Die erste Foto-Self-Service-Station wurde an der BH Schwaz vor knapp einem Jahr installiert.
© BH Schwaz
Vom Passfoto bis zum Ausweis in einem Behördengang
Tirol setzt auf durchgängig digitale Verwaltungswege. Ein Projekt der BH Schwaz ist Vorbild über Bezirks- und Landesgrenzen hinweg.
Was früher mit Schere, Klebstoff und mehrfachem Ausdrucken verbunden war, läuft nun an allen Tiroler Bezirkshauptmannschaften vollständig digital ab: Die von der BH Schwaz entwickelte Foto-Self-Service-Station steht seit Kurzem auch an den Bezirkshauptmannschaften Imst, Landeck und Kitzbühel zur Verfügung und ist damit nun flächendeckend in ganz Tirol im Einsatz. Bürgerinnen und bürger können vor Ort digitale Ausweisbilder erstellen, die automatisch in die behördlichen Systeme übernommen werden.
Auch Passfotos, die von zahlreichen FotografInnen in Tirol angeboten werden, werden als eBilder oder klassisch-analoge Fotos weiterhin von der Behörde entgegengenommen (Weitere Informationen dazu finden sich auf der Website der WK Tirol). Das Projekt ist eine zentrale Maßnahme des Tirol Konvents, um die Digitalisierung und Entbürokratisierung der Landesverwaltung weiter voranzutreiben.
Digitalisierung sorgt bei 10.000 Reisepässen für 330 Stunden Zeitersparnis
Die Bezirkshauptmannschaft Schwaz, die den digitalen Prozess der Ausweiserstellung initiiert hat und dafür mit dem Österreichischen Verwaltungspreis 2025 ausgezeichnet wurde, dient als Vorbild über die Bezirks- und Landesgrenzen hinaus.
„Mit dem Projekt ‚BürgerInnenservice 2.0‘ haben wir den Ausweiserstellungsprozess umfassend digitalisiert. Die innovative Foto-Self-Service-Station ermöglicht die Erstellung biometrischer Fotos direkt vor Ort, die automatisch in die Dokumentenerstellung eingebunden werden. Dadurch entfallen mehrere Arbeitsschritte – das mühsame Ausschneiden und Aufkleben von Passfotos sowie das Ausdrucken und Einscannen von Anträgen gehören der Vergangenheit an. Das spart pro Antrag durchschnittlich zwei bis drei Minuten und entlastet unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter deutlich“, erklärt Bezikshauptmann Michael Brandl.
Bei rund 10.000 Reisepässen, die im Jahr 2026 alleine im Bezirk Schwaz neu ausgestellt werden müssen, ergibt sich daraus eine Zeitersparnis von über 330 Stunden bzw. rund acht Arbeitswochen. Diese Effizienzsteigerung gewinnt zusätzlich an Bedeutung, da der Arbeitsaufwand im Bürgerservice – etwa durch die Ausstellung der ID Austria – in den vergangenen Jahren gestiegen ist.
„Die Erfahrungen aus Schwaz zeigen, dass digitale Prozesse nicht nur die Effizienz steigern, sondern auch die Servicequalität für die Bürgerinnen und Bürger verbessern. Das Land Tirol bleibt damit Vorreiter in der digitalen Transformation der Verwaltung und stellt sicher, dass auch in Zukunft ein leistungsfähiger Bürgerservice gewährleistet ist“, sagt Landeshauptmann Anton Mattle.
Barrierefreier und mehrsprachiger Service
Um allen Bürgerinnen und Bürgern die Nutzung der Fotoboxen an den Bezirkshauptmannschaften zu ermöglichen, sind diese barrierefrei gestaltet. Durch eine auf- und zuklappbare Sitzbank sowie Kabine mit großzügigen Innenmaßen finden auch Menschen mit Rollstuhl ausreichend Platz.
Zusätzliche Unterstützung bieten mehrere Haltegriffe. So wird beispielsweise das Auf- und Niedersitzen für ältere Menschen erleichtert. Auch sprachliche Barrieren werden mit den Fotoboxen abgebaut: Neben der Amtssprache Deutsch gibt es die Funktionen auch in Englisch. Für die Benutzung der Fotoboxen fallen für die BürgerInnen keine Mehrkosten an.
Ein Video zur Foto-Self-Service-Station an der BH Schwaz findet sich auf dem Youtube-Kanal des Landes Tirol.