Rasenroboter
Das Feedback über die Feinfühligkeit des Sicherheitsprogramms von Rasenrobotern ist zwiespältig. Foto: Shutterstock/Stephan Oppliger

Was bringen Rasenroboter?

Mähroboter sind mittlerweile Teil unseres Lebens geworden – auch wenn das niemand so wirklich wahrhaben möchte. Beim Rasenmähen können sie auch wirklich hilfreich sein.

Selbständig rollt er über den Rasen und verrichtet die Arbeit, die ansonsten von Menschen verrichtet wurde. Sie nehmen kommunalen Mitarbeitern nicht nur Arbeit ab, sondern ermöglichen ihnen, Zeit in wichtigere beziehungsweise spannendere oder anspruchsvollere Dinge zu investieren. Das hört sich super an, ist aber definitiv ein Paradigmenwechsel.

Zum einen sind sie unbestreitbar eine Erleichterung, speziell bei größeren Flächen wie Fußballplätzen oder Wiesen in einem Park. Der Gemeindearbeiter, der früher hinterher ging oder Stunden auf dem Aufsitzmäher saß, muss diese eintönige Arbeit nicht mehr machen. Ein „paar Drähte" knapp unter der Erde verlegt, grenzen den Roboter ein. Auch Steuerungen durch GPS oder Laser- bzw. Ultraschallortung sind möglich. Eine „kleine Garage" mit einer Stromladestelle (Mähroboter sind in aller Regel elektrisch betrieben), zu der der Roboter selbstständig hinfindet, ist die im Wesentlichen benötigte Infrastruktur. Die Steuerung der Mähroboter erfolgt meist mittels Handy-App, die auch über Probleme mit dem Gerät informiert.

Das Schnittgut erfüllt seinen Zweck als Dünger, da die sehr kurzen Rasenteile nicht mehr gesammelt und wegtransportiert werden müssen. Allerdings ist eine „Mulch-Funktion" nicht immer Standard. Die Wartung der Roboter ist aufwändig, das gilt aber für „normale" Mähwerke auch. Einzig das Programmieren und Einstellen der Programme ist knifflig, aber dafür gibt es Schulungen. Überhaupt lohnt es sich, vor der Anschaffung mit einem Fachmann, einer Fachfrau zu reden, ob die geplante Fläche überhaupt für Mähroboter geeignet sid (Steigung etc.).

Zwei Dinge sollten jedenfalls vorher bedacht werden:

Einsatz der frei gewordenen Mitarbeiterkapazität

Es geht kein Arbeitsplatz verloren – allenfalls der Spaß am Mähen oder die Möglichkeit, der eigenen Fußballmannschaft einen Rasen mit Kreuzmuster zu geben. Der Platzwart wird sich vermehrt um die andere Aufgaben kümmern. Möglich wäre auch, dass sich der Mitarbeiter um die „Plantage der Gemeinde" kümmert. Jedenfalls fällt in allen Gemeinden mit Sicherheit genügend Arbeit an, die getan werden muss.

Die Sicherheit

Wie kann garantiert werden, dass der einsam und unbeaufsichtigte Mähroboter nicht über Kinderzehen oder -finger oder über im Gras liegende Kleintiere fährt?

Zumindest derzeit sind die Sicherungsprogramm der Geräte nicht zu hundert Prozent sicher – ob etwas jemals völlig sicher ist, sei dahingestellt. Die meisten Mähroboter verfügen über Hebe- oder Kippmechaniken, die sofort abschalten, wenn jemand oder etwas während des Betriebs unter das Gerät kommt. Um auf der sicheren Seite zu sein, empfiehl es sich dennoch, Kinder nicht unbeaufsichtigt neben Mährobotern spielen zu lassen!

Soll eine Gemeinde Mähroboter einsetzen oder nicht?

Die Frage ist nicht leicht zu beantworten – beziehungsweise muss jede Gemeinde die Antwort für sich finden. Unsere Recherchen ergaben, dass bereits 2006 erste Pilotversuche in deutschen Gemeinden stattgefunden haben.

Anfang 2017 testete dann die Verbandsgemeinde Konz-Niedermennig (im Landkreis Trier-Saarburg in Rheinland-Pfalz) einen Mähroboter. Bauhofleiter Jürgen Becker zieht Resümee: „In den Sommermonaten hat der Roboter super gearbeitet, Schnittbild 1a. Wenn es aber nasser wurde, haben sich Klingen und Räder gerne mit dem feuchten Schnittgut blockiert. Und wenn ein Loch in der Fläche war, ist der Mähroboter hinein und seine Messer wurden relativ schnell stumpf." Die Gemeinde Konz hat den Mähroboter dann schlussendlich nicht gekauft.

Anders in Weyhe im Norden des Landkreises Diepholz in Niedersachsen. Ende 2017 stattete sie ihre Grünraumabteilung mit einen Mähroboter aus. Wie Uwe Wicke, Leiter dieser Abteilung, erzählt, arbeitet der Roboter nicht nur tadellos, auch der Zustand des Sportplatzes hat sich verbessert. „Das Schnittbild ist tadellos", so Wicke. Und da die Gemeinde einen Allwettermäher gekauft hat, spielt das Wetter auch keine Rolle.

Über die „Feinfühligkeit des Sicherheitsprogramms" ist das Feedback zwiespältig: „Einerseits super. Ich habe einmal einen Schürsenkel hingelegt und der Roboter hat sofort abgeschaltet. Andererseits sind nach dem großen Sturm vor ein paar Monaten jede Menge kleine Äste herumgelegen – die muss man dann vor dem Mähen entfernen."

Wie Wicke anmerkt, müssen auch die Vereine mitmachen, „sonst geht das Ding kaputt". In Weyhe wird derzeit angedacht, auch einen zweiten Platz vom Mähroboter bearbeiten zu lassen.

Vorteile
  • regelmäßiger Schnitt verbessert die Qualität des Grases
  • keine Abgasemissionen
  • geringe Lautstärke
  • keine Entsorgung des Schnittguts nötig
  • Schnittgut ist Dünger
  • geringe Betriebskosten
  • Arbeitserleichterung und Zeitgewinn
Nachteile
  • Anschaffungskosten sind etwas höher
  • ungeeignet für höheres Gras
  • Einsatzgrenzen bei hügeligem Terrain
  • emotionale Einschränkungen - das Mähen macht weniger Spaß
  • auf Sportplätzen kann mit Mährobotern in der Regel kein besonderes Schnittmuster erzielt werden