Müllentsorgungsmaschine
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Kommunale Entsorger als Instanz gegen die Wirtschaftskrise

3. Juli 2026
Die VÖA - Vereinigung öffentlicher Abfallwirtschaftsbetriebe lud zu einem Webinar, um die zentralen Aufgaben der Zukunft zu vermitteln. Ganz klar ersichtlich ist die wachsende Bedeutung der kommunalen Abfallwirtschaft, die über eine Milliarde. Euro im Jahr umsetzt, als Wirtschaftsfaktor und Arbeitgeber.

von Bernhard Madlener, Senior Consultant bei consulting & services

„Die Gemeinde ist gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern in der Verantwortung, die Abfallsammlung und -entsorgung zu organisieren und entsprechende Infrastrukturen bereitzustellen“, sagt Alexandra Loidl, Präsidentin der VÖA - Vereinigung öffentlicher Abfallwirtschaftsbetriebe. Gemeinsam mit VÖA-Geschäftsführer Ferdinand Koch lud Loidl zum Webinar, um über „Herausforderungen, Richtlinien & konkrete Lösungen für Gemeinden“ zu informieren. 

Alexandra Loidl
VÖA-Präsidentin Alexandra Loidl: „Es braucht klare Informationen, denn die Bürgerinnen und Bürger sind der wichtigste Partner für die Trennung und die darauf basierende weitere Verwertbarkeit von Abfällen.“

„Immens wichtig ist dabei, die Menschen nicht zu verwirren“, so Loidl. „Es braucht klare Informationen, denn die Bürgerinnen und Bürger sind der wichtigste Partner für die Trennung und die darauf basierende weitere Verwertbarkeit von Abfällen.“ Zentraler Partner der Kommunen wiederum ist die VÖA selbst: Als Interessenvertretung versammelt sie 39 Mitgliedsbetriebe aus ganz Österreich, die mehr als 6.000 Arbeitsplätze sichern und über eine Milliarde Euro an jährlichem Umsatz erwirtschaften. Gut 4,4 Millionen Tonnen an Abfällen durchlaufen jährlich die Anlagen.

Zukunftssicherung im Sinne von Klimaschutz und „Future Waste“

Anliegen der VÖA ist es, ihre Mitglieder zu vernetzen und Innovationen voranzutreiben. Als Ziel bleibt dabei stets die Vertiefung der überregionalen Zusammenarbeit im Blick, sowie die moderne Kreislaufwirtschaft in Österreich zu stärken. Über all dem stehen die Sicherung der Daseinsvorsorge als grundlegende Dienstleistung für die Bevölkerung, sowie natürlich der Umwelt- und Klimaschutz.

Neben den großen Rahmenbedingungen, die sich für die Abfallwirtschaftsbetriebe stark verändern – wie etwa das Klima, die geopolitische Situation oder auch die nationale Budgetkonsolidierung –, gibt es weitere Druckpunkte, die gerade auf die Branche einwirken: Neue EU-Regeln für Lieferketten, Energieversorgung und -kosten, bürokratische Veränderungen sowie ganz wesentliche Handlungsfelder wie die Dekarbonisierung, die Kreislaufwirtschaft, „Future Waste“ und neue Schadstoffe wie etwa Mikroplastik oder die sogenannten „Ewigkeitschemikalien“ PFAS.

Vorbild im Bereich der Elektromobilität

„Future Waste“ verlangt dabei einen besonders intensiven Blick in die Zukunft: Dabei handelt es sich nämlich um Abfälle aus neuartigen Quellen und Produkten, deren Bedeutung steigt, wo die Entsorgung aber erst zu einem späteren Zeitpunkt in tatsächlich großem Maße anfallen wird. Ganz stark fällt hier auch die Elektromobilität hinein, die für den VÖA und seine Mitglieder in zweifacher Hinsicht eine bedeutende Rolle spielt. 

Ferdinand Koch
VÖA-Geschäftsführer Ferdinand Koch: „Die Brandfälle in Abfallsammelstellen nehmen dramatisch zu.“

Einerseits, weil sie gewisse Gefahren für die Abfallwirtschaft birgt: „Die Brandfälle in Abfallsammelstellen nehmen dramatisch zu“, führt Koch an. Grund ist das starke Wachstum von batterie- und akkubetriebenen Geräten, deren Energieträger oft falsch entsorgt werden – ob unbewusst oder strategisch. „Es wird entsprechend versucht, Batterien und Akkus aus dem Restmüll zu bekommen, wofür wir intensiv in Richtung der Bürgerinnen und Bürger kommunizieren und informieren.“

Andererseits, weil die kommunale Abfallwirtschaft auch selbst Vorbild sein will, und es mit der Dekarbonisierung besonders ernst meint: Gut 260 Millionen Euro an VÖA-Rahmenvereinbarungen stehen zur Verfügung bzw. sind teilweise abgerufen, um die Mitgliedsorganisationen mit elektrisch betriebenen Arbeitsfahrzeugen zu versorgen. 

Starkes Wachstum bei den „Green Jobs“ der Abfallwirtschaft

In der nahen Zukunft würden Altstoffsammelzentren und Ressourcenparks an Bedeutung gewinnen, für die sich Gemeinden auch überregional zusammentun. Dabei liegt ein starker Fokus auf neue Sammelfraktionen wie Kaffeekapseln, Gipskartonabfälle oder Mineralfaserplatten. 

Auch personell wird der Sektor stark wachsen. Loidl stellt ein Stellenwachstum im Bereich von zehn Prozent über die kommende Dekade in Aussicht. „Unser Tätigkeitsfeld wird immer breiter, und als tatsächlicher Teil der so genannten ‚Green Jobs‘ konnten wir auch das Image der tendenziell ‚schmutzigen‘ Arbeit weitgehend ablegen.“ 

Koch dazu ergänzend: „Immer wichtiger wird die Schnittstelle der Abfallwirtschaft zu den herstellenden Industrien, um nachhaltige Produktion und Kreislaufwirtschaft vom Beginn an zu installieren. Das wird sich jedenfalls auch im Personalbedarf und in der Personalqualifikation abbilden.“ 

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