Für extremes Gelände gebaut: Autonome und ferngesteuerte Geräteträger meistern Böschungen und schwer zugängliche Flächen.
© dechevm - stock.adobe.com
Autonome Systeme im Bauhof: Zwischen Praxistauglichkeit und Pilotbetrieb
Robotergestützte Lösungen entwickeln sich rasant und finden zunehmend Eingang in kommunale Anwendungen. Während einzelne Bereiche bereits wirtschaftlich und technisch überzeugen, erfordern andere noch umfangreiche Tests – und eine realistische Bewertung ihrer Einsatzgrenzen.
Ein Rasenmäher, der nachts mäht, während die Gemeindebediensteten schlafen. Eine Kehrmaschine, die autonom durch enge Gassen fährt – fernüberwacht von einem Bildschirm im Bauhofbüro. Ein Reinigungsroboter, der Markthallen und Sportanlagen schrubbt, ohne dass jemand den Hebel anfasst. Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction klang, hält in österreichischen und europäischen Gemeinden langsam, aber stetig Einzug. Der Markt ist im Aufbruch, die Technologie reif – und die kommunale Praxis muss mithalten.
Der Fachkräftemangel als Treiber
Wer heute einen Bauhofleiter fragt, woher sein größtes Problem kommt, erhält meistens dieselbe Antwort: Personal. Qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für körperlich belastende, monotone oder gefährliche Außenarbeiten zu finden, wird für Gemeinden jeder Größenordnung schwieriger. Gleichzeitig wachsen die Grünflächen, steigen Anforderungen an die Sauberkeit öffentlicher Räume, und die Bürgerinnen und Bürger erwarten mehr. In diesem Spannungsfeld rücken autonome Kommunalmaschinen in den Fokus – nicht als Ersatz für qualifizierte Kräfte, sondern als Entlastung bei Routinetätigkeiten.
Die Zahlen unterlegen den Trend eindrücklich. Laut einer Marktanalyse von Mordor Intelligence erreicht der globale Markt für Mähroboter im Jahr 2025 ein Volumen von 2,4 Milliarden US-Dollar – mit einer jährlichen Wachstumsrate von 14,4 %, die bis 2030 zu einem Marktvolumen von rund 4,7 Milliarden US-Dollar führen soll.1 Europa ist dabei das führende Marktsegment: Mit 45,3 % des globalen Umsatzes im Jahr 2024 dominiert der Kontinent vor Nordamerika – getrieben von hohen Lohnkosten, strikten Emissionsvorschriften und einer ausgeprägten kommunalen Grünflächen-Infrastruktur.2
Der kommerzielle Sektor – also Kommunen, Sportvereine, Golfanlagen, Friedhöfe und Gewerbegebiete – wächst besonders dynamisch. Analysehäuser wie Technavio prognostizieren für dieses Segment eine Wachstumsrate von 17,2 % jährlich, mit Amortisationszeiten von knapp zwei Jahren.3
Mähroboter: Vom Gartengerät zur Kommunallösung
Husqvarna gilt als Pionier der autonomen Rasenpflege. Bereits 1995 brachte das schwedische Unternehmen den ersten kommerziellen Mähroboter weltweit auf den Markt.4 Heute bedienen zwei Produktlinien den kommunalen Markt gezielt: der Automower® EPOS für kleinere und mittlere Rasenflächen bis zu 8.000 m² täglich, sowie die CEORA®-Serie für großflächige Anlagen wie Stadien, Sportparks und öffentliche Grünzonen.
Das EPOS-System (Exact Positioning Operating System) setzt auf Satellitennavigation statt auf im Boden verlegter Begrenzungskabel. Der Mähroboter arbeitet innerhalb virtuell definierter Bereiche mit einer Genauigkeit von 2–3 Zentimetern, die Begrenzungen können per Smartphone-App jederzeit angepasst werden.5
Im Hamburger Stadtpark Planten und Blomen wurde ein EPOS-Automower auf einer öffentlichen Fläche von 1.200 m² – direkt an einem Fußweg und angrenzend an einen Veranstaltungssee – in Betrieb genommen.6 Die CEORA®-Großflächenserie schafft täglich bis zu 25.000 m² und soll laut Herstellerangaben die Gesamtkosten der Grünflächenpflege um bis zu 30 % senken.7 Im Oktober 2025 präsentierte Husqvarna eine neue KI-fähige Plattform mit Nachtsicht-Kameraaufsatz ab 2026.8
Das EUROGREEN-Öko-Institut kam in einer Vergleichsstudie zu dem Ergebnis: Autonome Mähroboter können die Hauptpflegekosten im Amateurbereich um rund 50 % reduzieren – relevant für Gemeinden, die mehrere Sportplätze betreiben und externe Dienstleister oder Ehrenamt einsetzen.9
Österreichische Innovation: Der REFORM Metron
Nicht nur international, auch in Österreich wird aktiv entwickelt. Die REFORM-Werke Bauer & Co. GmbH aus Wels (Oberösterreich) präsentierte mit dem Metron P48 RC den ersten funkferngesteuerten Geräteträger mit echtem Hybridantrieb: Vier Elektro-Radmotoren, keine Hydraulikkomponenten, Fernbedienung mit 400 m Reichweite. Anbaugeräte wie Schlegelmulcher, Kehrbesen oder Schneepflug machen ihn zum Ganzjahresgerät. Auf der GaLaBau Nürnberg erhielt er unmittelbar bei der Erstpräsentation den Innovationspreis.10
Das Forschungsprojekt AUTILITY zielt auf vollautomatisierte Transport- und Arbeitsabläufe auf Basis der Metron-Plattform ab – Flächenbearbeitung (Mähen, Kehren) ebenso wie ein automatisierter Transportzug am Flughafen Linz. Die gesamte Sensorik ist laut Unternehmensangaben bereits aufgebaut und befindet sich in der Testphase.11
Kärcher KIRA: Reinigungsroboter mit Publikumszulassung
Mit der KIRA-Plattform (Kärcher Intelligent Robotic Application) hat das weltweit führende Reinigungstechnik-Unternehmen Alfred Kärcher SE & Co. KG aus Winnenden eine eigene Robotiklinie für den professionellen Einsatz aufgebaut – besonders relevant für kommunale Hallen, Markthallen, Bahnhöfe, Veranstaltungsgebäude und Verwaltungszentren.12
Das aktuelle Portfolio umfasst drei Modelle: Der KIRA B 50 reinigt mittlere bis große Bodenflächen als autonome Scheuersaugmaschine mit einer theoretischen Flächenleistung von rund 2.300 m²/h. Der im Frühjahr 2025 auf der LogiMAT vorgestellte KIRA B 200 ist auf großflächige Hallen- und Logistikbereiche ausgelegt (200-Liter-Frischwassertank, bis zu 4 Stunden Batterielaufzeit). Der KIRA CV 50 ist ein autonomer Saugroboter für Teppich- und Hartböden.13
Was KIRA von vielen Wettbewerbern unterscheidet: Alle Modelle sind nach IEC 63327 sicherheitszertifiziert und damit für den Betrieb bei Publikumsverkehr zugelassen – ein entscheidender Faktor für kommunale Einrichtungen mit Bürger- und Besucherbetrieb. Ein Multisensorsystem mit 360°-Rundumsicht (LiDAR, Ultraschall, 3D-Sensoren) erkennt Hindernisse, Überhänge und Glasflächen. Kärcher-Produktmanagerin Alina Seitter betont den Kundennutzen der IoT-Vernetzung: Die cloudbasierte Remote-Überwachung ermöglicht digitale Reinigungsnachweise und sofortige Fehlermeldungen auf mobile Endgeräte.14
Die optionale Dockingstation erlaubt vollautonomen Rund-um-die-Uhr-Betrieb: Der Roboter befüllt Frischwassertank, entleert Schmutzwasser, spült den Tank und lädt sich eigenständig auf. Hersteller-Angaben zufolge reduziert der Einsatz der KIRA-Roboter die Personalkosten bei der Bodenreinigung um bis zu 80 %.15
STIHL iMOW: Hangtauglich bis 60 % – auch für kommunale Böschungen
Der Motorgerätehersteller Andreas Stihl AG & Co. KG aus Waiblingen bietet mit der iMOW®-Serie Mähroboter für Flächen von 1.500 m² bis 5.000 m² an – in sechs Modellen (iMOW 5, 6, 7 und die leistungsstärkeren EVO-Varianten). STIHL benennt als strategisches Ziel, bis 2035 ein Akkuproduktmix von 80 % zu erreichen.16
Für den kommunalen Einsatz besonders interessant ist die außergewöhnliche Hangtauglichkeit: Die EVO-Modelle bewältigen Steigungen bis zu 55 %, mit optionalem Upgrade Kit sogar bis 60 %. Das macht sie geeignet für Straßenböschungen, Grabenpflege und Schutzstreifenmahd – Bereiche, in denen das Arbeiten für Personal gefährlich oder aufwändig ist. Navigation erfolgt über Ultraschallsensoren und Neigungssensoren; Steuerung via MY iMOW®-App über Bluetooth, WLAN oder Mobilfunk.17
Wie STIHL selbst kommuniziert, richten sich die Geräte neben Privatanwendern ausdrücklich auch an Landschaftsgärtner und Kommunen. Ein Begrenzungskabel ist derzeit noch erforderlich, STIHL entwickelt im Wettbewerb kabellose GPS-Navigationslösungen für künftige Modelle.18
Kehrroboter: Straßenreinigung auf dem Weg zur Autonomie
Während autonome Mähroboter bereits breit im Einsatz sind, befindet sich die Straßenreinigung durch Roboter noch in intensiver Erprobung. Das weltweit bemerkenswerteste Pilotprojekt läuft in Singapur: Der Bucher CityCat 2020ev, ein vollelektrisches Kompaktfahrzeug der Schweizer Bucher Municipal AG, wurde vom Berliner Start-up ENWAY GmbH mit Autonomie-Technologie ausgestattet und erhielt als Fahrzeug "Donner" als weltweit erste vollautonome Kehrmaschine die offizielle Straßenzulassung in Singapur.19
Das Fahrzeug wird von einem Teleoperation-Center fernüberwacht. Singapurs Nationale Umweltbehörde (NEA) führt seitdem progressive Probebetriebe durch.20
Aus Finnland kommt der Trombia Free von Trombia Technologies: Dieser vollautonome Kehrroboter navigiert per LIDAR und KI, fährt mit maximal 6 km/h und verbraucht laut Herstellerangaben nur rund 15 % der Energie herkömmlicher Diesel-Kehrmaschinen – bei einer Betriebsdauer von bis zu 17 Stunden pro Ladung.21
Im Bereich der Hallenreinigung ist die Autonomisierung weiter: Hako präsentierte auf der LogiMAT 2024 den Scrubmaster B75 i mit Mapping-Technologie.22 Das Schweizer Unternehmen KEMARO bietet den K900 als weltweit ersten autonomen Kehrsaugroboter für Industrie und Gewerbe an.23
Friedhöfe, Hanglagen, Sonderflächen: Roboter gehen dorthin, wo es gefährlich wird
Böschungsmähen an Straßen, Gewässerrändern oder unter Hochspannungsleitungen ist für Personal gefährlich. Ferngesteuerte Geräteträger wie der REFORM Metron übernehmen diese Tätigkeiten – der Bediener bleibt von einem sicheren Standort aus in der Kontrolle.
Auf Friedhöfen nutzt die Firma Innok Robotics die Schließzeiten: Der Bewässerungsroboter "Rainos" fährt nach Schließung der Tore autonom über die Friedhofswege und bewässert Grabstellen gemäß den Aufträgen der Friedhofsverwaltung – eine Lösung, die Personalressourcen schont und ein gefragtes Serviceangebot an Grabpächter ermöglicht.24
Bei komplexem Gelände bleiben Grenzen bestehen. Klaus Mies von den Agria-Werken betonte, dass jeder Stein und jeder Strauch stören kann.25 Die Lösung in der Praxis: Supervisor-Konzepte, bei denen eine Person mehrere Geräte gleichzeitig überwacht. Husqvarna ermöglicht dies über das Fleet Services-Flottenmanagement.26
Stimmen aus der Praxis – was Gemeinden und Vereine berichten
Die eigentliche Bewährungsprobe findet nicht auf Messen, sondern im Alltag statt. KOMMUNAL hat Erfahrungsberichte aus deutschen und österreichischen Gemeinden sowie kommunalen Sportanlagen ausgewertet.
|
„In den Sommermonaten hat der Roboter super gearbeitet, Schnittbild 1a. Wenn es aber nasser wurde, haben sich Klingen und Räder gerne mit dem feuchten Schnittgut blockiert." Jürgen Becker, Bauhofleiter Verbandsgemeinde Konz-Niedermennig (RLP) – nach Pilottest 2017, Quelle: kommunal.at ²⁷ |
Becker zog nach dem Test die Reißleine: Der Mähroboter wurde nicht gekauft. Die Gemeinde Konz hatte jedoch einen entscheidenden Lerneffekt gemacht: Allwettertauglichkeit und Geländequalität sind Grundvoraussetzungen, die vor der Investition geprüft werden müssen.27
|
„Das Schnittbild ist tadellos. Ich habe einmal einen Schürsenkel hingelegt und der Roboter hat sofort abgeschaltet. Andererseits sind nach dem großen Sturm jede Menge kleine Äste herumgelegen – die muss man dann vor dem Mähen entfernen." Uwe Wicke, Leiter Grünraumabteilung, Gemeinde Weyhe (NI) – nach erstem Saisonbetrieb 2018, Quelle: kommunal.at ²⁷ |
In Weyhe wurde der Allwettermäher bereits nach der ersten Saison als Erfolg bewertet – mit einer klaren Konsequenz: Es wurde angedacht, einen zweiten Platz vom Mähroboter bearbeiten zu lassen. Die Zusammenarbeit mit den Nutzern – in diesem Fall den Sportvereinen – erwies sich als ebenso wichtig wie die Technik selbst.27
|
„Unsere Greenkeeper können durch Automower Club nicht nur viel Zeit sparen und die Qualität unserer Trainingsplätze deutlich verbessern – gleichzeitig können sie wichtige Rasenpflege-Maßnahmen jederzeit und so einfach wie nie durchführen." Markus Weibler, SSV Ulm 1846 Fußball e.V. (BW) – nach Einführung Automower Club Solution 2019, Quelle: stadtundgruen.de ²⁸ |
|
„Hervorragend, nie war unser Stadion und der Trainingsplatz in einem derart guten Zustand." Claus Dietz, Vorstand TSV Allmendingen (BW) – nach zweiter Mähsaison mit drei Automower 265 ACX auf 16.000 m², Quelle: robomaeher.de ²⁹ |
Dietz ergänzt, dass ihn vor allem die positiven Erfahrungen des benachbarten SV Niederhofen überzeugt hatten: ein klassischer Lerneffekt unter Kommunen und Vereinen, der zeigt, wie wichtig Netzwerke und Erfahrungsaustausch bei der Einführung neuer Technologien sind.29
|
„Die Roboter leisten einwandfreie Arbeit. Den anderen Gemeinden empfehle ich, sich auch auf das Roboterabenteuer einzulassen." Elisabeth Bonde, Sportplatzbetreiberin der Gemeinde Assens (DK) – nach Aufbau einer Flotte von 10 Mährobotern seit 2015, Quelle: belrobotics.com ³⁰ |
|
„Es ist als langfristiger Trend klar abzusehen, dass Mähroboter auf jeden Fall überall zum Einsatz kommen werden, wo Sportrasen gepflegt wird. Gerade wenn eine Stadt eher wenige Plätze zu betreuen hat, zeigt sich dann auch die Nachhaltigkeit – man spart sich wenig ausgelastete Traktoren und Mähdecks." Dominic Heiler, Sportplatzbau-Unternehmen heiler GmbH & Co. KG (BW) – Branchenexperte mit zahlreichen kommunalen Projekten, Quelle: sportplatzwelt.de ³¹ |
Heiler räumt freilich ein, dass die Investitionsvolumina für einen vollständigen Ersatz des kommunalen Fuhrparks derzeit noch zu hoch seien – aber mit der Zeit würden sich Roboter endgültig durchsetzen. Auf infrastruktureller Seite sieht er die Gemeinden gut aufgestellt: 4G RTK-GPS-Netzabdeckung sei in den Städten großteils vorhanden, für ganzen Roboterflotten reiche eine einzige Basisstation mit 15 km Reichweite.31
Der rechtliche Rahmen: Wer haftet, wenn der Roboter einen Schaden verursacht?
Für österreichische Gemeinden ist die Haftungsfrage zentral. Das ABGB knüpft Schadensersatz grundsätzlich an menschliches Verschulden – ein Konzept, das bei autonomen Systemen an Grenzen stößt.32 Das österreichische Produkthaftungsgesetz (PHG) ist anwendbar; mit der neuen EU-Produkthaftungsrichtlinie 2024, die bis 2026 in nationales Recht umgesetzt werden muss, wird der Schutz ausdrücklich auf Software und KI-Steuersysteme ausgedehnt.33
Ein aktuelles IKEM-Rechtsgutachten (September 2024) resümiert: Der aktuelle Rechtsrahmen ist nicht auf den Einsatz autonomer mobiler Roboter ausgelegt. Genehmigungsverfahren für den öffentlichen Raum seien mit zahlreichen Komplikationen verbunden und oft von Einzelfallentscheidungen abhängig.34
Die Maschinenverordnung (EU) 2023/1230, die ab 20. Jänner 2027 gilt, ist der erste EU-Rechtsakt, der den Begriff des autonomen mobilen Roboters explizit nennt.35 Der EU AI Act (seit August 2024 stufenweise in Kraft) verpflichtet bei sicherheitskritischen KI-Systemen zu Risikomanagement und menschlicher Aufsicht.36
Für Gemeinden in der Praxis: Bis die EU-Maschinenverordnung 2027 klare Spielregeln setzt, empfiehlt sich der Einsatz auf gesicherten oder privaten Flächen und eine individuelle rechtliche Absicherung pro Projekt.
| Produktübersicht: Autonome Kommunalmaschinen ausgewählter Anbieter |
|
MÄHROBOTER (kommunal/gewerblich) → Husqvarna CEORA® (bis 50.000 m²/Tag, EPOS-GPS, Kostenreduktion bis 30%) → Husqvarna Automower® EPOS (bis 8.000 m²/Tag, Parks, Friedhöfe, Sportanlagen) → STIHL iMOW® EVO-Serie (bis 5.000 m², Steigungen bis 60%, kommunale Böschungen) FERNGEST./AUTONOME GERÄTETRÄGER → REFORM Metron P48 RC (Wels/AT): Hybrid, Funkfernsteuerung 400 m, 365-Tage-Betrieb → Projekt AUTILITY (Ö): Vollautonomie in Testphase (Fläche + Flughafen Linz) KEHRROBOTER (Straße/Außen) → Bucher/ENWAY "Donner": vollelektr. CityCat 2020ev, Straßenzulassung Singapur → Trombia Free (Helsinki): LIDAR+KI, 85% Energieeinsparung vs. Diesel REINIGUNGSROBOTER (Innen/Hallen) → Kärcher KIRA B 50/BR 200/B 200: IEC 63327 zertifiziert, Publikumsbetrieb zugelassen, cloud-vernetzt, Personalkosten -80%, LogiMAT 2025 → Hako Scrubmaster B75 i: Mapping, autonome Routenführung → Kemaro K900: Autonomer Kehrsaugroboter, Industrie/kommunale Depots SONDERANWENDUNGEN → Innok Robotics "Rainos": Friedhofsbewässerung nach Schließzeiten |
Wirtschaftlichkeit: Was rechnet sich wirklich?
Mähroboter: Husqvarna beziffert die Kostensenkung mit bis zu 30 %; unabhängige Forschung (EUROGREEN/Öko-Institut) nennt 50 % bei der Hauptpflege. STIHL und Husqvarna bieten Leasingmodelle, die Anfangsinvestitionen umgehen.9
Reinigungsroboter: Kärcher gibt Personalkosten-Einsparungen von bis zu 80 % an – ein starkes Argument für kommunale Einrichtungen mit personalintensiver Hallenreinigung. Bei Dauerbetrieb (Hallen, Bahnhöfe) rechnen sich die Geräte oft binnen zwei Jahren.15
Geräteträger: Ferngesteuerte Geräteträger ermöglichen den Ersatz riskanter Arbeitsstunden und erlauben Supervisorkonzepte – eine Person überwacht mehrere Geräte.
Kehrroboter: Belastbare kommunale TCO-Daten liegen noch nicht vor; der deutlich geringere Energieverbrauch (Trombia: max. 10 kW vs. 130 kW bei Diesel)21 verspricht langfristig erhebliche Betriebskosten-Vorteile.
Herausforderungen und offene Fragen
Geländekomplexität: Feuchtes Schnittgut blockiert Klingen und Räder; auf nicht GPS-kartierten Flächen sind Grenzen der Autonomie schnell erreicht. Sicherheitssysteme reagieren zuverlässig, aber bisweilen zu sensibel auf Störobjekte.
Tierschutz: Stiftung-Warentest-Tests zeigen, dass Mähroboter Igelattrappen nicht zuverlässig erkennen. Einige Städte (Leipzig, Köln, Düsseldorf) haben bereits Nachtfahrverbote erlassen oder erwägen sie.37 Für Gemeinden ist das ein Aspekt der Bürgerkommunikation.
IT-Sicherheit: Vernetzte Maschinen sind potenzielle Angriffsziele. Vorfälle aus dem Haushaltsbereich – gekidnappte Saugroboter mit Videofeed – zeigen das Risiko.38
Rechtlicher Graubereich: Bis die EU-Maschinenverordnung 2027 in Kraft tritt, sind Einzelfallentscheidungen und rechtliche Absicherung pro Projekt unerlässlich.
Der Roboter kommt – aber er braucht Begleitung
Autonome und robotergestützte Kommunalmaschinen sind keine Zukunftsmusik mehr. Mähroboter für öffentliche Grünflächen sind technisch ausgereift, wirtschaftlich vertretbar und rechtlich unkompliziert – solange auf gesicherten Flächen eingesetzt. Kärchers KIRA-Plattform erschließt mit der Publikumszulassung nach IEC 63327 auch kommunale Gebäude und Markthallen. STIHL adressiert mit der iMOW-Serie explizit Gemeinden und Landschaftsgärtner – mit besonderer Stärke im Hangbereich.
Die Praxisberichte aus deutschen Gemeinden und Sportvereinen zeigen das vertraute Muster jeder Technologieeinführung: Frühe Adopter berichten von Anlaufschwierigkeiten, spätere Nutzer von begeisterten Ergebnissen. Der Schlüssel liegt in der sorgfältigen Vorbereitung: Geländeanalyse, Einbindung der Nutzer (Vereine, Personal), klare Regeln für den Betrieb auf öffentlichen Flächen und Versicherungsabklärung.
Bei Straßenreinigung und Kehrrobotern für den öffentlichen Raum ist die Technologie noch in der Reifeprüfung. Für kommunale Entscheidungsträger gilt: Jetzt ist der richtige Zeitpunkt für Pilotprojekte. Wer heute startet, hat das Know-how für die nächste Technologiewelle.
Für diesen Beitrag wurden mit Hilfe der KI thematisch verwertbare Studien und Berichte recherchiert und eine grobe Gliederung erstellt. Anschließend wurden mit Hilfe der KI die Fakten gecheckt.
Fußnoten
1 Mordor Intelligence: Robotic Lawn Mower Market Report 2025–2030. Marktgröße 2025: USD 2,4 Mrd., CAGR 14,4 %. URL: mordorintelligence.com/industry-reports/robotic-lawn-mower-market (abgerufen April 2026).
2 Mordor Intelligence (2025), ebd. Europa: 45,3 % globaler Marktanteil 2024; kommerzieller Sektor CAGR 17,2 %, Amortisationszeit ca. 2 Jahre.
3 Technavio: Robotic Lawn Mower Market Analysis 2024–2029. Wachstum USD 2,26 Mrd. bei CAGR 22,4 %. URL: technavio.com/report/robotic-lawn-mower-market-industry-analysis (abgerufen April 2026).
4 Sportplatzwelt.de: "Pflegemaschinen: Klarer Trend zum Roboter". Husqvarna Solarmower 1995 als erster Meilenstein. URL: sportplatzwelt.de/fachwissen/64976 (abgerufen April 2026).
5 Husqvarna GmbH: CEORA und EPOS-System, Pressemitteilung Juni 2021. Genauigkeit 2–3 cm, kabellose Begrenzungen. URL: husqvarna.com/de/branchen-und-losungen/kommunen (abgerufen April 2026).
6 Sportplatzwelt.de: "Extreme Flexibilität durch Mähroboter", Oktober 2020. EPOS-Automower Planten und Blomen Hamburg, 1.200 m². URL: sportplatzwelt.de/news/23356 (abgerufen April 2026).
7 Husqvarna/gabot.de: "Husqvarna läutet mit CEORA Mährobotern eine neue Ära ein", Juli 2021. URL: gabot.de/ansicht/husqvarna-ceora-maehrobotern-eine-neue-aera-410866 (abgerufen April 2026).
8 Husqvarna Presse Hub: "KI-fähige Mähroboter-Plattform", Oktober 2025. Automower 580L EPOS, 580 EPOS, 560 EPOS; Kameraaufsatz ab 2026. URL: husqvarna-presse.com/pressemeldungen/ki-plattform-automower (abgerufen April 2026).
9 Sportplatzwelt.de/EUROGREEN: Dr. Harald Nonn, Deutsche Rasengesellschaft. Öko-Institut-Studie: 50 % Kostenreduktion beim Mähen (Amateurbereich). URL: sportplatzwelt.de/fachwissen/64976 (abgerufen April 2026).
10 REFORM-Werke: "REFORM Metron P48 RC – der revolutionäre Geräteträger"; Innovationspreis GaLaBau Nürnberg. URL: reform.at/news/article/reform-metron-p48-rc-der-revolutionaere-geraetetraeger (abgerufen April 2026).
11 REFORM-Werke: "AUTILITY – Automatisierter Geräteträger für Arbeits- und Transportaufgaben". URL: reform.at/news/article/autility-automatisierter-geraetetraeger (abgerufen April 2026).
12 Kärcher SE & Co. KG: "KIRA – Reinigungsroboter für das Gewerbe". URL: kaercher.com/de/professional/reinigungsroboter.html (abgerufen April 2026).
13 LOGISTRA: "LogiMAT 2025: Kärcher zeigt autonomen Reinigungsroboter KIRA B 200". 200-Liter-Tank, bis 4 h Batterielaufzeit. URL: logistra.de/news/logimat-2025-kaercher-294615 (abgerufen April 2026).
14 IoT Telekom Blog: "Kärcher: Autonome Reinigungsmaschinen sauber vernetzt", September 2023. Alina Seitter, Produktmanagerin Robotics bei Kärcher. URL: iot.telekom.com/de/blog/kaercher-autonome-reinigungsmaschinen (abgerufen April 2026).
15 Kärcher Center Matthes: "Reinigungsroboter für Industrie & Gewerbe". Personalkosten -80 %; IEC 63327 Sicherheitszertifizierung; Dockingstation für vollautonomen Betrieb. URL: matthes-technik.de/kaercher-center/reinigungsroboter (abgerufen April 2026).
16 STIHL: "Strategie 2035 – 80 % Akkuproduktmix". URL: stihl.de/de/technologie/imow (abgerufen April 2026). – Schweihofer.de: "STIHL Neuheiten 2026 für Kommunen und Landschaftsgärtner". URL: schweihofer.de (abgerufen April 2026).
17 STIHL: iMOW® 5/6/7 EVO Serie. Steigungen bis 55 %, mit Upgrade Kit bis 60 %; MY iMOW® App; Bluetooth/WLAN/Mobilfunk. URL: stihl.at/de/ap/imow (abgerufen April 2026).
18 Schweihofer.de/STIHL: "Kommunale Anwendungen" als Zielgruppe genannt. Begrenzungskabel aktuell noch erforderlich. URL: schweihofer.de/collections/neuheiten (abgerufen April 2026).
19 Bucher Municipal AG: "Autonomous Sweeper". URL: buchermunicipal.com/int/news/autonomous-sweeper (abgerufen April 2026).
20 IoT M2M Council / Highways Today: "Singapore gives green light to Enway autonomous road sweeper", Jänner 2021. URL: highways.today/2021/01/15/enway-autonomous-sweeper-singapore (abgerufen April 2026).
21 Cleanthinking.de: "Trombia: Reinigt der Roboter bald auch deutsche Straßen?", Mai 2021. Max. 10 kW vs. 130 kW (Diesel); 85 % Energieeinsparung. URL: cleanthinking.de/trombia (abgerufen April 2026).
22 LOGISTRA: "LogiMAT 2024: Hako zeigt Reinigungsmaschine mit autonomer Routenführung". URL: logistra.de/news/logimat-2024-hako-294274 (abgerufen April 2026).
23 Kemaro AG: "K900 – The World's First Autonomous Sweeping Robot". URL: kemaro.ch/de (abgerufen April 2026).
24 Treffpunkt Kommune: "Mähroboter erobern die Grünflächen", September 2019. Innok Robotics "Rainos" für Friedhöfe. URL: treffpunkt-kommune.de/maehroboter-erobern-die-gruenflaechen (abgerufen April 2026).
25 Treffpunkt Kommune (2019), ebd. Klaus Mies, Agria-Werke: "Jeder Stein, jeder Strauch kann stören."
26 Husqvarna Fleet Services: Echtzeit-Flottenmanagement. URL: husqvarna.com/de/branchen-und-losungen/kommunen (abgerufen April 2026).
27 kommunal.at: "Was bringen Rasenroboter?", April 2018. Erfahrungsberichte Verbandsgemeinde Konz-Niedermennig (Bauhofleiter Jürgen Becker) und Gemeinde Weyhe (Uwe Wicke). URL: kommunal.at/was-bringen-rasenroboter (abgerufen April 2026).
28 Stadt und Grün: "Neue Automower Club-Lösung für Sportplätze", April 2023. Markus Weibler, SSV Ulm 1846. URL: stadtundgruen.de/artikel/neue-automowerr-club-loesung-fuer-sportplaetze-6273 (abgerufen April 2026).
29 robomaeher.de: Interviews zu Mährobotern auf Sportplätzen. Claus Dietz, TSV Allmendingen; Stefan Baier, SV Burgrieden. URL: robomaeher.de/blog/interview-ueber-den-einsatz-von-maehrobotern-als-sportplatzmaeher-im-stadion (abgerufen April 2026).
30 belrobotics.com: "Die Profi-Mähroboter überzeugen die Gemeinde von Assens", Juni 2019. Elisabeth Bonde, Gemeinde Assens (DK), Flotte von 10 Mährobotern. URL: belrobotics.com/de-lu/blog/fallstudien/gemeinde-bewertet-die-professionellen-maehroboter (abgerufen April 2026).
31 Sportplatzwelt.de: Dominic Heiler, heiler GmbH & Co. KG. URL: sportplatzwelt.de/fachwissen/64976 (abgerufen April 2026).
32 PwC Legal Blog: "Zivilrecht-Update: Roboterhaftung?", August 2023. ABGB und PHG bei autonomen Systemen in Österreich. URL: blog.pwclegal.at/zivilrecht-update-roboterhaftung (abgerufen April 2026).
33 EU-Produkthaftungsrichtlinie 2024; Umsetzung in österreichisches Recht bis 2026. Software und KI als haftungsrelevante Produkte. Vgl.: robotikrecht.de/eu-gesetze-robotik (abgerufen April 2026).
34 IKEM Institut für Klimaschutz, Energie und Mobilität: Rechtsgutachten AMR (ROKIT), September 2024. URL: ikem.de/wp-content/uploads/2024/09/2024-09-17_rokit_Rechtsgutachten.pdf (abgerufen April 2026).
35 Maschinenverordnung (EU) 2023/1230, gültig ab 20.01.2027. Erster EU-Rechtsakt, der AMR explizit erwähnt.
36 EU AI Act (Verordnung (EU) 2024/1689), stufenweise Anwendung ab August 2024.
37 testberichte.de: "Mähroboter Test 2026". Nachtfahrverbote Leipzig, Köln, Düsseldorf; Stiftung Warentest zu Igelerkennung. URL: testberichte.de/gartengeraete/rasenmaeher-roboter (abgerufen April 2026).
38 Mordor Intelligence: Domestic Service Robots Market 2026. URL: mordorintelligence.com/industry-reports/domestic-service-robots-market (abgerufen April 2026).