© adobe stock photo / xartproduction
Digitalisierung
Österreichs erste KI-Assistenz für Verwaltungsfragen
Digitale Verwaltung spricht Alltagssprache: Ab sofort unterstützt ida Bürgerinnen und Bürger bei Fragen zu Verwaltungsservices und zur ID Austria – sichere KI-Infrastruktur des BRZ.
Mit der KI-Assistenz ida startet die Public AI Initiative ihre erste breit verfügbare Anwendung für Bürgerinnen und Bürger. ida ermöglicht es, Fragen zu digitalen Verwaltungsangeboten in natürlicher Sprache zu stellen und unmittelbar verständliche Antworten zu erhalten. Österreich setzt damit einen weiteren Schritt bei der KI-gestützten Modernisierung der Verwaltung – mit dem Ziel, öffentliche Services einfacher, zugänglicher und serviceorientierter zu gestalten.
„Mit ida bekommt jede Bürgerin und jeder Bürger einen digitalen Assistenten vom Staat – rund um die Uhr, in einfacher Sprache und vollständig in Österreich betrieben. Das ist Digitalisierung, die Nutzen bringt und das Leben vereinfacht“, so Digitalisierungsstaatssekretär Alexander Pröll.
ida: Verwaltungswissen in einfacher Sprache
Unter dem Namen „ida“ – kurz für intelligente digitale Assistenz – ist ab sofort ein KI-basierter Chatbot auf oesterreich.gv.at, id-austria.gv.at sowie in der App „ID Austria“ verfügbar. Bürgerinnen und Bürger können ihre Fragen frei formulieren und erhalten rund um die Uhr Antworten in verständlicher Alltagssprache.
ida unterstützt etwa bei Fragen zur Registrierung der ID Austria, zu eAusweise, zur digitalen Signatur, zu Wohnsitzangelegenheiten oder zu weiteren Verwaltungsleistungen. Die KI-Assistenz bereitet komplexe Informationen allgemein verständlich auf, reduziert den Suchaufwand und führt direkt zu den passenden offiziellen Inhalten. Dadurch werden Zugangshürden gesenkt und häufig wiederkehrende Anliegen einfacher beantwortet.
„Auf oesterreich.gv.at und id-austria.gv.at stehen umfassende Informationen für unterschiedliche Lebenslagen und Verwaltungsthemen zur Verfügung. Wer eine konkrete Frage hat, muss sich künftig nicht mehr selbst durch eine Vielzahl von Seiten arbeiten: Mit ida kann die Frage einfach so gestellt werden, wie man sie auch im Alltag formulieren würde“, so Pröll.
Was ida kann – und was (noch) nicht
ida ist ein Informations- und Orientierungsangebot. Die KI-Assistenz beantwortet allgemeine Fragen auf Basis der veröffentlichten Inhalte von oesterreich.gv.at und id-austria.gv.at und zeigt die verwendeten Quellen transparent an. Sie hat jedoch keinen Zugriff auf persönliche Konten, Register, Akten oder laufende Verfahren. ida kann keine Anträge einbringen, Daten ändern, Bescheide erlassen oder rechtsverbindliche Auskünfte erteilen. Bei persönlichen, rechtlich komplexen oder verfahrensbezogenen Anliegen bleiben die Originalquellen und die zuständige Behörde maßgeblich. Persönliche, telefonische und digitale Beratungsangebote werden durch ida ergänzt, aber nicht ersetzt.
Durch mehrwöchige Fachtests mit mehr als 4.600 Testanfragen wurde die Antwortqualität von ida vor dem Start umfassend geprüft und laufend fachlich sowie technisch optimiert. Damit wurden Genauigkeit und Verlässlichkeit der Antworten bestmöglich erhöht. Da generative KI im Einzelfall dennoch unvollständige oder fehlerhafte Antworten liefern kann, weist ida die zugrunde liegenden offiziellen Quellen transparent aus.
Sicher, souverän und datenschutzkonform
Das technische Fundament bildet die „Large Language Model as a Service“-Plattform des Bundesrechenzentrums, die speziell für Einsatzszenarien im öffentlichen Sektor konzipiert wurde. ida greift ausschließlich auf qualitätsgesicherte Inhalte von oesterreich.gv.at und id-austria.gv.at zurück.
Die Konzeption folgt konsequent den Prinzipien digitaler Souveränität, des Datenschutzes und der IT-Sicherheit. Als Basis dient eine europäische KI-Technologie von Mistral AI. Die vollständige technische Infrastruktur wird durch das Bundesrechenzentrum in Österreich betrieben; eine Verarbeitung auf ausländischen Cloud-Infrastrukturen findet nicht statt.
ida erstellt keine Nutzerprofile und verwendet Eingaben nicht zum Training von KI-Modellen. Es werden technische Schutzmechanismen zur Wahrung des Datenschutzes angewendet. Die bereinigten Chatverläufe werden ausschließlich zur Qualitätssicherung und zur Bearbeitung von Auskunftsbegehren für höchstens 90 Tage gespeichert und anschließend gelöscht. Tracking und Profiling finden nicht statt.
Ausblick: Vom Informations-Chatbot zum persönlichen Public AI Agenten
Der nächste Entwicklungsschritt ist klar: ida soll Bürgerinnen und Bürger künftig nicht nur informieren, sondern sie personalisiert durch digitale Amtswege führen. Mit der AVG-Novelle wird der verfahrensrechtliche Rahmen geschaffen, damit Anbringen und Anträge künftig auch über Chatbots eingebracht werden können, sofern die zuständige Behörde diese technische Möglichkeit anbietet. Nutzerinnen und Nutzer sollen ihr Anliegen in natürlicher Sprache formulieren, die erforderlichen Angaben schrittweise erfassen und den Amtsweg nach ausdrücklicher Bestätigung sicher übermitteln können.
Die Weiterentwicklung soll schrittweise auf Basis der Nutzungserfahrungen sowie nach fachlicher, rechtlicher, technischer und sicherheitsbezogener Prüfung erfolgen. Perspektivisch soll jede Nutzerin und jeder Nutzer der ID Austria einen persönlichen Public AI Agenten zur Seite haben, der Verwaltungsservices individuell zugänglich macht und auf Wunsch durch den gesamten digitalen Amtsweg begleitet.
„Mit ida starten wir heute bei verständlichen und leicht zugänglichen Verwaltungsinformationen. In einem der nächsten Schritte sollen Amtswege personalisiert über den Chatbot ermöglicht werden – von der ersten Frage bis zum eingebrachten Antrag. Unser Ziel ist, dass jede Nutzerin und jeder Nutzer der ID Austria künftig einen persönlichen Public AI Agenten zur Seite hat, der sicher durch digitale Verwaltungsservices führt. Die Entscheidung und Kontrolle bleiben dabei immer beim Menschen“, so Pröll abschließend.
Public AI: Gemeinsame Infrastruktur für die Verwaltung
ida ist die erste breit verfügbare Bürgerinnen- und Bürgeranwendung der Public AI Initiative. Die Initiative verfolgt das Ziel, Künstliche Intelligenz verantwortungsvoll, sicher und an den Bedürfnissen der Menschen orientiert in der öffentlichen Verwaltung einzusetzen. Mit ida wird dieser Anspruch erstmals unmittelbar für eine breite Öffentlichkeit nutzbar.
Public AI setzt dabei auf das Prinzip „Shared Service First“: Statt einzelner Insellösungen werden gemeinsame KI-Infrastrukturen und wiederverwendbare Anwendungen für die Verwaltung entwickelt. Dadurch werden technologische Souveränität, einheitliche Sicherheitsstandards und ein effizienter Einsatz öffentlicher Ressourcen gestärkt.