Andreas Schlögl
Andreas Schlögl empfiehlt drei Hebel: Digitalisierung im Innendienst, durchdachte Gemeindekooperationen und ein realistischer Blick auf die „freie Finanzspitze“,
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Der Griff in die eigene Kasse

Wie Gemeinden ihre Finanzspielräume finden

3. September 2026
Rund die Hälfte der österreichischen Gemeinden gilt laut Andreas Schlögl von der BDO mittlerweile als Abgangsgemeinde – Tendenz Richtung 60 Prozent, sollte sich an Ertragsanteilen (+2,7 Prozent) und Personalkosten (+10 Prozent im Jahresvergleich, +67 Prozent seit 2015) nichts ändern. Sein Rat: genauer hinschauen, statt nur die Gesamtsumme zu verwalten – Voranschlagstelle für Voranschlagstelle, inklusive aller „Ermessensausgaben“, die eine Gemeinde nicht gesetzlich leisten muss.

Konkret empfahl Schlögl beim Bürgermeistertag in Bad Aussee drei Hebel: Digitalisierung im Innendienst (bis zu 28 Prozent Zeitersparnis bei Standardverfahren, ohne dass dafür Personal abgebaut werden muss), durchdachte Gemeindekooperationen mit klar definiertem Mehrwert statt Kooperation um der Kooperation willen, und ein realistischer Blick auf die „freie Finanzspitze“ – jenen Betrag, der nach laufenden Kosten und Schuldendienst tatsächlich für Investitionen bleibt. 

Über anonymisierte Benchmarks lässt sich die eigene Gemeinde mit strukturell ähnlichen Kommunen im Bezirk und österreichweit vergleichen, um gezielt zu erkennen, wo tatsächlich Spielraum besteht – etwa bei Gebühren oder freiwilligen Leistungen. Schlögls Fazit: Die Instrumente dafür stehen längst zur Verfügung – es fehlt oft nur der Anstoß, sie tatsächlich zu nutzen, bevor der finanzielle Druck noch größer wird.

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