Alexander Pröll
Digitalisierungsstaatssekretär Alexander Pröll: „Wir bauen kein Sammelsurium voneinander getrennter Insellösungen, sondern eine gemeinsame, sichere KI-Infrastruktur für den Staat.“
© BKA/Valentin Brauneis

KI-Assistent soll Verwaltung unterstützen

21. Juli 2026
Beim zweiten Treffen des Beteiligungsformats „Gemeinsam gestalten“ im Bundeskanzleramt startete Digitalisierungsstaatssekretär Alexander Pröll den Rollout von GovGPT. Der KI-Assistent ist die erste verwaltungsinterne Anwendung der im März gestarteten Public-AI-Initiative. Von 20. bis 23. Juli wird GovGPT schrittweise im Bundeskanzleramt eingeführt. Danach folgt der Rollout in weiteren Ressorts.

GovGPT soll Bedienstete bei alltäglichen Aufgaben unterstützen. Im freien KI-Chat kann es etwa bei Textentwürfen, Ideen und ersten Analysen helfen. Auch umfangreiche Dokumente kann die Anwendung rasch zusammenfassen. Zudem können Nutzerinnen und Nutzer eigene Wissensbibliotheken aufbauen. Darin lassen sich mehrere Dokumente bündeln und gezielt abfragen.

„Künstliche Intelligenz soll die Menschen in der Verwaltung nicht ersetzen, sondern ihnen den Rücken freihalten. Mit GovGPT bringen wir ein sicheres und souveränes KI-Werkzeug direkt an den Arbeitsplatz. Damit lösen wir unser Versprechen ein, den öffentlichen Dienst mit modernen Werkzeugen auszustatten – für weniger Routine, mehr Zeit für fachliche Aufgaben und bessere Services für die Bevölkerung“, sagte Pröll.

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gestalten die Einführung mit

„Gemeinsam gestalten“ ist das Beteiligungsformat von Staatssekretär Pröll für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Bundeskanzleramt. Beim zweiten Treffen lernten die Bediensteten GovGPT kennen, stellten Fragen und brachten Anforderungen ein. Die Rückmeldungen fließen in die weitere Einführung und Verbesserung der Anwendung ein.

FAQs, ein How-to-Booklet und Prompting-Hilfen erleichtern den Einstieg. Die Verwaltungsakademie des Bundes bietet Trainings und E-Learnings an. Erfahrungen können über eine Feedbackfunktion eingebracht werden.

Entlastung in einer Zeit großer Veränderungen

Pandemie, geopolitische Krisen und neue technologische Anforderungen haben die Verwaltung stark gefordert. Zugleich gehen in den kommenden zehn Jahren zahlreiche erfahrene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Ruhestand. GovGPT soll Routinen verkürzen, Wissen leichter zugänglich machen und bei komplexen Informationen unterstützen. Die Verantwortung bleibt aber beim Menschen: KI-Ergebnisse müssen geprüft und eingeordnet werden.

Sichere Alternative zu öffentlichen KI-Chatbots

GovGPT wurde eigens für den Einsatz in der österreichischen Bundesverwaltung entwickelt. Anfragen und hochgeladene Dokumente werden auf der KI-Basisinfrastruktur des Bundesrechenzentrums verarbeitet. Die Daten werden nicht an Dritte weitergegeben und nicht für das Training der KI verwendet. Technische Schutzmechanismen sollen einen sicheren und rechtskonformen Betrieb gewährleisten. So entsteht eine kontrollierte Alternative zu öffentlichen KI-Chatbots, ohne dass die Kontrolle über verwaltungsinterne Informationen verloren geht.

Schritt für Schritt in weitere Ressorts

Nach dem Start im Bundeskanzleramt beginnt das Bundesministerium für Finanzen ab 21. Juli mit einem gestaffelten Rollout von GovGPT. Am 28. Juli folgt das Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz. Weitere Schritte im Bundesministerium für Innovation, Mobilität und Infrastruktur sowie im Bundesministerium für Bildung sind für August geplant. Weitere Ressorts sollen folgen.

Alle Ressorts wollen sich beteiligen, gemeinsame KI-Services nutzen und eigene Anwendungsfälle einbringen. Pilotnutzerinnen und Pilotnutzer von GovGPT sind bereits in allen Ressorts aktiv. Ziel ist es, mehr als 180.000 Bundesbedienstete mit sicheren KI-Anwendungen zu unterstützen. Gespräche über eine künftige Nutzung laufen auch mit weiteren Bundesorganisationen, den Ländern und den Gemeinden.

Weitere Public-AI-Anwendungen in Vorbereitung

GovGPT ist der erste sichtbare Baustein des gemeinsamen Public-AI-Ökosystems. Ende Juli folgt mit dem Chatbot „ida“ in der ID-Austria-App und auf oesterreich.gv.at der nächste Launch. Ab Ende August startet im Bundeskanzleramt zudem der stufenweise Rollout von KI im elektronischen Akt. Weitere Ressorts sind in Planung.

Weitere Vorhaben betreffen KI-Unterstützung für parlamentarische Anfragen, Wissens- und Lernassistenz sowie agentische KI für klar abgegrenzte Verwaltungsprozesse. Auch gemeinsame Lösungen für Transkription, Übersetzung und barrierefreie Dokumente sind geplant. Sie sollen als Shared Services mehreren Organisationen zur Verfügung stehen.

„Wir bauen kein Sammelsurium voneinander getrennter Insellösungen, sondern eine gemeinsame, sichere KI-Infrastruktur für den Staat. GovGPT ist der erste sichtbare Baustein. Mit ‚ida‘, KI im elektronischen Akt und weiteren gemeinsamen Anwendungen setzen wir die nächsten Schritte. So modernisieren wir die Verwaltung Zug um Zug – mit einem klaren Nutzen für Bedienstete, Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen“, sagte Pröll.

Weitere Informationen

www.publicai.gv.at