Auf versiegelten Plätzen, Parkflächen für Autos oder schattenarmen Straßen kann sich die Hitze stauen.
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Klimawandel
Wenn der Hauptplatz zur Hitzeinsel wird
Hitzewellen werden häufiger – und sie werden im Gemeinderaum spürbar. Gemeinden können viel dazu beitragen, dass Plätze, Straßen und öffentliche Einrichtungen auch an heißen Tagen lebenswert bleiben.
Sehr heiße Tage gehören längst zum Sommer in Österreich. Immer häufiger dauern Hitzeperioden mehrere Tage mit Temperaturen über 30° C an. Für Kommunen ist das mehr als nur ein Wetterthema: Hitze betrifft den öffentlichen Raum, Infrastruktur und das tägliche Leben der Bevölkerung.
Besonders sichtbar wird das im örtlichen Siedlungsraum. Auf versiegelten Plätzen, Parkflächen für Autos oder schattenarmen Straßen kann sich die Hitze stauen. Asphalt und Beton speichern Wärme und geben sie in der Nacht nur langsam wieder ab – sogenannte Hitzeinseln entstehen.
Hitze wird oft als Problem großer Städte betrachtet. Doch auch kleinere Gemeinden sind zunehmend betroffen. Ortsplätze, Spielplätze oder Bushaltestellen sind wichtige Treffpunkte im Alltag. Gerade hier zeigt sich schnell, wie angenehm oder unangenehm sich ein Ort an heißen Tagen anfühlt.
Umfrage für Gemeinden
Im Mai werden alle österreichischen Gemeinden per Mail eine Einladung zur Teilnahme an einer Online-Umfrage zum Thema „Wie gut sind Österreichs Kommunen auf Hitzeereignisse vorbereitet?“ erhalten Je größer Ihre Beteiligung, desto aussagekräftiger sind die Ergebnisse, die Sie nach der Umfrage in KOMMUNAL lesen können.
Im Mai werden alle österreichischen Gemeinden per Mail eine Einladung zur Teilnahme an einer Online-Umfrage zum Thema „Wie gut sind Österreichs Kommunen auf Hitzeereignisse vorbereitet?“ erhalten Je größer Ihre Beteiligung, desto aussagekräftiger sind die Ergebnisse, die Sie nach der Umfrage in KOMMUNAL lesen können.
Viele Menschen nehmen mangelnde Kühlung und Beschattung im öffentlichen Raum bereits aktuell als Problem wahr. Gleichzeitig wird vielfach auch ein Zusammenhang zwischen zunehmender Bodenversiegelung und steigender Hitze im Ortsgebiet hergestellt. Für Gemeinden kann das ein wichtiger Hinweis sein: Entscheidungen über Flächennutzung, Begrünung oder Platzgestaltung wirken sich unmittelbar auf das lokale Mikroklima aus.
Mit zunehmenden Hitzewellen wächst auch die Aufmerksamkeit für kommunale Maßnahmen. Gleichzeitig zeigen Umfragen, dass viele Bürgerinnen und Bürger Verbesserungen im öffentlichen Raum erwarten.
Viele Lösungen liegen direkt im Handlungsspielraum der Gemeinden
Mehr Schatten durch Bäume, begrünte Plätze oder beschattete Sitzbereiche erhöht die Aufenthaltsqualität deutlich. Auch Entsiegelung, helle Materialien oder zusätzliche Grünflächen können helfen, die Aufheizung von Straßen und Plätzen zu reduzieren.
Ebenso wichtig sind leicht zugängliche Rückzugsorte an heißen Tagen – etwa Parks, Bibliotheken, Kirchen oder andere öffentliche Gebäude. Gemeinden können außerdem durch Information und frühzeitige Kommunikation über Hitzewarnungen dazu beitragen, dass sich die Bevölkerung besser auf heiße Tage vorbereitet.
Hitzevorsorge beginnt also idealerweise nicht erst im Sommer: bei der Planung öffentlicher Räume, bei der Tageszeit für Veranstaltungen im Freien und bei der Gestaltung von kühlenden Aufenthaltsbereichen im Ort.
Ob der Hauptplatz im Sommer zur Hitzeinsel wird oder ein angenehmer Ort zum Verweilen bleibt, entscheidet sich auf Gemeindeebene.
Hitze-Check für Gemeinden – fünf Fragen für einen schnellen Selbsttest
- Gibt es im Ort ausreichend beschattete Aufenthaltsorte (Bäume, Pergolen, Sonnensegel)?
- Sind kühle Rückzugsorte wie Parks, Bibliothek oder Kirche zugänglich und bekannt?
- Informiert die Gemeinde bei Hitzewarnungen aktiv über Schutzmaßnahmen?
- Wird bei Veranstaltungen auf Trinkwasser, Beschattung und günstige Tageszeit geachtet?
- Werden Plätze im Ort und Spielplätze bei Neu- oder Umbauten auf Hitzetauglichkeit geprüft?