Ein zentrales Anliegen des Landes ist der Erhalt von Klein- und Kleinstschulen nach dem Prinzip „Schule im Ort“.
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Land finanziert zusätzliches Pflichtschulpersonal
Das Land Tirol stellt auch im Schuljahr 2026/27 zusätzliche Landesmittel für Personal an allgemein bildenden Pflichtschulen bereit. Die Tiroler Landesregierung hat dies auf Antrag von Bildungslandesrätin Cornelia Hagele beschlossen. Laut Bundesverfassung ist eigentlich der Bund für das Pflichtschulpersonal zuständig und kommt für die Gehälter der Pädagoginnen und Pädagogen auf. In der Praxis reichen die vom Bund bereitgestellten Mittel jedoch nur für ein Mindestangebot. Tirol schließt diese Lücke seit Jahren mit eigenen Mitteln – und setzt das auch künftig fort.
Ein zentrales Anliegen des Landes ist der Erhalt von Klein- und Kleinstschulen nach dem Prinzip „Schule im Ort". Diese Schulen sichern eine wohnortnahe Bildung und stärken regionale Strukturen. Landeshauptmann Anton Mattle betont, dass ein zentralisiertes Bildungssystem den regionalen Unterschieden zu wenig gerecht werde. Gleichzeitig fließen Mittel in sogenannte Brennpunktschulen, um Bildungsarmut frühzeitig entgegenzuwirken. Sogenannte Interventionslehrpersonen sollen Probleme aufgreifen, bevor aufwendige Maßnahmen notwendig werden.
Positiv bewertet Mattle eine aktuelle Maßnahme des Bundes: Der Nationalrat behandelt diese Woche eine Dienstrechtsnovelle, mit der Entlastungsstunden für mittleres Schulmanagement an Pflichtschulen eingeführt werden sollen.
Europäische Schule soll Bundessache werden
Die Anerkannte Europäische Schule (AES) Tirol gilt seit 2023 als österreichweites Vorzeigeprojekt. Derzeit besuchen rund 550 Schülerinnen und Schüler die drei Standorte in Innsbruck, für das Schuljahr 2026/27 werden rund 800 Kinder erwartet. Der Unterricht erfolgt auf Deutsch, Englisch oder Italienisch, mehrere Fächer werden bilingual geführt.
Das Land Tirol will die Schule mit Landesmitteln weiterentwickeln und die derzeit getrennten Standorte schrittweise zusammenführen. Landesrätin Hagele fordert jedoch, dass der Bund das Personal der AES künftig regulär übernimmt und finanziert.
Forderung nach Berufsbild „pädagogische Assistenz"
Eine langjährige Forderung bleibt ebenfalls auf dem Tisch: Schulassistentinnen und Schulassistenten werden derzeit vor allem von Gemeinden angestellt und durch das Land bezuschusst. Die Landesregierung hat die entsprechende Förderrichtlinie zuletzt modernisiert. Die Finanzierung soll jedoch grundsätzlich beim Bund liegen. Dieser hat die Schaffung eines Berufsbildes „pädagogische Assistenz" bereits in seinem Regierungsprogramm vereinbart, die Umsetzung steht aber noch aus.
Tirol fordert konkret eine Änderung im Bildungsinvestitionsgesetz und im Dienstrecht, um Freizeitpädagoginnen und -pädagogen, Schulassistenzen und Stützkräfte in das neue Berufsbild zu überführen, bei der Bildungsdirektion anzustellen und die Bundesfinanzierung zu sichern. Damit würden Gemeinden und Land dauerhaft entlastet und der Verwaltungsaufwand deutlich reduziert.