Dominik Krause
Dominik Krause ist studierter Physiker und war zuletzt Fraktionsvorsitzender der Grünen im Stadtrat sowie seit Oktober 2023 Zweiter Bürgermeister von München.
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München bekommt einen grünen Bürgermeister

23. März 2026
Der 35-jährige Grünen-Politiker Dominik Krause setzte sich in der Stichwahl um das Amt des Münchner Oberbürgermeisters klar gegen den langjährigen SPD-Amtsinhaber Dieter Reiter durch. Für Reiter spielte eine Affäre rund um den FC Bayern München eine entscheidende Rolle.

Dominik Krause erhielt 56,4 Prozent der Stimmen.  Der bisherige Bürgermeister Dieter Reiter (SPD) kam auf 43,6 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei 44,5 Prozent.

Im ersten Wahlgang am 8. März hatte keiner der Kandidaten die absolute Mehrheit erreicht. Reiter kam damals auf 35,6 Prozent, Krause auf 29,5 Prozent und CSU-Kandidat Clemens Baumgärtner auf 21,3 Prozent. Damit war eine Stichwahl notwendig geworden. Das Amt des Oberbürgermeisters soll Krause am 1. Mai 2026 antreten.

Ein politischer Einschnitt für München

Das Wahlergebnis ist ein tiefer Einschnitt für die SPD. Seit 1948 war fast immer ein Sozialdemokrat Münchner Oberbürgermeister – mit Ausnahme der Jahre 1978 bis 1984, als CSU-Mann Erich Kiesl den Posten innehatte. 42 Jahre lang stellten die Sozialdemokraten mit Georg Kronawitter, Christian Ude und Dieter Reiter den Oberbürgermeister.

Dominik Krause wurde am 3. August 1990 in München geboren. Er ist studierter Physiker und war zuletzt Fraktionsvorsitzender der Grünen im Stadtrat sowie seit Oktober 2023 Zweiter Bürgermeister der Stadt. Im Wahlkampf setzte er Schwerpunkte auf bezahlbares Wohnen, niedrige Mieten und eine Erneuerung der Stadtpolitik. Bei seiner Wahlparty in der Münchner Muffathalle sprach er von einem „historischen Ergebnis" und einem „Aufbruch" für die Stadt.

Die FC-Bayern-Affäre belastete Reiter

Lange galt Amtsinhaber Reiter als klarer Favorit. Doch kurz vor dem ersten Wahlgang wurde bekannt, dass er seit Jahren Geld vom FC Bayern München für einen Posten in dessen Verwaltungsbeirat erhalten hatte – ohne sich dies vom Stadtrat genehmigen zu lassen, wie es vorgeschrieben gewesen wäre. Nach öffentlichem Druck räumte er Fehler ein und trat vom Posten des Verwaltungsbeirats sowie von dem des Aufsichtsrats zurück, den er gerade erst übernommen hatte.

Dass Reiter im ersten Wahlgang überhaupt noch vor Krause gelegen hatte, war vor allem auf die Briefwählerinnen und Briefwähler zurückzuführen, von denen ein Großteil noch vor Bekanntwerden der Affäre abgestimmt hatte. Der 67-jährige Reiter räumte seine Niederlage bereits am Wahlabend ein. „Ich hab's verbockt", sagte er. „Es war mir eine Ehre, hier in dieser Stadt Oberbürgermeister sein zu dürfen" – und kündigte das Ende seiner politischen Laufbahn an: „Das war's von mir."

Privates: Verlobt mit einem Arzt

Mit Dominik Krause hat München erstmals einen homosexuellen Oberbürgermeister. Pfingsten 2024 verlobte er sich mit seinem langjährigen Partner, dem Arzt Sebastian Müller. Die beiden Männer sind seit rund 16 Jahren ein Paar und leben gemeinsam im Stadtteil Giesing. Kennengelernt haben sie sich als Jugendliche in einer Tanzschule.

Zu seiner Sichtbarkeit als schwuler Politiker sagte Krause bereits 2023: „Es sollte keine Rolle mehr spielen, welche Sexualität man hat. Leider sind aber viele queere Menschen nach wie vor von Diskriminierung betroffen, auch in München. Solange das so ist, finde ich Sichtbarkeit wichtig."

Nach seinem Wahlsieg richtete Krause öffentlich Worte an seinen Verlobten: „Lieber Sebi, Dankeschön" – ohne dessen Unterstützung wäre all das nicht möglich gewesen.

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