, wie man Anbieter wird, welche Voraussetzungen für den Erhalt der Gütesiegel in den jeweiligen Ausführungen „Basis“ und „PRO“ zu erfüllen sind, sowie natürlich das Verzeichnis selbst.

Darüber hinaus wird das Musterprojekt „Give me Five“ aus der Südstadt detailliert vorgestellt. Tipp: Ein Handbuch, das bei der Umsetzung hilft und wertvolle Tipps für die Organisation einer Ferienbetreuung liefert, steht zum kostenlosen Download zur ­Verfügung. Darin werden zahlreiche unterschiedliche Aspekte, wie etwa die Sportvermittlung durch Experten, die Bedeutung der Ernährung oder die Sorgfalt im Umgang mit Kindern beleuchtet.