Stadtplanung mit der Abrissbirne

29. März 2016
Im Kampf gegen den ständigen schädlichen Smog setzt Peking – vor allem in Hinblick auf Olympia 2024 – auf Durchzug mit stadtplanerischen Mitteln, die in einer Demokratie undenkbar wären: Ein Netz aus Lüftungskorridoren solle in Chinas Hauptstadt bis zum Jahr 2020 Abhilfe schaffen, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua laut ORF online.

Hindernisse für den Durchzug sollten Stück für Stück beseitigt werden, zitierte die Agentur den stellvertretenden Chef des Stadtplanungskomitees, Wang Fei. Strenge Kontrollen sollten verhindern, dass die Schneisen verbaut werden. Insgesamt fünf Korridore sind Xinhua zufolge vorgesehen. Sie sollen mehr als 500 Meter breit sein. Hinzu kämen mehrere schmalere Korridore.



Laut jüngsten Angaben von Greenpeace lag die Feinstaubbelastung in insgesamt 366 überprüften Städten mehr als fünfmal über dem Grenzwert der Weltgesundheitsorganisation (WHO). In 80 Prozent der Städte seien sogar die wesentlich laxeren nationalen Höchstwerte überschritten worden, unterstrich die Umweltschutzorganisation.



Das Freifräsen von ganzen Stadtteilen zur Durchlüftung ist dabei bloß die Bekämpfung von Auswirkungen und nicht von Ursachen. Hart angefasst werden nämlich nicht die großen Industriekomplexe, die für den Großteil der Luftverschmutzung verantwortlich sind, sondern die vielen kleinen Firmen.



 

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