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Bevölkerungsschwund im Osten

"Österreich hat 7,796.000 Einwohner.“ So lautete die Schlagzeile eines Beitrags in der Ausgabe 19 des Kommunaljournals vom Juli 1993. Schon damals lag der Bevölkerungsschwerpunkt im Osten, aber interessant an der Aufstellung war, dass die Bundesländer Kärnten, Wien und das Burgenland „unterdurchschnittliche Bevölkerungszuwächse verzeichnen“.

Die Steiermark war 1991 – dies das Datum der behandelten Volkszählung – war das einzige Bundesland mit einer rückläufigen Bevölkerungszahl, wenn auch nur um 0,2 Prozent. Die anderen acht Bundesländer verzeichneten Zuwächse, die größten in den westlichen Bundesländern Salzburg (plus 9,1 Prozent), Vorarlberg (plus 8,6 Prozent), Tirol mit 7,6 Prozent und Oberösterreich mit fünf Prozent. Der Bevölkerungsanstieg Niederösterreichs lag demnach mit 3,2 Prozent genau im Bundesschnitt. Unter diesem Bundesschnitt lagen Kärnten mit einem Zuwachs von 2,3 Prozent, Wien mit plus 0,6 Prozent und das Burgenland mit einem Plus von 0,4 Prozent.

Zurückzuführen war 1993 die Steigerung von rund 240.000 Personen auf die Zuwanderung, nicht auf einen Geburtenüberschuss (der betrug lediglich 23.000). Zumindest daran hat sich bis heute nichts geändert.

Und heute?

Immer noch liegt der Schwerpunkt der österreichischen Bevölkerung im Osten, ein großer Teil der Bevölkerung lebt in der Hauptstadt Wien. Anfang 2018 lebten in Österreich rund 8,8 Millionen Einwohner und damit mehr als noch zehn Jahre zuvor, als es rund 8,3 Millionen waren. Die Bevölkerungszahl steigt seit Jahren, insbesondere durch eine verstärkte Einwanderung.

Für das Jahr 2050 wird eine Bevölkerungszahl von knapp 9,5 Millionen Einwohnern erwartet; die österreichische Hauptstadt Wien soll laut Prognosen der Statistik Austria bereits im Jahr 2029 die Zwei-Millionen-Grenze überschreiten.