Fachleute weisen darauf hin, dass die Wasser-Infrastruktur oft nicht auf hohe Spitzenverbräuche ausgelegt ist.
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Wasser sparen
Gemeinden untersagen Poolbefüllung
Der Sommer hat noch nicht begonnen, und dennoch haben in Österreich bereits erste Gemeinden das Füllen privater Swimmingpools untersagt oder stark eingeschränkt. Der ungewöhnlich trockener Frühling hat die Wasserversorgung in mehreren Regionen unter Druck gebracht.
Im österreichischen Durchschnitt fehlen seit Jahresbeginn 2026 rund 30 Prozent der üblichen Niederschlagsmenge. Der trockenste Monat des laufenden Jahres ist der April, der nicht einmal die Hälfte der üblichen Regenmenge brachte. Besonders ausgeprägt ist die Trockenheit in Salzburg, Kärnten, Oberösterreich, im westlichen Niederösterreich und der Obersteiermark.
2026 knüpft damit an 2025 an, das insgesamt um 15 Prozent zu wenig Niederschlag brachte. Die Trockenheit war vergangenes Jahr besonders eklatant in den Monaten Oktober, November und Dezember.
Osttirol: Förmliches Verbot per Verordnung
In Iselsberg-Stronach im Bezirk Lienz steht derzeit nur rund halb so viel Quellwasser zur Verfügung wie üblich. Bürgermeister Gerhard Wallensteiner hat klare Maßnahmen erlassen: Das Bewässern von Gärten und Rasenflächen, das Waschen von Autos sowie das Befüllen von Pools sind bis auf Widerruf verboten. Wer sich nicht daran hält, muss mit Sanktionen rechnen.
Alpbachtal: Dorfbrunnen gesperrt
In Reith im Alpbachtal hat die Gemeinde ebenfalls reagiert: Der Dorfbrunnen wurde gesperrt. Bürgermeister Thomas Gschösser erklärte, man erhalte seit Wochen weniger Wasser aus den Quellen. Während oberflächennahe Quellen noch ausreichend lieferten, arbeite die große Stollenquelle nur noch auf etwa halber Kapazität. Die Gemeinde appelliert an die Bevölkerung, sparsam mit Wasser umzugehen – konkret: keine Pools befüllen, keine Autos waschen und keine Grünflächen bewässern.
Warum Pools das Leitungsnetz belasten
Private Schwimmbecken bringen die Wasserversorgung an ihre Grenzen. Werden viele Becken gleichzeitig befüllt, fehlt Wasser in der Leitung. Das kann zu einem Druckabfall führen, durch den höher gelegene Haushalte nicht mehr ausreichend versorgt werden. Gerade in Gemeinden mit kleineren Reservoiren können sich dadurch die Hochbehälter leeren – mit der Folge, dass manche Haushalte zeitweise ganz ohne Wasser auskommen müssen.
Keine Besserung in Sicht
Auch in den nächsten Tagen bringt ein Hochdruckgebiet viel Sonnenschein nach Österreich. Für die kommende Woche werden zwar einzelne Niederschläge für die Alpen und den Süden erwartet, doch die Regenmengen bleiben voraussichtlich unergiebig und können die Trockenheit nur vorübergehend lindern. Vom Innviertel über Wien bis ins Weinviertel dürfte es auch in der nächsten Woche trocken bleiben.
Fachleute weisen darauf hin, dass Dürreperioden durch den Klimawandel künftig häufiger werden. Gleichzeitig werde es seltener, aber dafür kräftiger regnen. Wenn Starkregen auf ausgetrockneten Boden fällt, steigt zudem die Gefahr von Überschwemmungen, weil der Boden weniger Wasser aufnehmen kann.