Recylinghöfe in Österreich
Der richtige Platz für Müll

Was macht mein Recyclinghof?

Letztendlich profitieren alle Bürger in Österreich vom ortsansässigen Recyclinghof. Diese Gemeindeeinrichtung stellt eine Ergänzung zur Restmüll- und Biomüllabholung dar.

Jedes Gemeindemitglied kann all jene Abfallarten am Recyclinghof abgeben, die nicht im Restmüll entsorgt werden können oder dürfen. Grob umrissen zählen dazu Problemstoffe, Elektroaltgeräte, Wertstoffe und Sperrmüll.

Was genau können die Bürger in Österreich zum Recyclinghof bringen?

In den einzelnen Bundesländern gibt es strikte Richtlinien, die sich auf das Thema Abfallentsorgung am Recyclinghof beziehen. Bei der engagierten Müllentsorgung wird streng unterschieden, welche Abfallarten kostenlos vom Bürger abgegeben werden können und bei welchen Müllarten die Entsorgung kostenpflichtig erfolgt. Inwieweit dies von den Kommunen in Österreich praktiziert wird, hängt von den jeweiligen Landes- und Gemeinderegelungen ab.

Recycling: Aus Alt mach Neu!

Damit neue Produkte entstehen, bedarf es der Aufbereitung und der Wiederverwendung von Abfallstoffen. In den Müllanlagen werden wiederverwertbare Abfälle in neue Rohstoffe verwandelt. Dafür sind unterschiedliche Verfahren zuständig. Die Umwelt und die Natur werden durch das Wiederverwerten von Rohstoffen geschützt. Ein Kreislauf entsteht, wobei eine Verschwendung von Rohstoffen vermieden wird.

Die Verantwortlichen am Recyclinghof können nur dann problemlos ihre Arbeit verrichten, wenn sich die Bürger im Zuge der Abfallentsorgung an die gesetzlichen Bestimmungen halten. Das umfasst mitunter die Frage: Was können die Gemeindemitglieder ungeniert und mit gutem Gewissen am Recyclinghof abliefern?

Welche Abfallarten können Bürger in Österreich kostenlos am Recyclinghof ablagern?

  • Altpapier: Bücher, Schulhefte, Prospekte, Poster, loses Papier, Magazine, Schreibpapier, Illustrierte und Zeitungen
  • Metall: Nägel, Blechteile, Fahrräder, Bügelbrett, Sportgeräte und Klappsessel aus Metall, Gussöfen, Maschinenteile, Boiler, Wäscheständer und Metallgeschirr
  • Buntmetalle: Kupferteile. Messingteller, Aluminiumleitern, Töpfe, Pfannen und Waschbecken aus rostfreiem Stahl (NiRoSta)
  • Sperrmüll: All jener Sperrmüll, der aufgrund von seiner Sperrigkeit oder Größe nicht in den Restmüllbehälter im Haushalt hineinpasst wie beispielsweise Sportgeräte aus Kunststoff, Schischuhe und Schi, Spielgeräte, Matratzen, Textilbespannungen und Ähnliches
  • Buntglas/Weißglas: Marmeladegläser, Kosmetikflaschen, Konserven- und Gurkengläser sowie alle Getränkeflaschen aus Glas
  • Gerätebatterien: Abgesehen von Autobatterien (dafür stehen in der Regel eigene, separate Sammelbehälter bereit) können die Bürger alle Batterien abgeben, die in Uhren, Taschenrechnern, Spielzeug und Taschenlampen zu finden sind
  • Grünzeug: Baum- und Strauchschnitt, Balkonblumen, Grünschnitt, Christbäume und Rasenschnitt
  • Elektroaltgeräte (siehe weiter unten)
  • Problemstoffe: Speiseöle und Speisefette. Lacke, Farben, Altöle, Medikamente, Gifte, Pflanzenschutz- und Holzschutzmittel, Fieberthermometer, Laugen, Säuren und Haushaltsreiniger
  • Verpackungen aus: Kraftpapier, Karton, Holz, Metall, Verbundstoff und Kunststoff
  • Lampen: Energiesparlampen, Gasentlade- und Leuchtstofflampen. In den Restmüll gehören die herkömmlichen Glühbirnen

Zu den kostenpflichtigen Abfallarten am Recylinghof zählen:

  • Altreifen: Motorradreifen und Pkw-Reifen, ohne oder mit Felgen
  • Altfenster aus Holz: Holzteile mit einem hohen Spiegel- oder Glasanteil, Holzfenster samt Glasanteil
  • Altholz: Holztüren, Holzfensterrahmen, imprägnierte Hölzer, Holzzäune, Holztürstöcke, Faser- und Spanplatten sowie sonstige Baustellenabfälle aus Holz (Schalmaterial)
  • Flachglas: Drahtglas, Farbglas, Isolierglas, Spiegelglas und Fensterglas ohne Rahmen
  • Baurestmassen: Ausgehärteter Zement, Kübelputz, Klebermassen, Estrich, Verputze und Mörtel, Glasbausteine, Decken- und Dachziegel, Fliesen, Klinker, Keramik, Porzellan, Gasbetonprodukte, Schleifstäube und Trockenbauplatten
  • Kühl- und Gefriergeräte: Klimaanlagen, Eisvitrinen und Kühlvitrinen

All jene Bürger, denen der Umweltschutz am Herzen liegt, folgen dem Credo: Der erste Schritt einer adäquaten Abfallwirtschaft ist das Vermeiden von Müll. Das heißt: Man sollte nicht sofort mit jedem Gegenstand diverse Sammelstellen und Container aufsuchen. Denn oftmals lassen sich scheinbar unbrauchbare Sachen und Artikel ganz leicht reparieren. So bleibt dem Bürger der Gang zum Recyclinghof vorerst einmal erspart.

Welche Kosten erwartet einen am Recyclinghof?

Bei der fachgerechten Entsorgung variieren die Kosten je nach Region, Jahreszeit, Größe und Gewicht. Kleinere kostenpflichtige Einheiten belaufen sich auf einen Kostenpunkt von ungefähr 130 Euro. Bei größeren Abfalleinheiten macht es für den Kunden durchaus Sinn, einen Berater des Recyclinghofes zu sich einzuladen, damit dieser dann vor Ort eine Schätzung durchführen kann. Das ist vor allem bei mehreren und größeren Möbelstücken empfehlenswert. Bringt der Kunde jedoch eigenhändig seine Gegenstände zum Recyclinghof, so fallen die Gesamtkosten deutlich niedriger aus. Zumal vom Kunden weder das Personal noch der Transporter (Lkw) für den Abholdienst bezahlt werden müssen.

Was sollten Bürger bei der engagierten Müllentsorgung am Recyclinghof alles beachten?

Es können am Recyclinghof Abfälle jeglicher Art abgeladen werden. Im Normalfall wird bereits bei der Einfahrtskontrolle genauestens zwischen kostenpflichtigen und kostenlosen Abfällen unterschieden. Vor dem Müllabladen am Recyclinghof sollte der Bürger stets die Öffnungszeiten beachten.

Das Entladen von Abfällen erfolgt nach Vorschrift und auf eigene Gefahr. Das Rauchen ist innerhalb des Recyclinghofes ebenso untersagt wie das Hantieren mit offenem Feuer. Die Preisliste gibt dem Kunden auch vor dem Besuch des Recyclinghofes die Möglichkeit abzuwägen, welche Müllarten infragekommen.

Am Recyclinghof herrschen gewisse Regeln. Deshalb wird das Entladen von Abfällen vom Personal mit Argusaugen überwacht. Den Hinweisen oder Aufforderungen der Verantwortlichen ist Folge zu leisten. Auch gelten auf dem Recyclinggelände die allbekannten Straßenverkehrsordnungen.

Zudem darf absolut nichts auf dem Recyclinghof entwendet bzw. gestohlen werden. Bei einem Fehlverhalten erfolgt für gewöhnlich eine Verwarnung. Bei weiterem Zuwiderhandeln kann der Recyclinghof einen Ausschluss oder eine Wegweisung erwirken. Dies muss jedoch schriftlich erfolgen. Das ganze Areal wird mithilfe von Videokameras überwacht.

Wie werden Elektrogeräte adäquat recycelt?

Für alle Bürger in Österreich gilt, dass Elektroschrott nicht im gewöhnlichen Hausmüll landen darf. Dies ist gesetzlich geregelt. Damit beim Entsorgen von Elektromüll nicht wichtige Rohstoffe verloren gehen, ist es entscheidend dafür zu sorgen, den anfallenden Elektroschrott nicht einfach in die Tonne oder in den Restmüll zu werfen. Der Recyclinghof oder Wertstoffhof ist hierfür der passende Ort. Nicht selten werden alte Elektrogeräte gern von Elektromärkten zurückgenommen.

Folgende alte Elektrogeräte können kostenlos dem Recyclinghof übergeben werden:

  • Bildschirme: PC-Bildschirme, Laptops, Flachbildschirme und TV-Geräte jeglicher Bauweise
  • Große Elektrogeräte: Bürodrucker, Wäschetrockner, Geschirrspüler und Waschmaschinen
  • Kleine Elektrogeräte: kleine Drucker, Handys, Haushaltsgeräte, Computer, Faxgeräte, Küchengeräte, elektrisches Spielzeug, Elektrowerkzeug, Unterhaltungselektronik und Tastaturen
  • Gefrier- und Kühlgeräte: Klimageräte, Kühlschränke und Tiefkühltruhen

Können auch Möbel zum Recyclinghof gebracht werden?

Ausgediente und kaputte Möbel können ebenfalls zum Recyclinghof gebracht werden. Dort werden Materialien wie Metall und Holz wiederverwendet und so gelangt das entsorgte Möbelstück in den normalen Recycling-Kreislauf. Alte Möbel sollten niemals in der nächstbesten Abfalltonne enden und schon gar nicht im Wald oder sonst wo in der freien Natur. Es ist für die gesamte Menschheit viel sinnvoller, nicht mehr benutzbare Möbel dem Recycling zuzuführen. Die Bürger bringen all ihre alten Möbel entweder zu einem Altstoffsammelzentrum oder zum örtlichen Recyclinghof, denn nur dort werden die Abfälle sorgfältig getrennt.

Die Altmöbelentsorgung entspricht stets einer umweltgerechten Entsorgung. Robuste Holzmöbel sowie perfekt erhaltene Schränke, Tische, Regale sowie Stühle sind oft viel zu schade, um sie einfach wegzuwerfen. Alternativ zur engagierten Müllentsorgung am Recyclinghof können brauchbare Möbelstücke auf einem Flohmarkt einen neuen Besitzer finden.

Wie erfahre ich, wann und wo der nächste Sperrmüll ist?

Bewohner von Mehrfamilienhäusern können sich bei der Hausverwaltung erkundigen, wann der nächste Sperrmüll stattfindet. Bürger, die in Eigentumshäusern wohnen, können sich diesbezüglich bei der entsprechenden Stelle im Gemeindeamt informieren. Broschüren und Informationsblätter werden den Bürgern zugestellt, damit diese auch genau wissen, was am Sperrmüllplatz abgelegt werden kann und was in keinem Falle auf dem Straßen- oder Bürgersteigrand deponiert werden darf.