brennende Elektrogeräte
Wenn Rauch oder Flammen sichtbar werden, ist die Brandentwicklung oft bereits weit fortgeschritten.
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Elektrogeräte im Alltag sicher nutzen, Brände verhindern

7. Juni 2026
Elektrische Energie begleitet unseren Alltag so selbstverständlich, dass der Umgang damit oft kaum noch hinterfragt wird. Ob Beleuchtung, Küchengeräte, Heizgeräte, Unterhaltungselektronik, Werkzeuge, Smartphones, Laptops oder E-Bikes: In privaten Haushalten ist Strom nahezu ständig im Einsatz. Gerade diese Allgegenwärtigkeit kann jedoch dazu führen, Vorsichtsmaßnahmen zu vernachlässigen – mit teils schwerwiegenden Folgen – denn nach wie vor zählt elektrische Energie mit zu den häufigsten Ursachen für Brände im Wohnbereich.

Elektrobrände entstehen oft ohne klare Vorzeichen. Leitungen, Steckdosen oder Geräte können über lange Zeit scheinbar problemlos funktionieren. Durch Alterung, Verschmutzung, oder Überlastung kann es jedoch plötzlich zu Überhitzung, Lichtbögen oder Schwelbränden kommen. Besonders gefährlich: solche Brände entwickeln sich häufig unbemerkt – etwa hinter Möbeln, Verkleidungen oder Vorhängen. 

Wenn Rauch oder Flammen sichtbar werden, ist die Brandentwicklung oft bereits weit fortgeschritten. In Österreich werden laut jüngeren Schadensstatistiken rund 15 Prozent der Brände durch elektrische Energie verursacht. Im Jahr 2024 waren 1.153 Brände auf elektrische Ursachen zurückzuführen. Häufige Auslöser sind defekte Elektrogeräte, beschädigte Leitungen, überlastete Steckdosen, verschmutzte oder gealterte Kontakte sowie unsachgemäßer Umgang mit Akkus und Ladegeräten.

Akkus: Alltagshelfer mit Brandrisiko

Ein wachsendes Problem stellen Lithium-Ionen-Akkus dar. Sie befinden sich in vielen Geräten des Alltags, unter anderem in Smartphones, Laptops, Tablets, Akkuschraubern, Gartengeräten, Spielzeug, E-Scootern und E-Bikes. Laut einer aktuellen KFV-Umfrage unter 2.000 Personen in Österreich verfügt jeder Haushalt im Schnitt zwischen zehn und 14 Akkus oder akkubetriebene Geräte. Grundsätzlich sind diese bei sachgemäßer Verwendung sicher. Werden sie jedoch beschädigt, falsch geladen, überhitzt oder mit minderwertigem Zubehör betrieben, kann es zu gefährlicher Wärmeentwicklung, Rauch, Feuer oder sogar Explosionen kommen. 

Christian Schimanofsky, Direktor des KFV betont: „Das Brandrisiko entsteht nicht durch den Akku allein, sondern durch das Zusammenspiel von Überladung, mechanischen Beschädigungen, Hitze oder minderwertigen Ladegeräten, die zumeist über keine oder nur unzureichende Schutzmechanismen verfügen. Diese Faktoren können zu einer Überhitzung des Geräts führen und beim Laden auf brennbaren Unterlagen oder ohne Aufsicht das Brandrisiko deutlich erhöhen.“

Warnzeichen ernst nehmen 

Warnzeichen für einen defekten Akku sind ungewöhnliche Erwärmung, Geruchsentwicklung, Verformung, Aufblähen oder Rauch. In solchen Fällen darf das Gerät nicht weiterverwendet werden. Beschädigte oder auffällige Akkus müssen fachgerecht entsorgt werden, etwa im Fachhandel oder in Altstoffsammelzentren. Eine Entsorgung über den Restmüll ist unbedingt zu vermeiden.

Ladegeräte und Kabel bewusst auswählen

Auch Ladegeräte und Ladekabel können zur Gefahr werden. Minderwertige Produkte verfügen oft über unzureichende Schutzmechanismen gegen Überhitzung, Kurzschluss oder Überstrom. Dadurch können Geräte innerhalb kurzer Zeit sehr hohe Temperaturen erreichen. Besonders riskant sind Billigprodukte, fehlende Kennzeichnungen oder falsche Kombinationen aus Netzteil und Kabel. Empfohlen wird, nur passende Ladegeräte und Kabel zu verwenden, möglichst Originalzubehör oder hochwertige geprüfte Produkte. Akkus sollten beim Laden auf einer festen, nicht brennbaren Unterlage liegen und nicht abgedeckt werden. E-Bike-Akkus oder größere Geräte sollten nach längerer Lagerung beim ersten Ladevorgang besonders beobachtet werden.

Was Haushalte tun können

Zur wirksamen Brandprävention tragen vor allem einfache Routinen bei: Elektroinstallationen sollten ausschließlich von qualifizierten Fachpersonen durchgeführt werden. 

  • Defekte, beschädigte oder verschmutzte Komponenten sind rasch zu reinigen, zu erneuern oder instand zu setzen. Eigenreparaturen ohne Fachkenntnis erhöhen das Risiko erheblich. 
  • Geräte mit Wärmeentwicklung, etwa Bügeleisen, Kochplatten oder Heizgeräte, sollten nur unter Aufsicht betrieben und nach Gebrauch konsequent ausgeschaltet werden. 
  • Netzteile, Mehrfachsteckdosen und Elektrogeräte dürfen nicht abgedeckt oder in schlecht belüfteten Bereichen verwendet werden. 
  • Fehlerstrom-Schutzschalter und Sicherungen sollten regelmäßig überprüft werden, mindestens zweimal jährlich über die Test-Taste sowie wiederkehrend durch eine Elektrofachkraft. 
  • Besonders wichtig sind Rauchwarnmelder. Sie erkennen Brandentwicklung frühzeitig und verschaffen Bewohnerinnen und Bewohnern wertvolle Zeit, um sich in Sicherheit zu bringen oder Hilfe zu rufen.

Gemeinden als wichtige Partner in der Prävention

Gemeinden können einen entscheidenden Beitrag leisten, indem sie Sicherheitstipps regelmäßig über Gemeindezeitungen, Websites, soziale Medien, Bürgerservice-Stellen oder Veranstaltungen verbreiten. Besonders wirkungsvoll sind einfache, alltagsnahe Botschaften: Steckdosen nicht überlasten, Akkus nicht unbeaufsichtigt laden, beschädigte Geräte nicht weiterverwenden und Rauchwarnmelder installieren.

Das Risiko eines Elektrobrandes lässt sich nicht vollständig ausschließen. Durch fachgerechte Installation, regelmäßige Wartung, den bewussten Umgang mit Geräten und Akkus sowie einfache Vorsichtsmaßnahmen lässt sich die Brandgefahr jedoch deutlich verringern. Gerade in unserem zunehmend elektrifizierten Alltag wird ein bewusster und sicherer Umgang mit elektrischen Geräten immer wichtiger.

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