Landesrätin Simone Schmiedtbauer und die Grazer Vizebürgermeisterin Judith Schwentner
Landesrätin Simone Schmiedtbauer und die Grazer Vizebürgermeisterin Judith Schwentner eröffneten den Hochwasserschutz am Messendorferbach.
© Fischer

Hochwasserschutz als Vorzeigebeispiel für die Sicherung von Grünflächen

2. Mai 2024
Auch wenn er nicht länger als rund drei Kilometer ist, hat es der Messendorferbach im mehrfachen Sinne des Wortes in sich: Das Gewässer, das am nördlichen Teil des Messendorfberges entspringt und jenseits der südöstlichen Stadtgrenze von Graz in den Raababach mündet, sorgte vor allem im dicht besiedelten Grenzbereich zwischen Graz und Raaba-Grambach nach starken Regenfällen immer wieder für schwere Überschwemmungen. Um dem Einhalt zu gebieten, wurde von der Stadt Graz unter finanzieller Mithilfe der Republik Österreich und des Landes Steiermark ein Schutzprojekt umgesetzt, in das insgesamt rund 2,5 Millionen Euro investiert wurden.

Das neue Rückhaltebecken entlang des Arnikaweges im Stadtbezirk St. Peter kann rund 20.000 Kubikmeter Wasser aufnehmen. Der Abfluss aus dem Messendorferbach wird dadurch bei einem 100-jährlichen Hochwasser – also einem Hochwasserereignis, wie es statistisch gesehen alle 100 Jahre vorkommt – von vorher 6,6 auf 2 Kubikmeter pro Sekunde reduziert.

Zusätzlich zu dem Rückhaltebecken erfolgte ein ergänzender Linearausbau entlang des Baches zwischen der Steinkleegasse und der Stadtgrenze. Am noch fehlenden Bachausbau weiter stromabwärts, im Gemeindegebiet von Raaba, wird intensiv gearbeitet. Die wichtige Grundlage wurde mit dem fertiggestellten Rückhaltebecken bereits geschaffen.

Ökologische Gestaltung des Schutzprojekts

Der Wert des Bauvorhabens im Bereich des Arnikaweges in Graz-St. Peter erschöpft sich aber bei weitem nicht „nur“ in mehr Sicherheit für die Bevölkerung, sondern auch in einer eklatanten Aufwertung der ökologischen Situation rund um den Bach, erläutern der Leiter der städtischen Abteilung für Grünraum und Gewässer, Robert Wiener, und Projektleiterin Ulrike Savora: „Dieses Projekt ist ein Vorzeigebeispiel für die Sicherung von Grünflächen. Diese Grün- und Retentionsflächen liegen im öffentlichen Gut und sind deshalb nachhaltig vor einer Wohnverbauung geschützt!“

Bereits im Jahr 2006 hatte sich die Stadt ein für die Umsetzung der Maßnahmen notwendiges Baugrundstück gesichert, nach der Fertigstellung des Dammbauwerks schufen Erdbaumaßnahmen und eine Bepflanzung mit ökologisch wertvollen Gehölzen wertvolle Naturräume, die den Menschen sanfte Erholung und der Tier- und Pflanzenwelt wichtige Rückzugsräume bieten.

Neben heimischen Baum- und Straucharten bieten auch ein Feuchtbiotop und ein Trockenstandort Entfaltungsmöglichkeiten für die im Grazer Stadtgebiet vielerorts in Bedrängnis geratene Fauna und Flora. Damm- und Einstauflächen liegen jetzt im öffentlichen Wassergut. Baubeginn für das Projekt war im Dezember 2022, im Juni des Vorjahres waren die Betonarbeiten weitgehend abgeschlossen. Nach Fertigstellung der weiteren Bauarbeiten im Herbst 2023 folgten die Bepflanzungen und ökologischen Gestaltungen.