Laut einer Studie der Universität Wien kommt es zu keinen negativen Auswirkungen auf die Wasserqualität bei Nassbaggerungen.

Nassbaggerungen: Keine negativen Auswirkungen auf das Grundwasser

1. Mai 2021
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Um eine geplante Rohstoffgewinnung zu verhindern, wird oft ein befürchteter negativer Einfluss auf das Grundwasser ins Treffen geführt. Bei einer sogenannten Trockenbaggerung wird das Grundwasser meist in keiner Weise berührt. Anders sieht dies bei einer Nassbaggerung aus. Bei dieser erfolgt ein Eingriff in das Grundwasser, der die Wasserqualität in Hinsicht auf biologische, organische und anorganische Parameter verändert.

Die Auswirkungen können positiv oder negativ für die Wasserbeschaffenheit sein. Klar ist, dass der Schutz des Grundwassers - im Besonderen der Schutz der Trinkwasserversorgung - an oberster Stelle steht. Aber hat eine Nassbaggerung überhaupt Auswirkungen auf das Grundwasser und wenn ja, welche?

Um eben die Auswirkungen von Nassbaggerungen auf die langfristige Entwicklung der Grundwasserqualität zu untersuchen, hat das Forum mineralische Rohstoffe bereits vor zwölf Jahren ein Forschungsprojekt in Auftrag gegeben. Wissenschaftler der Universität Wien, Department für Umweltgeowissenschaften, erstellten in dreijähriger Arbeit eine Studie zum „Einfluss von Nassbaggerungen auf die Oberflächen- und Grundwasserqualität“.

Die Frage, die an die Wissenschaft gestellt wurde, war herauszufinden, welche Stoffe über die Atmosphäre, als Interaktion mit dem Grundwasser, an den Unterwasserböschungen der Nassbaggerungen und über die Sohle/das Sediment ein- und ausgetragen werden. Dazu wurden – neben einer datenbankgestützten Metaanalyse - in Niederösterreich, Oberösterreich und der Steiermark fünf Baggerseen unterschiedlicher Größe, Tiefe und Alter untersucht.  

Keine Belastungen für das Grundwasser

Die Studie lieferte unter Berücksichtigung der untersuchten Seen keine Hinweise, dass Tiefe und Oberfläche der Baggerseen einen wesentlichen Einfluss auf physikalisch-chemische sowie biotische Bedingungen im abstromigen Grundwasser haben. Auch Schwermetalle wie Cadmium, Zink, Chrom, Kupfer, Nickel, Blei und Aluminium wurden in den Teichen nicht freigesetzt. Besonders positiv ist auch zu bewerten, dass Pestizide in Nassbaggerungsteichen biologisch abgebaut werden.

Baggerseen fungieren als Nitrat- und Phosphat-Senken

Durch die biologische Aktivität in Nassbaggerungsteichen kommt es zu einer Verringerung der Nitrat- und Phosphatgehalte im abströmenden Grundwasser. Dieser Einfluss ist positiv im Hinblick auf die Grundwasserqualität zu werten. Eine notwenige Mindestgröße bzw. -tiefe für Baggerseen in Bezug auf den Grundwasserschutz konnte weder aus der nationalen noch der internationalen Studienlage abgeleitet werden.

Die Studie lieferte aber auch Empfehlungen für die Nachnutzung eines Baggersees, da diese ein individuell zu beurteilendes Risiko des Oberflächen- und Grundwassers darstellt. Aus Sicht des vorsorgenden Grundwasserschutzes ist die Nachnutzung des Baggersees als Landschaftsteich, ohne anthropogene Einflüsse wie beispielsweise Fischerei oder Badebetrieb, eindeutig zu präferieren. Erfreulich ist, dass es im Rahmen der in den letzten zwölf Jahren erfolgten Nassbaggerungen zu keinerlei negativen Einflüssen auf das Grundwasser gekommen ist und die Studie in allen Bereichen bestätigt werden konnte.

Die Studie der Universität Wien finden Sie hier.

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