Markus Ulram
„Die Welt bleibt nicht stehen und wir müssen mit der Zeit mitgehen. Dafür braucht es auch neue Akzente und neue Ideen.“ Markus Ulram über die Verbindung aus Erfahrung und Weiterentwicklung, die eine wichtige Grundlage für die zukünftige Arbeit des Ge-meindebundes ist

Ein neuer Präsident mit kommunalem Praxisblick

31. März 2026
Mit Markus Ulram steht seit der Landesversammlung des Burgenländischen Gemeindebundes Anfang März in Raiding ein Kommunalpolitiker an der Spitze der Interessenvertretung, der die Arbeit in den Gemeinden seit Jahrzehnten aus nächster Nähe kennt.

Der Bürgermeister von Halbturn wurde im ersten Wahlgang mit 52,27 Prozent der Stimmen gewählt und übernimmt die Funktion in einer Phase, in der viele Kommunen unter erheblichem Druck stehen. Ulram selbst beschreibt die Stimmungslage nach der Wahl als „sehr, sehr gut“ und verbindet die Freude über das Vertrauen mit dem Bewusstsein für die Größe der Aufgabe. Mit viel Elan, viel Engagement und der nötigen Erfahrung will er an die Arbeit herangehen. Sein Verständnis der neuen Funktion ist dabei klar umrissen: Der Gemeindebund soll Dienst- und Serviceleister für die Gemeinden im Burgenland sein.

Langjährige Erfahrung und starke Vernetzung

Dass Ulram für diese Aufgabe ein breites Bild von kommunalpolitischer Realität mitbringt, ist ein wesentlicher Teil seines Profils. Seit 23 Jahren ist er in der Kommunalpolitik tätig, seit 2011 Bürgermeister von Halbturn, seit 2015 Landtagsabgeordneter, dazu kam die Erfahrung als Klubobmann. Gerade diese verschiedenen Blickwinkel prägen auch seine Sicht auf die Rolle der Gemeinden in den kommenden Jahren. Vernetzung, Gesprächskanäle in alle Richtungen und die unmittelbare Nähe zur Gesetzgebung sieht er als entscheidende Faktoren, um Gemeinden wirksam zu vertreten.

Ulram ist hervorragend vernetzt und betont, wie wichtig gute Gespräche mit dem Gemeindevertreterverband, mit Vertretern der SPÖ und mit den Regierungsparteien sind. Für ihn ist eine gute Gesprächsbasis die Voraussetzung dafür, finanzielle Entlastung und Weiterentwicklung für die Gemeinden voranzutreiben.

Finanzielle Herausforderungen im Fokus

Der drängendste Punkt ist für ihn eindeutig die finanzielle Situation. „Die Finanzlage der Gemeinden ist durchaus bei allen Gemeinden gleich schlecht“, sagt Ulram und beschreibt damit eine Situation, die im Burgenland nach seiner Einschätzung noch angespannter ist als in anderen Bundesländern. Daraus leitet er einen sehr konkreten Handlungsauftrag ab. Es gehe darum, mit dem Land in Verhandlungen zu treten, Gemeinden zu beraten und Spielräume aufzuzeigen, damit sie über die nächsten Monate und Jahre kommen. Gleichzeitig will er dort ansetzen, wo sich Rahmenbedingungen verändern lassen. Dazu zählt für ihn auf Bundesebene, dass die Mittel aus der CO₂-Bepreisung auch bei den Gemeinden ankommen. 

Auf Landesebene nennt er zwei Beispiele, wo Gesetze beziehungsweise Verordnungen geändert werden könnten: Beim Kinderbildungs- und Betreuungsgesetz müsse das Vorhalten des Personals im Schlüssel stärker berücksichtigt werden, um finanzielle Spielräume zu schaffen. Außerdem solle die zurückgenommene Förderung für Güterwege wieder eingeführt werden. Ebenso setzt er sich für eine gerechtere Aufteilung der Bedarfszuweisungen ein.

Weiterentwicklung des Gemeindebundes

Neben diesen inhaltlichen Themen geht es Ulram auch um die Weiterentwicklung der Arbeit innerhalb des Gemeindebundes selbst. Die Organisation versteht er als zentrale Plattform für die burgenländischen Gemeinden, die ihre Interessen bündelt, Informationen aufbereitet und Unterstützung in rechtlichen sowie organisatorischen Fragen bietet. 

Aus seinen mehr als zwei Jahrzehnten kommunalpolitischer Erfahrung nimmt er dabei zahlreiche Eindrücke mit, die er nun in seine neue Funktion einbringen möchte. Bewährte Strukturen sollen weiterhin bestehen bleiben, gleichzeitig sieht er Möglichkeiten, Serviceleistungen und Informationswege weiter auszubauen. Dazu gehört etwa, Gesprächs- und Informationskanäle noch enger mit den Gemeinden zu verzahnen und den Austausch zwischen Funktionärinnen und Funktionären auf allen Ebenen zu stärken. Für Ulram liegt gerade in dieser Verbindung aus Erfahrung und Weiterentwicklung eine wichtige Grundlage für die zukünftige Arbeit des Gemeindebundes. 

„Die Welt bleibt nicht stehen, und wir müssen mit der Zeit mitgehen. Dafür braucht es auch neue Akzente und neue Ideen.“ Zugleich betont er seine große Wertschätzung für seinen Vorgänger Leo Radakovits, der die Organisation über 23 Jahre geprägt und viele Strukturen aufgebaut hat, auf denen die Arbeit heute aufbauen kann. An diese Basis möchte er anknüpfen und sie Schritt für Schritt weiterentwickeln.

Motivation und Blick in die Zukunft

Ulram beschreibt seine Motivation vor allem als den Wunsch, Dinge zum Positiven weiterzuentwickeln und damit für die Menschen in den Gemeinden konkrete Verbesserungen zu erreichen. Dieser Gedanke begleitet ihn seit seinen ersten Jahren als Gemeinderat, später als Bürgermeister und Landtagsabgeordneter und nun auch in seiner neuen Funktion als Präsident des Gemeindebundes. 

Sein Ziel ist es, dazu beizutragen, dass Gemeinden finanzielle und organisatorische Entlastung erhalten und dass sie die Aufgaben, die sie haben, auch in Zukunft eigenständig leisten können. Dafür, so Ulram, brauche es Perspektiven und Planbarkeit. In dieser Haltung liegt auch der zukunftsgerichtete Kern seiner neuen Aufgabe: Gemeinden sollen handlungsfähig bleiben, Entscheidungen eigenständig treffen können und damit jene Ebene stark halten, auf der Politik für die Bürgerinnen und Bürger am unmittelbarsten spürbar wird. 

Schlagwörter