Voraussetzung für eine Förderung ist ein Gemeinderatsbeschluss sowie die Ausrichtung der Projekte an der „OÖ Hausordnung“, die verbindliche Regeln für das Zusammenleben definiert.
© Fotokerschi/Werner Kerschbaummayr
Fördertopf für Integrationsprojekte gefüllt
Das Land Oberösterreich hat am 29. April in Linz einen neuen Fördertopf für Integrationsmaßnahmen vorgestellt. Ab Mitte Mai 2026 stehen insgesamt 250.000 Euro für Gemeinden und Vereine bereit, um Integrationskonzepte vor Ort umzusetzen.
Ziel der Initiative ist es, insbesondere sogenannte Hotspot-Gemeinden mit hohem Anteil nicht-deutschsprachiger Bevölkerung gezielt zu unterstützen. Voraussetzung für eine Förderung ist ein Gemeinderatsbeschluss sowie die Ausrichtung der Projekte an der „OÖ Hausordnung“, die verbindliche Regeln für das Zusammenleben definiert.
Integrations-Landesrat Christian Dörfel betonte die klare Linie des Landes: „Wer in Oberösterreich lebt, muss unsere Werte, Regeln und unsere Lebensweise akzeptieren.“ Gleichzeitig brauche es konkrete Unterstützung vor Ort, um Integration erfolgreich umzusetzen.
Förderkriterien und Einreichfrist
Der Fördertopf richtet sich an Gemeinden mit mehr als 20 Prozent nicht-deutscher Muttersprache sowie an Vereine. Gefördert werden Projekte etwa in den Bereichen Sprachförderung, Alltagsorientierung, Gewaltprävention oder interkultureller Dialog. Pro Projekt sind bis zu 5.000 Euro möglich, bei einer Förderquote von bis zu 90 Prozent der Kosten. Der Einreichzeitraum läuft vom 15. Mai bis 15. September 2026.
Unterschiedlicher Integrationsdruck im Land
Hintergrund ist der regional unterschiedlich ausgeprägte Integrationsbedarf in Oberösterreich. Städte wie Wels, Linz oder Steyr weisen einen besonders hohen Anteil im Ausland geborener Bevölkerung auf. Insgesamt gelten rund 40 Gemeinden landesweit als Integrations-Hotspots.
Steyrs Vizebürgermeister Michael Schodermayr verwies auf bestehende Maßnahmen: „Sprache ist der Schlüssel zu Integration“, sagte er und nannte Programme wie Sprachförderung, Lernhilfe und Sommer-Camps für Kinder. Bürgermeister Daniel Lang aus Mattighofen ergänzte, die Hausordnung schaffe „eine Anleitung zum konfliktfreien Zusammenleben“ und erleichtere die praktische Integrationsarbeit in Gemeinden.
Hausordnung als strategische Grundlage
Die „OÖ Hausordnung“ bildet die Basis der Integrationsstrategie des Landes. Sie umfasst zentrale Prinzipien wie Deutsch als gemeinsame Sprache, Respekt gegenüber staatlichen Regeln sowie Integration über Arbeit und gesellschaftliche Teilhabe.
Mit dem neuen Förderinstrument will das Land bestehende Maßnahmen ergänzen und die Verantwortung stärker auf kommunaler Ebene verankern. Gemeinden und Vereine sollen konkrete Projekte entwickeln, die den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken und Integrationsprozesse beschleunigen.