Auf Madeira sind manche Wanderwege nur gegen Zahlung einer Gebühr benutzbar.
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Immer mehr Reiseziele verlangen Eintritt
Nicht nur steigende Preise für Anreise, Unterkunft und Verpflegung verteuern Urlaubsreisen – auch Maßnahmen gegen Overtourism in Form von zusätzlichen Gebühren für den Besuch von Städten, Sehenswürdigkeiten oder Naturgebieten werden weltweit immer häufiger. Der ÖAMTC rät daher, bereits bei der Reiseplanung mögliche Registrierungen für Zeitslots und Zusatzkosten zu berücksichtigen.
„Viele beliebte Urlaubsdestinationen haben in den vergangenen Jahren neue Gebühren eingeführt oder bestehende erhöht. So sind für Tagestouristen mitunter auch Wanderwege – beispielsweise auf Madeira – kostenpflichtig. Das ist eine Reaktion auf Overtourism und überfüllte Hotspots“, erklärt ÖAMTC-Reiseexpertin Yvette Polasek.
Wandern und Naturerlebnisse teilweise nur noch gegen Gebühr möglich
Speziell in Naturschutzgebieten werden immer häufiger Gebühren eingehoben. Besucherinnen und Besucher ausgewählter Nationalparks in den USA müssen seit Jänner 2026 – zusätzlich zum regulären Eintrittsticket – 100 US-Dollar pro Person bezahlen und teilweise sogar einen Zeitslot mitbuchen.
Madeira gilt als wahres Paradies für Wanderfans: Milde Temperaturen und spektakuläre Routen mit atemberaubendem Meerblick locken jährlich mehr als zwei Millionen Touristen an. Um dem sogenannten Overtourism entgegenzuwirken und Wanderwege zu schützen, gilt seit Jahresbeginn eine neue Regelung: Für bestimmte Routen müssen Besucher über die Plattform „SIMplifica“ auf dem Regierungsportal der Insel vorab ein Zeitfenster reservieren. Die Reservierung ist für alle verpflichtend – auch für Kinder. Für Touristen kostet der Zugang zu einem Wanderweg 4,50 Euro pro Person (ab 12 Jahren). Alternativ gibt es Tages-, Drei- oder Sieben-Tage-Tickets, mit denen mehrere Routen kombiniert werden können. Wer ohne Buchung unterwegs ist, riskiert Strafen von bis zu 50 Euro.
Auch in anderen europäischen Destinationen müssen Naturfans mittlerweile Eintritt bezahlen. Im spanischen Andalusien kostet der Besuch des spektakulären UNESCO-Wanderwegs „Caminito del Rey' rund zehn Euro pro Person.
Auch der Besuch der Felsenlandschaft Adršpach in Tschechien oder der Zugang zur bekannten geothermischen Lagune „Blue Lagoon“ in Island ist bereits kostenpflichtig.
In Österreich wandert man noch gratis
In Österreich sind die allermeisten Wanderwege kostenlos und frei zugänglich. Es gibt jedoch einige Ausnahmen und Sonderfälle, bei denen Gebühren anfallen können:
- Naturparks und Nationalparks mit Eintrittsgeld: Manche Schutzgebiete verlangen eine Eintrittsgebühr für das gesamte Gebiet, wodurch auch die darin liegenden Wege kostenpflichtig werden – z. B. bestimmte Zonen im Nationalpark Hohe Tauern oder der Naturpark Ötscher-Tormäuer (teilweise).
- Privat bewirtschaftete Schluchten und Klammen: Hier ist eine Gebühr sehr verbreitet. Bekannte Beispiele:
- Liechtensteinklamm (Salzburg)
- Seisenbergklamm (Salzburg)
- Breitachklamm (liegt zwar in Bayern, aber nahe der Grenze)
- Raggaschlucht (Kärnten)
- Ötscher-Tropfsteinhöhle mit umliegenden Wegen
- Gesicherte Klettersteige auf Privatgrund: Vereinzelt werden für aufwendig angelegte und gewartete Klettersteige Nutzungsgebühren erhoben.
- Almen und Privatgelände: Auf manchen Privatwegen kann eine symbolische Maut verlangt werden, etwa für Forststraßen, die als Wanderweg genutzt werden.
Auch für beliebte Sehenswürdigkeiten wird Eintritt fällig
Nicht nur Naturgebiete, auch andere Tourismus-Hotspots reagieren auf den starken Besucherandrang. Seit Februar 2026 kostet der Zugang zum berühmten Trevi-Brunnen in Rom zwei Euro pro Person. „Der Blick auf den Brunnen von der Piazza aus bleibt allerdings weiterhin kostenlos – bezahlen muss nur, wer direkt an das Wasserbecken möchte", erklärt ÖAMTC-Expertin Polasek.
Neue Kosten fallen auch in Griechenland an: Kreuzfahrt-Passagiere müssen in beliebten Häfen beim Landgang eine Gebühr entrichten. Besonders stark frequentierte Inseln wie Santorin oder Mykonos verlangen in der Hochsaison bis zu 20 Euro pro Person.
Urlaubskosten planen
Damit zusätzliche Gebühren nicht zur unangenehmen Überraschung werden, empfiehlt die ÖAMTC-Reiseexpertin, das Urlaubsbudget frühzeitig zu planen.
„Auch wenn einzelne Gebühren oft gering erscheinen – bei einer Familie oder einer Gruppenreise können sich Eintrittskosten rasch summieren und die Gesamtkosten können damit deutlich höher ausfallen, als ursprünglich gedacht“, so Polasek. Zur Unterstützung bei der Urlaubsplanung empfiehlt sie die ÖAMTC App „Meine Reise": Mit dem integrierten Tool „Reisebudget“ lassen sich dort Ausgaben für Unterkunft, Verpflegung, Aktivitäten oder Eintrittsgebühren einfach planen und gut im Blick behalten.